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Australian Open: "Übermensch" Federer siegt in Melbourne

zuletzt aktualisiert: 28.01.2007 - 12:09

Melbourne (RPO). Roger Federer ist seiner Favoritenrolle bei den Australian Open gerecht geworden und hat das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres gewonnen. Im Finale besiegte der Weltranglistenerste den Chilenen Fernando Gonzalez klar mit 7:6 (7:2), 6:4, 6:4 und damit bereits den zehnten Grand-Slam-Titel seiner Laufbahn, den dritten "down under" nach 2004 und 2006.

Der 25-Jährige schaffte es zudem als erster Spieler seit Björn Borg 1980 in Paris, ein Grand-Slam-Turnier ohne Satzverlust zu gewinnen. Federer gewann außerdem als erster Spieler die Grand Slams in Wimbledon, New York und Melbourne in zweimal in Folge. Sein größtes Ziel bleibt jedoch der Triumph bei den French Open, der ihm in seiner Sammlung noch fehlt. Tennisgeschichte schrieb auch die Französin Sandra de Jenken, die als erste Frau ein Herrenfinale bei einem Major als Stuhlschiedsrichterin leitete.

Selbst Serena Williams sah sich das Match von der Tribüne aus an. Die 25-Jährige hatte bereits am Samstag ihr famoses Comeback nach zwei Jahren mit zahlreichen verletzungsbedingten Zwangspausen mit ihrem achten Grand-Slam-Titel gekrönt. Mit dem überraschend glatten 6:1, 6:2 über die topgesetzte US-Open-Siegerin Maria Scharapowa in nur 65 Minuten feierte die 25-Jährige ihren dritten Triumph bei den Australian Open in Melbourne nach 2003 und 2005. Von Rang 81 in der Weltrangliste klettert sie wieder auf Platz 14.

Nach dem Matchball nach einer Spielzeit von 2:20 Stunden brach Federer auf der Grundlinie zusammen und fasste sich wie ein Käfer auf dem Rücken liegend an den Kopf. Einen Weinkrampf wie im Vorjahr bei der Siegerehrung durch das australische Idol Rod Laver erlitt er diesmal jedoch nicht. "Es ist wundervoll, dass es wieder geklappt hat", sagte der alte und neue Champion: "Ich bedanke mich bei meinem ganzen Team für die viele Arbeit, es hat sich wieder ausgezahlt."

Gonzalez hatte auf dem Weg in sein erstes Grand-Slam-Finale nacheinander in Lleyton Hewitt, James Blake, Rafael Nadal und Haas vier Top-20-Spieler bezwungen und dabei fast fehlerfreies Tennis gezeigt. Mit großem Selbstbewusstsein und Vertrauen in seine gewaltige Vorhand ging er in das Match und hielt die Partie auch lange Zeit offen. Seine größte Chance berraschung hatte er im ersten Satz, als er nach einem Break zum 5:4 bei eigenem Aufschlag zwei Satzbälle hatte. Den zweiten vergab er mit einem unerzwungenen Vorhandfehler, als er den Ball ins Netz schlug.

Federer glückte das Rebreak und nach dem glatt gewonnen Tiebreak war die Partie fast schon entschieden. Die Partie bot zwar weiterhin zahlreiche spektakuläre Ballwechsel, doch Federer unterliefen in entscheidenden Momenten weniger Fehler, vor allem im Kopf schien der Baseler die Partie da bereits gewonnen zu haben. In den beiden folgenden Sätzen genügte ihm jeweils ein Break zum 4:3, um auch das zehnte Match gegen Gonzalez für sich zu entscheiden.

Der Doppel-Olympiasieger von 2004 klettert nach dem erfolgreichsten Turnier seiner Laufbahn in der neuen Weltrangliste vom neunten auf den fünften Platz und kassiert ein Preisgeld von umgerechnet rund 640.500 Euro. "Ich danke den Sponsoren dafür, dass ich einen sehr netten Scheck bekomme", sagte Gonzalez. Federers Siegprämie beträgt etwa 767.000 Euro.

Zuvor gewannen Daniel Nestor/Jelena Lichowzewa (Kanada/Russland) den Mixed-Titel. Sie bezwangen die Weißrussen Max Mirnji/Wiktoria Asarenko mit 6:4, 6:4. Bereits am Samstag verteidigten die US-Zwillige Bob und Mike Bryan erfolgreich ihren Doppeltitel. Die 28-Jährigen bezwangen im Endspiel die schwedisch-weißrussische Kombination Jonas Björkman/Max Mirnji 7:5, 7:5 und feierten damit insgesamt ihren fünften Titel bei einem Grand-Slam-Turnier. Das Damendoppel entschieden am Freitag Liezel Huber und Cara Black (Südafrika/Simbawe) für sich.

Quelle: sid

 
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