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Final-Sieg bei den Australian Open: Serena Williams vernascht Scharapowa

zuletzt aktualisiert: 27.01.2007 - 11:01

Melbourne (RPO). Bei den Australian Open in Melbourne hat Serena Williams den Titel gefeiert. Die 25 Jahre alte US-Amerikanerin bezwang in einem einseitigen Finale US-Open-Siegerin Maria Scharapowa (Russland) in nur 65 Minuten mit 6:1, 6:2.

Williams triumphierte damit zum dritten Mal nach 2005 und 2003 in Melbourne und gewann insgesamt ihren achten Grand-Slam-Titel. Sie kassiert dafür ein Preisgeld von umgerechnet rund 767.000 Euro. Scharapowa kann sich mit etwa 383.600 Euro trösten.

"Ich danke meinem Gott, dass er mir dies ermöglicht hat", sagte Williams, "ich bin überglücklich." Die 25-Jährige ist die erste ungesetzte Spielerin seit Chris O Neill vor 29 Jahren, die wieder den Titel in Australien gewinnen konnte.

Bryan-Zwillinge holen Doppel-Titel

Anschließend verteidigten die US-amerikanischen Zwillinge Bob und Mike Bryan erfolgreich ihren Doppeltitel. Die 28-Jährigen bezwangen im Endspiel die schwedisch-weißrussische Kombination Jonas Björkman/Max Mirnyi 7:5, 7:5 und feierten damit insgesamt ihren fünften Grand-Slam-Titel. Es war bereits der 34. gemeinsame Titel in der Karriere der Brüder, die das Vorjahr zum zweiten Mal in Folge an der Spitze der Doppel-Weltrangliste abschlossen.

Serena Williams mit dem Siegerpokal der Australian Open. Foto: AFP, AFP

Das Damen-Finale wurde zu einer Demonstration alter Stärke der ehemaligen Weltranglisten-Ersten Serena Williams, die 2003 mit ihrem Sieg in Melbourne den "Serena-Slam" abgeschlossen hatte, als sie alle vier Major-Turniere hintereinander gewann. Unschlagbar war sie damals, unschlagbar war sie nun erneut. Das Match erinnerte teilweise an die perfekten Vorstellungen von Fernando Gonzalez und Roger Federer in ihren Halbfinalmatches. "Sie haben mich inspiriert, ich habe gedacht, was die können, kann ich auch", sagte Williams, "es ist dann alles zusammen gekommen."

Scharapowa: "Sie war zu gut"

Und Scharapowa fühlte sich wie Tommy Haas und Andy Roddick, hilflos: "Sie war zu gut", sagte die neue Weltranglisten-Erste nach dem einseitigsten Damenendspiel, seitdem Steffi Graf 1994 Arantxa Sanchez-Vicario mit 6:0, 6:2 deklassiert hatte. "Sie war aggressiv, wollte die schnellen Punkte und bekam sie", meinte die 19-Jährige Russin, "sie hat gezeigt, wozu sie in der Lage ist."

Williams ließ unter dem wegen Regengefahr geschlossenen Dach von Anfang an keinen Zweifel daran, dass der Platz ihr gehörte. Sie demonstrierte eindrucksvoll, dass sie mit ihrem Powertennis und ihren athletischen Fähigkeiten immer noch die Beste ist - wenn der Körper mitspielt. Scharapowa ist zwar ab Montag wieder die Nummer eins im Computer, die "gefühlte Eins" aber ist Williams. Die Konkurrenz kann sich möglicherweise auf eine ähnliche Dominanz gefasst machen, wie vor vier Jahren. Denn Serena hat noch nicht genug: "Ich bin unersättlich."

Sie widmete den Titelgewinn mit Tränen in den Augen ihrer 2003 ermordeten Schwester Yetunde, dankte Mutter und Coach Oracene, Freunden, und "allen, die an mich geglaubt haben". Vor allem aber haben in den letzten Monaten augenscheinlich ihre Ärzte einen brillanten Job gemacht. Wegen andauernder Knie- und Knöchelprobleme hat sie nur 15 Turniere in den letzten zwei Jahren bestritten, 2006 nur vier. Von Rücktritt wurde gemunkelt, der neuen Karriere als Schauspielerin und Modedesignerin. Zuletzt hat sie die Filmrechte am Leben von Althea Gibson gekauft, der ersten afro-amerikanischen Wimbledonsiegerin 1957.

Seit den US-Open im September bis zum Turnier in Hobart Anfang des Jahres war sie nicht mehr auf Turnieren aktiv. Als 81. in der Weltrangliste kam sie nach Australien. 14. ist sie nun wieder am Montag im Computer-Ranking der WTA. "Ich habe Ziele gesteckt, die ich vor Wimbledon im Juni erreichen wollte, ich habe sie jetzt schon alle erreicht", erklärte Serena Williams: "Es ist unglaublich, das ist der schnellste Job, den ich je gemacht habe."


95. Australian Open in Melbourne (14,9 Millionen US-Dollar), 13. Spieltag:

Dameneinzel, Finale:

Serena Williams (USA) - Maria Scharapowa (Russland/Nr. 1) 6:1, 6:2

Herrendoppel, Finale:

Bob Bryan/Mike Bryan (USA/Nr. 1) - Jonas Björkman/Max Mirnij (Schweden/Weißrussland/Nr. 2) 7:5, 7:5

Quelle: sid

 
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