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US Open: Scharapowa gewinnt Finale gegen Henin-Hardenne

zuletzt aktualisiert: 11.09.2006 - 16:56

New York (RPO). Maria Scharapowa hat die 126. US Open in New York gewonnen. Die Russin setzte sich im Finale des letzten Grand-Slam-Turniers des Jahres 6:4, 6:4 gegen Justine Henin-Hardenne durch. Die Belgierin verpasste damit den Sprung auf Rang eins der Weltrangliste, auf dem nun weiterhin die Französin Amelie Mauresmo steht. Für Scharapowa war es nach dem Sieg in Wimbledon 2004 der zweite große Triumph.

Maria Scharapowa bejubelt ihren Triumph in New York.  Foto: AP, AP
Maria Scharapowa bejubelt ihren Triumph in New York. Foto: AP, AP

Henin-Hardenne blieb dagegen in ihrem vierten Grand-Slam-Finale in diesem Jahr der zweite Titel versagt. Lediglich bei den French Open in Paris siegte sie im Endspiel, bei den Australian Open in Melbourne sowie in Wimbledon musste sie sich Mauresmo geschlagen geben.

"Es ist eine unglaubliche Ehre für mich. Ich bin so glücklich, dass ich in meiner Lieblingsstadt gewonnen habe", sagte Scharapowa. Völlig losgelöst war die Russin Triumph über Henin-Hardenne auf die Tribüne gestürmt, hatte Vater Juri umarmt, Zuschauer abgeklatscht und dann erstmal telefoniert. "Ich habe zuerst meine Mutter angerufen, dann meine beste Freundin", berichtete Scharapowa.

Es war ihr zweiter Grand-Slam-Sieg nach dem Triumph in Wimbledon 2004, und dass der ausgerechnet beim lautesten, schrillsten und teuersten Turnier der Welt kam, dürfte der 19-Jährigen noch eine Menge einbringen; neben den insgesamt 1,7 Millionen Dollar Preisgeld. Laut US-Magazin Forbes ist Scharapowa mit 19 Millionen Dollar Jahresverdienst ohnehin schon die bestbezahlte Sportlerin der Welt.

Werbe-Ikone Scharapowa

In New York war sie allgegenwärtig: Für eine Uhrenmarke schaute sie von riesigen Plakaten, für eine Kamerafirma knipste sie Fotos, und für ihren Ausrüster drehte sie einen aufwändigen Werbespot, der unter dem Motto "I feel pretty" selbstironisch mit ihrem Image als die Schöne spielt. Mit ihrer Schlägerfirma hat sie erst kürzlich einen 20 Millionen Dollar schweren Vertrag auf Lebenszeit abgeschlossen.

In jeder "Night Session" wie auch im Finale spielte sie im mit glitzernden Steinchen besetzten "kleinen Schwarzen", das von Oscar-Preisträgerin Audrey Hepburn inspiriert war und viel Haut sehen ließ, und dass es im Laden nicht zu kaufen gibt, weil allein die Herstellung 3500 Dollar kostet. Sie habe in letzter Zeit viel über die Hepburn gelesen, berichtete Scharapowa, es sei ihre aktuelle Leidenschaft.

"Aber letztlich geht es doch nicht darum, was ich trage. In meiner Karriere geht es darum, Tennisspiele zu gewinnen - und jetzt sitze ich hier als zweimalige Grand-Slam-Siegerin", sagte Scharapowa. Die Amerikaner lieben das Million-Dollar-Baby aus dem Osten. Auch Scharapowa hat das Land der unbegrenzten Möglichkeiten längst zu ihrer Heimat gemacht, seit sie mit ihrem Vater dorthin kam, um ein Tennisstar zu werden.

"Aber einen Grand-Slam-Titel kann man nicht kaufen. Es gibt Leute, die haben Milliarden von Dollar. Aber alles, was sie sich kaufen können, sind ein paar gute Tennisschläger", sagt Scharapowa, der bei ihrer einzigen kleinen Panne am Samstagabend der Deckel des Siegerpokals auf den Kopf fiel.

"Sie hat viel besser gespielt"

Auch die kleine Justine Henin-Hardenne musste anerkennen, dass Scharapowa im Finale zu gut war: "Sie hat viel besser gespielt als ich, und vor allem gegen ihren Aufschlag hatte ich nicht viele Möglichkeiten."

Für die zurückhaltende Belgierin, die wenig bis gar nichts Glamouröses an sich hat, neigt sich eines der besten Jahre ihrer Karriere dem Ende zu. Als erst siebte Spielerin der Open Era schaffte sie es innerhalb eines Jahres in alle Grand-Slam-Finals.


 
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