French Open: Scharapowa scheitert an Safina
zuletzt aktualisiert: 02.06.2008 - 18:32Paris (RPO). Die Weltranglisten-Erste Maria Scharapowa ist bei den French Open frühzeitig ausgeschieden. In Paris scheiterte die Russin bereits im Achtelfinale. Scharapowa unterlag in einer spannenden und gutklassigen Partie gegen Dinara Safina überraschend mit 7:6 (8:6), 6:7 (5:7), 2:6 und konnte dabei im zweiten Satz beim Stand von 5:4 einen Matchball nicht nutzen.
Nach der 7:6 (8:6), 6:7 (5:5), 2:6-Niederlage kann sie am Ende der Woche auch noch die Führung in der Weltrangliste verlieren, die sie erst unmittelbar vor dem Turnier wegen des Rücktritts von Justine Henin (Belgien) übernommen hatte. Je nach Abschneiden können die Serbinnen Ana Ivanovic und Jelena Jankovic sowie die Russin Swetlana Kusnezowa zur neuen Nummer eins im Frauentennis werden.
"Es war einfach einer dieser Tage, an denen ich meine Chancen nicht genutzt habe und auch etwas Pech dazukam", meinte Scharapowa, "das war enttäuschend."
Roger Federer kann sein großes Ziel dagegen weiter verfolgen. Der Schweizer will ebenfalls um jeden Preis den Titel in Roland Garros erringen, der ihm allein in seiner Sammlung von schon zwölf Grand-Slam-Triumphen noch fehlt. Nach seinem alles in allem souveränen 6:4, 7:5, 7:5-Erfolg über den Franzosen Julien Benneteau ist er weiterhin auf einem guten Weg. "Ich bin mit meinem Niveau zufrieden", sagte Federer nach dem Match, dass nach dem zweiten Satz wegen Regens unterbrochen werden musste, "es waren keine einfachen Bedingungen heute."
Federer trifft Mittwoch auf den Chilenen Fernando Gonzalez, der vor der Regenpause mit 7:6 (7:4), 6:3, 6:1 über den US-Amerikaner Robby Ginepri seine Erfolgsserie auf Sandplatz fortsetzte. Der Chilene ist neben Rafael Nadal der einzige Spieler, der in dieser Saison auf Asche noch ungeschlagen ist, jetzt in 16 Spielen.
"Es wird ein schweres Match gegen Fernando, da muss ich sehr vorsichtig sein", meinte Federer. Im direkten Vergleich führt der Schweizer allerdings mit 10:1, verlor aber im letzten Match im November in Schanghai in der Vorrunde des Masters Cups: "Ich hoffe, ich kann mich dafür revanchieren."
Der Franzose Gael Monfils und David Ferrer aus Spanien komplettieren das Viertelfinale der Männer bei den French Open in Paris. Der 22 Jahre alte Monfils bezwang Ivan Ljubic (Kroatien) mit 7:6 (7:1), 4:6, 6:3, 6:2 und stieß damit zum zweiten Mal nach 2006 in seiner Heimatstadt unter die letzten Acht vor.
Sein Gegner ist am Mittwoch der Weltranglisten-Fünfte Ferrer. Der 26-Jährige rang am Abend den Tschechen Radek Stepanek in fünf Sätzen mit 4:6, 6:2, 1:6, 6:3, 6:3 nieder. Er ist 2005 bereits einmal in das Viertelfinale beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres vorgestoßen. Schon in der dritten Runde benötigte der Spanier fünf Sätze, um Lleyton Hewitt (Australien) zu bezwingen.
Safina sank nach dem Matchball auf der Grundlinie wie ungläubig zu Boden. Die Schwester des früheren Weltranglisten-Ersten Marat Safin gewann die Partie insgesamt verdient. Schon im ersten Satz hatte sie im Tiebreak einen Satzball. Im zweiten Durchgang allerdings konnte Scharapowa einen Matchball und im Tiebreak eine 5:2-Führung nicht nutzen. Ungewöhnlich für die 21-Jährige, die normalerweise in entscheidenden Matchsituationen ihre Nerven behält.
Safina steht damit nach Paris und New York 2006 zum dritten Mal in der Runde der letzten Acht bei einem Grand-Slam-Turnier. Dort trifft sie in Jelena Dementjewa erneut auf eine Landsfrau. Mit 6:4, 1:6, 6:2 setzte sie sich gegen ihre Landsfrau Wera Swonarewa durch.
Dementjewa, die 2004 schon einmal im Finale von Paris stand, bewies, dass sie mit 26 Jahren zwar die älteste Spielerin unter den letzten 16 ist, aber noch nicht zu alt, um noch dazuzulernen. Mitte April hatte sie im Halbfinale des Sandplatzturniers in Charleston noch in drei Sätzen gegen die 23 Jahre alte Swonarewa verloren und daraus ihre Konsequenzen gezogen.
"Man darf sich gegen sie nicht auf lange Ballwechsel einlassen, das habe ich gelernt", sagte die Weltranglisten-Achte, "und ich bin nach dem verlorenen zweiten Satz trotzdem positiv geblieben."
Eine Toilettenpause nach dem zweiten Durchgang tat ein Übriges. Wieder sammeln, neu beginnen - es funktionierte für Dementjewa. Bei nicht weniger als fünf Russinnen unter den letzten 16 hat sie einen ganz besonderen Eindruck von den French Open 2008: "Ich habe das Gefühl, ich spiele eine russische Meisterschaft. Ich habe in der erste Runde gegen eine Wera gespielt, jetzt gegen eine Wera und in der nächsten Runde wieder gegen eine Russin."
Ergebnisse:French Open in Paris (15,6 Millionen Euro), 9. Spieltag:
Männer, Achtelfinale: Roger Federer (Schweiz/Nr. 1) - Julien Benneteau (Frankreich) 6:4, 7:5, 7:5, Fernando Gonzalez (Chile/Nr. 24) - Robby Ginepri (USA) 7:6 (7:4), 6:3, 6:1, Gael Monfils (Frankreich) - Ivan Ljubicic (Kroatien/Nr. 28) 7:6 (7:1), David Ferrer (Spanien/Nr. 5) - Radek Stepanek (Tschechien/Nr. 21) 4:6, 6: 3, 6:2, 4:6, 6:2, 1:6, 6:3, 6:3
Damit im Viertelfinale: Roger Federer - Fernando Gonzalez, Rafael Nadal (Spanien/Nr. 2) - Nicolas Almagro (Spanien/Nr. 19), Novak Djokovic (Serbien/Nr. 3) - Ernests Gulbis (Lettland), Gael Monfils - David Ferrer
Frauen, Achtelfinale: Dinara Safina (Russland/Nr. 13) - Maria Scharapowa (Russland/Nr. 1) 6:7 (8:6), 7:6 (7:5), 6:2, Jelena Dementjewa (Russland/Nr. 7) - Wera Swonarewa (Russland/Nr. 11) 6:4, 1:6, 6:2. - Abbruch wegen Dunkelheit: Swetlana Kusnezowa (Russland/Nr. 4) - Wiktoria Asarenka (Weißrussland/Nr. 16) 6:2, 2: 2, Petra Kvitova (Tschechien) - Kaia Kanepi (Estland) 3:6, 6:3
Damit im Viertelfinale: Ana Ivanovic (Serbien/Nr. 2) - Patty Schnyder (Schweiz/Nr. 10), Jelena Jankovic (Serbien/Nr. 3) - Carla Suarez Navarro (Spanien), Dinara Safina - Jelena Dementjewa, Swetlana Kusnezowa/Wiktoria Asarenka - Petra Kvitova/Kaia Kanepi
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