French Open in Paris: Reister sorgt weiter für Furore
zuletzt aktualisiert: 26.05.2010 - 22:48Paris (RPO). Die Fed-Cup-Spielerin aus Darmstadt flüchtete nach ihrer 6:4, 5:7, 4:6-Niederlage gegen Titelverteidigerin Swetlana Kusnezowa (Russland) den Tränen nahe aus der Stierkampfarena. Beim Stand von 5:4 im zweiten Satz hatte Petkovic drei Matchbälle in Folge, scheiterte aber nach 2:12 Stunden an ihren Nerven. Nach dem ersten Satz hatte die Partie wegen Regens für anderthalb Stunden unterbrochen werden müssen.
Reister indes ließ sich beim 6:2, 6:2, 7:6 (7:5) gegen Olivier Rochus (Belgien) auch von drei Regenpausen nicht irritieren und freut sich auf das Duell mit Federer. "Das ist ein Traum", sagte der Weltranglisten-165.
Reister verwandelte nach 2:13 Stunden seinen zweiten Matchball und zeigte freudestrahlend die Becker-Faust. Bereits in der Runde zuvor hatte der 24-Jährige beim Dreisatzerfolg gegen den gesetzten Feliciano Lopez (Spanien) überrascht. Noch nie zuvor hatte Reister die Hauptrunde eines Grand-Slam-Turniers erreicht.
"Genieße das alles unglaublich"
Nervosität war Reister trotzdem zu keiner Zeit anzumerken. "Ich genieße, das ist alles unglaublich. Und so fühle ich mich auch", sagte der Rechtshänder, dem durch seinen Sprung in die Runde der letzten 32 bereits 42.000 Euro Preisgeld sicher sind. Das ist mehr als das Doppelte von dem, was Reister seit Jahresbeginn verdient hat.
Im Duell mit dem Weltranglistenersten Federer ist der Blondschopf allerdings krasser Außenseiter. Trotzdem hat Reister sein Hotelzimmer noch nicht gekündigt. Sein Kumpel Tobias Kamke indes bekam eine Lehrstunde in Sachen Sandplatztennis erteilt. Der Qualifikant aus Lübeck verlor gegen den an Position 29 gesetzten Albert Montanes (Spanien) klar mit 3:6, 2:6, 1:6.
Kerber kratzt an Überraschung
"Das hat eine Riesenlust auf mehr gemacht. Im Moment fühle ich mich noch nicht so gut, aber bald überwiegt die Freude", sagte Kamke nach seinem bisher größten Erfolg. Der Weltranglisten-157. hatte erst zum zweiten Mal in seiner Karriere das Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Auch Angelique Kerber (Kiel) schied mit 2:6, 6:2, 3:6 gegen Geheimfavoritin Aravane Rezai (Frankreich) aus.
Simon Greul scheiterte nach einer Hängepartie über zwei Tage in der ersten Runde. Der Stuttgarter verlor 4:6, 6:7 (7:9), 4:6 gegen Xavier Malisse (Belgien). Das Match war am Dienstabend wegen Regens beim Stand von 1:1 im dritten Satz abgebrochen worden. Am Mittwoch stand Greul dann nur noch knapp eine halbe Stunde auf dem Court.
Andreas Beck hat den Einzug in die dritte Runde verpasst. Der Stuttgarter verlor mit 1: 6, 4:6, 4:6 gegen den an Nummer 20 gesetzten Schweizer Stanislas Wawrinka.
Federer souverän
Keine Blöße gab sich der nächste Reister-Gegner Federer, der beim 7:6 (7:4), 6:2, 6:4 gegen den Kolumbianer Alejandro Falla nur am Anfang Probleme hatte. Auch die an zwei gesetzte Venus Williams (USA) zog durch ein 6:2, 6:4 gegen die Spanierin Arantxa Parra Santonja in die Runde der letzten 32 ein.
Eine besondere Herausforderung wartet am Donnerstag auf Julia Görges. Die 21-Jährige aus Bad Oldesloe fordert die Branchenführerin Serena Williams (USA) heraus. "Das heißt nicht, dass das Turnier für mich vorbei ist", erklärte die Fed-Cup-Spielerin selbstbewusst.
Herreneinzel, 1. Runde: Xavier Malisse (Belgien) - Simon Greul (Stuttgart) 6:4, 7:6 (9:7), 6:4
2. Runde: Julian Reister (Hartenholm) - Olivier Rochus (Belgien) 6:2, 6:2, 7:6 (7:5), Albert Montanes (Spanien/Nr. 29) - Tobias Kamke (Lübeck) 6:3, 6:2, 6:1, Roger Federer (Schweiz/Nr. 1) - Alejandro Falla (Kolumbien) 7:6 (7:4), 6:2, 6:4, Robin Söderling (Schweden/Nr. 5) - Taylor Dent (USA) 6:0, 6:1, 6:1, Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich/Nr. 8) - Josselin Ouanna (Frankreich) 6:0, 6:1, 6:4, Marin Cilic (Kroatien/Nr. 10) - Daniel Gimeno (Spanien) 6:3, 7:6 (7:4), 6:2, Michail Juschni (Russland/Nr. 11) - Lukas Lacko (Slowakei) 6:7 (8:10), 6:3, 6:3, 6:2, Thiemo de Bakker (Niederlande) - Guillermo Garcia-Lopez (Spanien/Nr. 32) 6:3, 3:6, 7:6 (7:5), 7:5, Viktor Troicki (Serbien) - Carsten Ball (Australien) 6:4, 6:3, 6:3, Leonardo Meyer (Argentinien) - Julien Benneteau (Frankreich) 6:7 (4:7), 6:3, 6:4, 6:4
Dameneinzel, 2. Runde: Swetlana Kusnezowa (Russland/Nr. 6) - Andrea Petkovic (Darmstadt) 4:6, 7:5, 6:4, Aravane Rezai (Frankreich/Nr. 15) - Angelique Kerber (Kiel) 6:2, 2:6, 6:3, Venus Williams (USA/Nr. 2) - Arantxa Parra Santonja (Spanien) 6:2, 6:4, Caroline Wozniacki (Dänemark/Nr. 3) - Tathiana Garbin (Italien) 6:3, 6:1, Flavia Penneta (Italien/Nr. 14) - Roberta Vinci (Italien) 6:1, 6:1, Nadja Petrowa (Russland/Nr. 19) - Agnes Szavay (Ungarn) 6:1, 6:2, Polona Hercog (Slowenien) - Lucie Safarova (Tschechien/Nr. 24) 6:1, 6:2, Dominika Cibulkova (Slowakei/Nr. 26) - Varvara Lepchenko (USA) 4:6, 6:2, 6:0, Maria Kirilenko (Russland/Nr. 30) - Yvonne Meusburger (Österreich) 6:3, 6:3, Alexandra Dulgheru (Rumänien/Nr. 31) - Timea Bacsinsky (Schweiz) 6:4, 6:2, Akgul Amanmuradowa (Usbekistan) - Johanna Larsson (Schweden) 7:6 (7:2), 6:2, Chanelle Scheepers (Südafrika) - Gisela Dulko (Argentinien) 3:6, 6:3, 6:4
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