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Julia Görges Frust Wimbledon 2011 afp
  Foto: AFP, AFP
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Wimbledon: Eine kommt durch: Lisicki im Achtelfinale

zuletzt aktualisiert: 25.06.2011 - 19:53

London (RPO). Wenigstens eine schlug sich durch in die zweite Woche: Sabine Lisicki hat bei den 125. All England Championships in Wimbledon ihren bemerkenswerten Höhenflug fortgesetzt und das Achtelfinale erreicht. Nach der Sternstunde gegen die Weltranglistenvierte Li Na aus China siegte die 21 Jahre alte Berlinerin weniger spektakulär, aber dennoch souverän mit 6:4, 6:2 gegen Misaki Doi (Japan).

Sabin Lisicki fand es ein wenig windig.  Foto: AP, AP
Sabin Lisicki fand es ein wenig windig. Foto: AP, AP

Nach dem Scheitern von Andrea Petkovic (Darmstadt) und Julia Görges (Bad Oldesloe) ist sie zudem die letzte deutsche Hoffnung in Wimbledon, zumindest im Einzel.

Lisicki selbst war mit ihrer Leistung aber nicht ganz zufrieden. "Es war windig", berichtete sie, "und ich habe ein paar Fehler zu viel gemacht, darüber habe ich mich geärgert". Lisicki, die bereits 2009 sogar das Viertelfinale in Wimbledon erreicht hatte, trifft nun auf Petra Cetkovska; die Tschechin ist nur die Nummer 81 der Weltrangliste, aber Lisicki, die bislang nichts über die 26-Jährige weiß, betonte: "Ab jetzt gibt es keine leichten Gegner mehr." Zumal Cetkovska die Serbin Ana Ivanovic ausschaltete.

Nach dem Zweitrundensieg gegen French-Open-Siegerin Li war die Umstellung für Sabine Lisicki zunächst enorm. Keine Gegnerin der Weltklasse, sondern eine Qualifikatin, die nur die Nummer 133 der Rangliste ist; und kein Centre Court, sondern der davor liegende Court 14, mit nur vier Reihen für die Zuschauer auf jeder Längsseite. Doch die kleine Bühne schien Lisicki nicht zu stören. Sie dominierte das Match und nutzte nach 68 Minuten ihren ersten Matchball. "Es war anders, aber es war immer noch ein Match in Wimbledon", sagte Lisicki.

Julia Görges dagegen ließ eine große Möglichkeit ungenutzt, erstmals das Achtelfinale eines Grand Slams zu erreichen. "In der dritten Runde gegen eine Cibulkova zu verlieren, kann passieren, sie ist ja weiß Gott keine, die noch nie etwas erreicht hat. Aber ich hatte meine Chancen, und die habe ich liegen lassen", sagte Görges. Nach 1:41 Stunden verschlug die 16. der Weltrangliste den zweiten Matchball und beendete eine eigenartige Begegnung: Görges servierte 12 Asse und machte 35 direkte Punkte, Cibulkova kein Ass und nur 11 "winner".

Zum ersten Mal große Bühne

Zum ersten Mal hatte Görges in Wimbledon auf einer größeren Bühne spielen dürfen. Der neue Court 3, errichtet an der Stelle des einstigen "Friedhofs der Stars", war gut besucht, und die Deutsche fühlte sich zunächst sichtlich wohl. Doch sobald sie vorne lag, ließ sie prompt wieder nach "Immer wenn es gut lief, habe ich aufgehört zu spielen", sagte Görges selbstkritisch. Vor allem nach dem zweiten Satz, den sie in nur 23 Minuten überzeugend gewann, geriet sie deshalb zunehmend in Schwierigkeiten und verlor zum Matchverlust ihren Aufschlag.

"Ich hatte die Chance zu gewinnen", bestätigte Görges, doch im dritten Durchgang fehlten ihr das Tempo und die Entschlossenheit aus dem zweiten. "Es war von mir kein schlechtes Match, ich bin damit nicht unzufrieden", behauptete sie, gestand aber auch ein, enttäuscht zu sein: "Wenn ich das nicht wäre, wäre ich hier fehl am Platz. Ich kann nur sagen: Okay, beim nächsten Mal versuche ich es wieder, und irgendwann stehe ich dann in der zweiten Woche."

Bei einem Sieg hätte es Görges mit Caroline Wozniacki zu tun bekommen. Die Weltranglistenerste aus Dänemark, noch ohne Sieg bei einem Grand Slam und in Wimbledon nie über das Viertelfinale hinausgekommen, war beim 6:3, 6:2 gegen Jarmila Gajdosova aus Australien ungefährdet; Wozniacki könnte im Viertelfinale auf Maria Scharapowa aus Russland treffen. Im Achtelfinale stehen außerdem Titelverteidigerin Serena Williams (USA) und überraschend Tamira Pszek aus Österreich, die gegen French-Open-Finalistin Francesca Schiavone (Italien) in einem spannenden Match den dritten Satz mit 11:9 gewann.

Weiter auf Finalkurs ist auch der Weltranglistenerste bei den Herren. Titelverteidiger Rafael Nadal musste sich beim 7:6 (8:6), 7:6, 6:0 gegen den Luxemburger Gilles Müller allerdings zunächst sehr mühen, um das Achtelfinale zu erreichen. Dort trifft Nadal auf den Argentinier Juan Martin del Potro. Im Achtelfinale stehen auch Vorjahresfinalist Tomas Berdych (Tschechien) und der sechsmalige Turniersieger Roder Federer (Schweiz).


6. Spieltag:

Herreneinzel, 3. Runde: Rafael Nadal (Spanien/Nr. 1/TV) - Gilles Muller (Luxemburg) 7:6 (8:6), 7:6 (7:5), 6:0, Novak Djokovic (Serbien/Nr. 2) - Marcos Baghdatis (Zypern/Nr. 32) 6:4, 4:6, 6:3, 6: 4, Roger Federer (Schweiz/Nr. 3) - David Nalbandian (Argentinien/Nr. 28) 6:4, 6:2, 6:4, Bernard Tomic (Australien) - Robin Söderling (Schweden/Nr. 5) 6:1, 6:4, 7:5, Tomas Berdych (Tschechien/Nr. 6) - Alex Bogomolov (USA) 6:2, 6:4, 6:3, David Ferrer (Spanien/Nr. 7) - Karol Beck (Slowakei) 6:4, 6:3, 6:3, Lukasz Kubot (Polen) - Gael Monfils (Frankreich/Nr. 9) 6:3, 3:6, 6:3, 6:3, Mardy Fish (USA/Nr. 10) - Robin Haase (Niederlande) 6:3, 6: 7 (5:7), 6:2, 1:1-Aufgabe Haase, Xavier Malisse (Belgien) - Jürgen Melzer (Österreich/Nr. 11) 7:6 (7:5), 6:3, 6:0, Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich/Nr. 12) - Fernando Gonzalez (Chile) 6:3, 6:4, 6:3, Juan Martin Del Potro (Argentinien/Nr. 24) - Gilles Simon (Frankreich/Nr. 15) 7:6 (10:8), 7:6 (7:5), 7:5, Michail Juschni (Russland/Nr. 18) - Nicolas Almagro (Chile/Nr. 16) 4:6, 6:3, 7:6 (7: 3), 6:3, Michael Llodra (Frankreich/Nr. 19) - Lu Yen-Hsun (Taiwan) 6:3, 6:3, 6:1

Dameneinzel, 3. Runde: Sabine Lisicki (Berlin) - Misaki Doi (Japan) 6:4, 6:2, Dominika Cibulkova (Slowakei/Nr. 24) - Julia Görges (Bad Oldesloe/Nr. 16) 6:4, 1:6, 6:3, Caroline Wozniacki (Dänemark/Nr. 1) - Jarmila Gajdosova (Australien/Nr. 27) 6:3, 6:2, Maria Scharapowa (Russland/Nr. 5) - Klara Zakopalova (Tschechien) 6: 2, 6:3, Tamira Paszek (Österreich) - Francesca Schiavone (Italien/Nr. 6) 3:6, 6:4, 11:9, Serena Williams (USA/Nr. 7) - Maria Kirilenko (Russland/Nr. 26) 6:3, 6:2, Marion Bartoli (Frankreich/Nr. 9) - Flavia Pennetta (Italien/Nr. 21) 5:7, 6:4, 9:7, Petra Cetkovska (Tschechien) - Ansa Ivanovic (Serbien/Nr. 18) 6:2, 7:6 (7:0), Peng Shuai (China/Nr. 20) - Melinda Czink (Ungarn) 6:2, 7:6 (7:5)

Quelle: SID/rüb

 
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