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tobias kamke panorama afp 2010
  Foto: AFP, AFP
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French Open in Paris: Qualifikanten sorgen für Überraschungen

zuletzt aktualisiert: 24.05.2010 - 22:55

Paris (RPO). Zwei rotzfreche Qualifikanten, formstarke

Hoffnungsträgerinnen und eine nur knapp verpasste Sensation: Die deutschen Tennisprofis haben bei den French Open in Paris einen turbulenten Auftakt erlebt. Von 17 Startern zogen an den ersten beiden Tagen sechs in die zweite Runde ein, sieben scheiterten bereits.
Julian Reister gewann gegen Feliciano Lopez.  Foto: AFP, AFP
Julian Reister gewann gegen Feliciano Lopez. Foto: AFP, AFP

Für die größten Überraschungen aber sorgten ausgerechnet die Nobodies Julian Reister (Hartenholm) und Tobias Kamke (Lübeck). Nach drei Matches in der Qualifikation hatte Reister zum ersten und sein Sandkasten-Freund Kamke zum zweiten Mal überhaupt den Sprung ins Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers geschafft. Und die Kumpels setzten ihren Siegeszug unbeirrt fort.

Lehrstunde für Lopez

Ein wie entfesselt aufspielender Reister erteilte dem an 27 gesetzten Spanier Feliciano Lopez beim 6:1, 7:6 (7:5), 6:2 eine Lehrstunde. "Ich bin überglücklich und genieße einfach nur. Er kannte mich wohl nicht, ich ihn schon. Es kamen schon sehr viele Glückwünsche per SMS", sagte der Weltranglisten-165. Reister, der in der Qualifikation mit 39 Grad Fieber gespielt hatte.

Info
Spielplan am Dienstag (Spielbeginn 11 Uhr):

2. Match: Mischa Zverev (Hamburg) - Nicolas Mahut (Frankreich)

3. Match: Philipp Kohlschreiber (Augsburg) - Karol Beck (Slowakei)

4. Match: Benjamin Becker (Orscholz) - Denis Istomin (Usbekistan)

4. Match: Simon Greul (Stuttgart) - Xavier Malisse (Belgien)

Sollte er gegen Olivier Rochus (Belgien) gewinnen, würde als "Belohnung" das Duell mit Titelverteidiger Roger Federer warten. Reister: "Das wäre ein Traum." Sein Trainingspartner Kamke siegte ebenfalls unerwartet 6:0, 6:4, 6:3 gegen den Franzosen Stephane Robert. Für den 157. der Rangliste war es der bislang größte Erfolg.

Die große Tennisbühne mit namhaften Gegnerinnen wartet bereits in der zweiten Runde auf eine Frauen-Troika: Die deutsche Nummer eins Petkovic blickte nach ihrem Dreisatz-Sieg gegen die Russin Jelena Wesnina (4:6, 6:1, 6:4) voller Vorfreude auf das Duell mit Titelverteidigerin Swetlana Kusnezowa (Russland). "Ich glaube, ich werde dort meine Chancen bekommen", meinte die Nummer 41 der Weltrangliste. Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner sagte dem SID: "Jetzt muss Andrea cool bleiben und zupacken. Sie hat gute Chancen."

Görges gegen Williams

Auch Julia Görges erwartet in Roland Garros ein ganz harter Brocken. Die 21-Jährige aus Bad Oldesloe spielt nach dem 6:2, 6:3 gegen Melinda Czink (Ungarn) gegen Branchenführerin Serena Williams (USA). Görges: "Das heißt nicht, dass das Turnier für mich vorbei ist", erklärte Görges selbstbewusst. Die Kielerin Angelique Kerber bekommt es nach dem 5:7, 7:6, 6:4 gegen Anna Tschakwetadse (Russland) mit Geheimfavoritin Aravane Rezai aus Frankreich zu tun.

Für Schlagzeilen sorgte am Pfingstwochenende auch Daniel Brands. Der Deggendorfer verpasste die erste große Überraschung des Turniers nur denkbar knapp. Brands hatte den an Position acht gesetzten Melbourne-Halbfinalisten Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich) beim 6:4, 3:6, 2:6, 7:6 (7:2), 5:7 am Rande einer Niederlage.

Brands: "Das war der Wahnsinn"

"Das war der Wahnsinn. Am Ende war ich aber müde und deshalb oft zu spät am Ball", erklärte Brands. Der Weltranglisten-89. zwang Tsonga auf dem Court Philippe Chatrier mit platzierten Grundschlägen immer wieder in die Defensive. Das französische Publikum honorierte die starke Vorstellung des 22-jährigen Brands stehend mit Ovationen.

Der Stuttgarter Andreas Beck (4:6, 6:3, 6:2, 6:2 gegen Paolo Lorenzi/Italien) gab sich beim mit 16,8 Millionen Euro dotierten Turnier keine Blöße. Dagegen bedeutete die erste Runde für Philipp Petzschner (Bayreuth), der einen 2:0-Satzvorsprung gegen den Australier Carsten Ball nicht nutzen konnte, sowie "Lucky Loser" Dieter Kindlmann (Sonthofen), Michael Berrer (Stuttgart), Rainer Schüttler (Korbach), Tatjana Malek (Bad Saulgau) und Kristina Barrois Endstation. Die gebürtige Saarländerin vergab dabei drei Matchbälle und heulte bitterlich.

Ein Quartett um Philipp Kohlschreiber (Augsburg) steigt erst am Dienstag ins berühmteste Sandplatzturnier der Welt ein. Auch die Turnierfavoriten zeigten bislang kaum Schwächen. Federer gelangen beim 6:4, 6:2, 6:1 gegen Peter Luczak (Australien) imposante 34 direkte Gewinnschläge. Für Aufsehen sorgte auch Venus Williams (USA) mit einem transparenten Schlüpfer.


French Open in Paris (16,8 Millionen Euro): Herreneinzel, 1. Runde: Julian Reister (Hartenholm) - Feliciano Lopez (Spanien/Nr. 27) 6:1, 7:6 (7:5), 6:2, Andreas Beck (Stuttgart) - Paolo Lorenzi (Italien) 4:6, 6:3, 6:2, 6:2, Gael Monfils (Frankreich/Nr. 13) - Dieter Kindlmann (Sondhofen) 6:3, 7: 5, 6:7 (5:7), 6:2, Carsten Ball (Australien) - Philipp Petzschner (Bayreuth) 3:6, 6:7 (4:7), 6:2, 7:5, 9:7, Roger Federer (Schweiz/Nr. 1) - Peter Luczak (Australien) 6:4, 6:1, 6:2, Novak Djokovic (Serbien/Nr. 3) - Jewgeni Korolew (Kasachstan) 6:1, 3:6, 6: 1, 6:3, Andy Murray (Schottland/Nr. 4) - Richard Gasquet (Frankreich) 4:4, 6:7 (5:7), 6:4, 6:2, 6:1, Fernando Gonzalez (Chile/Nr. 12) - Thiago Alves (Brasilien) 6:2, 4:6, 6:4, 6:4, Tomas Berdych (Tschechien/Nr. 15) - Jorge Aguilar (Chile) 7:6 (9:7), 6:3, 6:1, John Isner (USA/Nr. 17) - Andrej Golubew (Kasachstan) 6:4, 6:3, 6:2, Stanislas Wawrinka (Schweiz/Nr. 20) - Jan Hajek (Tschechien) 6:1, 6:3, 6:3, Viktor Troicki (Serbien/Nr. 21) - Tommy Robredo (Spanien) 6:4, 6:4, 6:3, Thomaz Bellucci (Brasilien) - Michael Llodra (Frankreich) 6:4, 6:2, 6:2, Marcos Baghdatis (Zypern) - Jesse Witten (USA) 6:3, 6:4, 6:3, Daniel Gimeno-Traver (Spanien) - Dimitri Tursunow (Russland) 6:1, 6:1, 6:1, Taylor Dent (USA) - Nicolas Lapentti (Ecuador) 6:3, 6:4, 7:6 (7:3), Olivier Rochus (Belgien) - Benoit Paire (Frankreich) 3:6, 7:6 (7:4), 6:4, 7: 5, Lukas Lacko (Slowakei) - Michael Yani (USA) 4:6, 7:6 (7:5), 7:6 (7:4), 6:7 (5:7), 12:10, Leonardo Mayer (Argentinien) - Sergej Stachowski (Ukraine) 7:6 (7:4), 6:3, 6:2, Marcel Granollers (Spanien) - Paul-Henri Mathieu (Frankreich) 3:6, 6:3, 3:0 Aufgabe Mathieu, Pablo Andujar (Spanien) - Simone Bolelli (Italien) 7:6 (7:2), 6:4, 6:2, Kei Nishikori (Japan) - Santiago Giraldo (Kolumbien) 2:6, 4:6, 7:6 (7:3), 6:2, 6:4, Steve Darcis (Belgien) - Kristof Vliegen (Belgien) 6:1, 6:4, 6:4, Juri Schukin (Kasachstan) - Rajeev Ram (USA) 3:6, 6:4, 6:2, 6:4

Dameneinzel, 1. Runde: Julia Görges (Bad Oldesloe) - Melinda Czink (Ungarn) 6:2, 6:3, Tathiana Garbin (Italien) - Kristina Barrois (Stuttgart) 1:6, 7:6 (9:7), 6:3, Timea Bacsinszky (Schweiz) - Tatjana Malek (Bad Saulgau) 6:2, 6:3, Serena Williams (USA/Nr. 1) - Stefanie Vögele (Schweiz) 7:6 (7:2), 6:2, Caroline Wozniacki (Schweden/Nr. 3) - Alla Kudrjawtsewa (Russland) 6:0, 6:3, Jelena Dementiewa (Russland/Nr. 5) - Petra Martic (Kroatien) 6:1, 6:1, Agnieszka Radwanska (Polen) - Elena Baltacha (Großbritannien) 6:0, 7:5, Li Na (China/Nr. 11) - Kristina Mladenovic (Frankreich) 7:5, 6:3, Francesca Schiavone (Italien/Nr. 17) - Regina Kulikowa (Russland) 5:7, 6:3, 6:4, Lucie Safarova (Tschechien/Nr. 24) - Jelena Dokic (Australien) 6:2, 6:2, Alexandra Dulgheru (Rumänien/Nr. 31) - Lucie Hradecka (Tschechien) 7:6 (7:1), 4:6, 6:3, Kateryna Bondarenko (Slowenien/Nr. 32) - Julie Coin (Frankreich) 6:1, 6:2, Arantxa Parra Santonja (Spanien) - Kurumi Nara (Japan) 6: 2, 6:2, Anabel Medina Garrgues (Spanien) - Melanie Oudin (USA) 7:5, 6:2, Polona Hercog (Slowenien) - Misaki Doi (Japan) 6:3, 6:0, Aleksandra Wozniak (Australien) - Iveta Benesova (Tschechien) 6:3, 6:3, Sophie Ferguson (Australien) - Petra Kvitova (Tschechien) 1:6, 6:2, 6:2, Stephanie Cohen-Aloro (Frankreich) - Stephanie Dubois (Kanada) 6:7 (3:7), 6:1, 6:3, Ana Ivanovic (Serbien) - Chang Kai-chen (Taiwan) 6:3, 6:3, Roberta Vinci (Italien) - Virginie Razzano (Frankreich) 7:5, 6:2, Jaroslawa Schwedowa (Kasachstan) - Sara Errani (Italien) 6:1, 7:5, Kaia Kanepi (Estland) - Pauline Parmentier (Frankreich) 6:3, 6:1, Rossana de los Rios (Paraguay) - Barbora Zahlavova (Tschechien) 7:6 (7:2), 6:3, Magdalena Rybarikowa (Slowakei) - Sofia Arvidsson (Schweden) 6:7 (2:7), 6:3, 6:2

Quelle: SID/can

 
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