Wimbledon-Halbfinale: Darum kann Haas Federer stürzen
VON DIETER KODITEK - zuletzt aktualisiert: 03.07.2009 - 15:14London (RP). In der Spielerloge des Centre Courts von Wimbledon, gleich neben den weich gepolsterten Sesseln der königlichen Hoheiten und ihrer illustren Gäste, werden heute zwei junge Frauen ziemlich nah beieinander sitzen, die völlig gegensätzliche Erwartungen hegen.
Sie werden, bei aller Rivalität, höfliche Umgangsformen wahren. Ihre Lebenspartner, die heutigen Kontrahenten, betonen nämlich einhellig, dass sie einander sehr schätzen und sogar freundschaftlich zugetan seien. Außerdem respektieren sie sich als Sportler außerordentlich. Das alles wird an diesem Nachmittag natürlich für ein paar Stunden ausgeblendet.
Sara Foster, die als Beruf Schauspielerin angibt, ist die Verlobte von Tommy Haas, Mirka Federer die Ehefrau des weltbesten Tennisspielers der vergangenen Jahre – und demnächst die Mutter des gemeinsamen Kindes. Für die beiden Männer steht heute viel auf dem Spiel, weniger materiell als vielmehr ideell.
Tommy Haas könnte seine Karriere mit dem erstmaligen Einzug in ein Grand-Slam-Finale krönen, Roger Federer könnte, wenn er dieses Duell und dann auch noch das Finale gewinnt, der erfolgreichste Tennisspieler aller Zeiten sein. 14 Major-Titel hat er gewonnen, ebenso viele wie sein amerikanischer Vorgänger Pete Sampras, den er im Fall seines sechsten Wimbledon-Triumphs übertreffen würde.
Nach diesem Match werden sich ihre Wege wieder trennen. Federer wird mit seiner hochschwangeren Frau heimkehren ins gemeinsame Heim nach Bäch am idyllischen Zürichsee, dem Steuerparadies des Kantons Schwyz. Dann macht er erst einmal Pause vom Tennis, bis der Nachwuchs das Licht der wunderschönen, komfortablen Welt erblickt hat, in die er geboren wird.
Den errechneten Termin der Geburt will Federer trotz Anfragen partout nicht preisgeben, aber Mirka hat ihn längst ausgeplaudert. Ein Vertrauter der beiden ließ unlängst wissen, dass das Ereignis in den ersten August-Tagen bevorsteht. Mirka war einst selbst eine recht gute Tennisspielerin, sie vertrat die Schweiz sogar bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney. Dort haben sie sich kennengelernt.
Haas zurück nach Florida
Tommy Haas wird mit der Dame seines Herzens zurückkehren nach Florida, wo er soeben von Sarasota nach Bradenton umgezogen ist. Bradenton ist der Ort, wo er seit frühester Kindheit zum Tennisprofi ausgebildet wurde.
Sein Vater Peter, ein Tennislehrer, brachte einst eine Investorengemeinschaft zusammen, die das Projekt ToSa finanzierte. Die Abkürzung steht für die Geschwister Tommy und Sabine. Beide wurden als Kinder verpflanzt in die Tennis-Akademie des weltbekannten Trainier-Gurus Nick Bollettieri, dem der Ruf als unerbittlicher Schleifer vorauseilt.
Indes, der Erfolg heiligt die Mittel. Bollettieri hat Dutzende von Weltklassespielern mit vielen großen Titeln geformt. Um nur vier ganz Große zu nennen: Monica Seles, Maria Scharapowa, Jim Courier und Andre Agassi. Sabine Haas war dem Drill nicht gewachsen, sie gab bald auf.
Aber Tommy blieb bei der Stange. Die vereinbarten Erträge des Investments, Anteile an Tommys Erfolgsprämien, mussten die Geldgeber gerichtlich einklagen, weil Peter Haas auf stur schaltete. Sein in Hamburg geborener Sohn, der zwischenzeitlich zum Wahl-Münchner wurde und an der Isar vorübergehend mit Sandy Mayer-Wölden und Giulia Siegel liiert war, nahm mehr und mehr amerikanische Lebensgewohnheiten an.
Heute könnte man sagen, er ist Amerikaner mit deutschem Pass – gewissermaßen ein Wanderer zwischen den Welten. Aber wenn die Liaison mit Sara Foster Bestand hat, dürfte Tommys Lebensmittelpunkt auch nach dem Karriereende, das nicht mehr fern sein wird, wohl in den USA sein.
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