Tennis in Wimbledon: Deutscher Zverev durch Aufgabe weiter
zuletzt aktualisiert: 25.06.2008 - 17:42London (RPO). Ohne einen Matchball hat Mischa Zverev den größten Erfolg seiner Tenniskarriere gefeiert. In Wimbledon profitierte der Hamburger in der zweiten Runde von der Aufgabe seines spanischen Gegners Juan Carlos Ferrero und führte zu diesem Zeitpunkt bereits mit 6:4, 6:4, 2:1. Auf dem Nebenplatz lief Marat Safin noch einmal zu großer Form auf.
Auch mit einem Erfolg gegen den früheren Weltranglistersten hatte er nicht unbedingt gerechnet. "Als die Auslosung draußen war, und ich gesehen habe, dass ich gegen Ferrero spielen muss, habe ich gar nicht erst weiter geschaut", sagte Zverev. Mit Fußball und Pizza wollte er den Sieg feiern, ehe dann am Donnerstag sein Drittrundenmatch gegen den Schweizer Stansilas Wawrinka ansteht.
Weitere Deutsche spielen Mittwoch
Später am Dienstag hatten noch Philipp Petzschner (Bayreuth) gegen den Kroaten Mario Ancic und Simon Stadler (Heidelberg) gegen Thomaz Bellucci aus Brasilien die Chance aufs Weiterkommen. Nicolas Kiefer, Tommy Haas, Benjamin Becker und Rainer Schüttler sind erst am Mittwoch im Zweitrundeneinsatz.
Während Zverev seinen Sieg auf Platz drei vor gerade mal ein paar Hundert Zuschauern feierte, lief ein paar Meter weiter Marat Safin auf der ganz großen Bühne noch einmal zu großer Form auf. Der launische Russe, wie Zverev in Moskau geboren, warf Mitfavorit und Australian-Open-Champion Novak Djokovic (Serbien) überraschend deutlich mit 6:4, 7:6 (7:3), 6:2 aus dem Turnier und findet sich plötzlich selbst auf der Liste der möglichen Herausforderer des fünfmaligen Champions Roger Federer wieder.
Jetzt gegen Wawrinka
Ganz so weit ist der 20 Jahre alte Zverev, der auf der Tour viel mit Safin und den anderen Russen zusammensitzt, noch nicht. Gegen den an Nummer 13 gesetzten Wawrinka hat er bislang noch nicht gespielt. Gegen Ferrero stand dagegen bereits ein Sieg aus dem Jahr 2006 zu Buche. So begann er selbstbewusst und nahm dem früheren Weltranglistenersten gleich zu Beginn der ersten beiden Sätze den Aufschlag ab. Ferrero schaffte dagegen nicht ein einziges Break. "Dass er etwas hat, habe ich aber erst gesehen, als er sich im zweiten Satz am Oberschenkel das erste Mal behandeln ließ", berichtete Zverev.
Einen ganz schlechten Tag erwischte der Weltranglistendritte Djokovic, gemeinsam mit French-Open-Champion Rafael Nadal in London als großer Federer-Jäger gehandelt. "Vielleicht war ich mental ein bisschen müde. Aber das ist keine Erklärung, Marat hat einfach gut gespielt", sagte der Serbe. Safin musste nach dem Überraschungscoup erstmal auf die Auslosung schauen, auch er hatte wie Zverev gar nicht weiter geguckt. Nun sieht er dem Italiener Andreas Seppi gegenüber. "Heute hatte Novak den Druck, ich musste vor allem versuchen, konzentriert zu bleiben", so Safin.
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