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Wimbledon: Becker und Grönefeld raus - Kiefer weiter

zuletzt aktualisiert: 26.06.2007 - 20:55

London (RPO). Am zweiten Turniertag in Wimbledon sind in Anna-Lena Grönefeld und Benjamin Becker zwei deutsche Hoffnungen bereits nach dem ersten Spiel ausgeschieden. Das englische Publikum feierte indes Lokalmatador Tim Henman, der nach einem Krimi in die zweite Runde einzog.

Besonders eklatant ist der "Fall Grönefeld". Die einst größte Hoffnungsträgerin des deutschen Frauentennis hat sich in nur zwölf Monaten zur fast schon tragischen Figur entwickelt, die inzwischen die Hilfe eines Psychologen in Anspruch nimmt, um den Weg aus ihrer mentalen Krise zu finden.

Genutzt hat es bei den 121. All England Championships in Wimbledon allerdings noch nichts: Die 22-Jährige unterlag in ihrem Auftaktmatch der kroatischen Qualifikantin Nika Ozegovic mit 3:6, 2:6 und musste damit bereits die elfte Erstrundenniederlage in diesem Jahr hinnehmen.

Einzig Nicolas Kiefer konnte am Dienstag einen Sieg feiern. "Kiwi" bezwang den Italiener Filippo Volandri mühelos in drei Sätzen. Der Holzmindener siegte 6:3, 7:6 und 6:1 und steht damit in der nächsten Runde.

Kiefers nächster Gegner ist entweder der Kroate Ivo Karlovic oder Fabrice Santoro aus Frankreich. Kiefer feierte erst am 11. Juni in Halle/Westfalen sein Comeback auf der Tour, nachdem er am 2. Juni 2006 bei den French Open seine komplizierte Handgelenksverletzung erlitten hatte und sich anschließend zwei Operationen unterziehen musste.

Becker verpasst Chance - Zverev chancenlos

Eine große Chance verpasste Benjamin Becker, der in einem am Ende dramatischen Match dem Argentinier Juan Ignacio Chela mit 6:3, 6:4, 4:6, 4:6, 8:10 unterlag. Dabei hatte der Deutsche mit 2:0 Sätzen geführt und schlug bei 6:5 bereits zum Matchgewinn auf, nachdem er selbst bei 3:5 noch einen Matchball abwehren konnte. Die Partie war am Montag bei 3:3 im vierten Satz wegen eines zu rutschigen Bodens abgebrochen worden. Qualifikant Mischa Zverev (Hamburg) unterlag dagegen erwartungsgemäß glatt dem früheren Finalisten David Nalbandian (Argentinien) mit 3:6, 4:6, 2:6.

Wie bitter nötig die deutschen Frauen eine Grönefeld in alter Bestform hätten, zeigte der zweite Turniertag an der Church Road, an dem alle gestarteten Spielerinnen ausschieden. Julia Schruff scheiterte mit 3:6, 2:6 an Milagros Sequera aus Venezuela. Sandra Klösel (München) unterlag der Britin Katie O'Brien mit 3:6, 5:7. Qualifikantin Greta Arn (Düsseldorf) unterlag der Weißrussin Olga Goworzowa (Weißrussland) 7:6 (7:5), 6:7 (4:7), 1:6. Angelique Kerber (Kiel) verlor erwartungsgemäß 5:7, 3:6 gegen die Russin Anna Tschakwetadse.

Ex-Coach macht Grönefeld zu schaffen

Der Fall Grönefeld wird derweil immer verfahrener. Drei Jahre mit ihrem ehemaligen Coach Rafael Font de Mora haben mehr Spuren hinterlassen als sie es selbst wahrscheinlich bei ihrer Trennung von dem Spanier bei den US Open 2006 geahnt hat. "Er hat mich sehr eingenommen, hatte 24 Stunden die Augen auf mir und hat mich eingeengt", sagte Grönefeld: "Ich bin schon froh, dass ich da raus bin."

Aber Font de Mora ist offenbar noch nicht ganz raus. Er spuke durch ihren Kopf im Training mit Coach Dirk Dier, die Gedanken an ihn verhindern angeblich ein vernünftiges Fitnesstraining. Font de Mora erklärt derweil den Gegnerinnen, wie sie gegen seinen ehemaligen Schützling spielen sollen - hat Grönefeld jedenfalls gehört.

Er war zwar diesmal nicht auf der Zuschauertribüne wie noch in Paris, aber er ist für Grönefeld nach wie vor allgegenwärtig. Irgendwie ist sie immer noch auf ihn fixiert. "Wahrscheinlich hat er gerade die beste Zeit seines Lebens", mutmaßt die 22-Jährige: "Er kann jetzt jedem beweisen, dass es ohne ihn nicht geht." Das ist im Augenblick gelungen, mit welchen Mitteln auch immer. Grönefeld konnte auch gegen die 22 Jahre alte Qualifikantin aus Kroatien ihren Abwärtstrend nicht stoppen. Ozegovic wird in der Weltrangliste an Position 177 geführt und ist damit die am schlechtesten platzierte Spielerin, gegen die die Nordhornerin in diesem Jahr verloren hat.

Insgesamt weist Grönefeld für 2007 eine Matchbilanz von 4:13 Siegen auf. In der Weltrangliste ist sie seit Wochenbeginn auf Platz 135 abgerutscht, ihre schlechteste Platzierung seit September 2003. Vor einem Jahr wurde Grönefeld noch an 16 geführt. Keine vernünftige Planung ist mehr möglich, aus den Hauptfeldern der Grand-Slams ist sie auch rausgefallen. Mit dem Fedcup-Team wird sie Mitte Juli nach Japan reisen, will danach in Bad Gastein und Stockholm spielen.

In London hatten die einheimischen Fans am zweiten Turniertag ihr persönliches Highlight. Lokalmatador Tim Henman bezwang Carlos Moya aus Spanien in einer Fortsetzung vom Montag nach fünf Sätzen und ließ sich vom Centre Court ausgiebig feiern.

Quelle: sid

 
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