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Roger Federer Jubel panorama 2009 afp
  Foto: POOL, AFP
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Pressestimmen zum Wimbledon-Finale: "Federer - eine lebende Legende"

zuletzt aktualisiert: 06.07.2009 - 14:40

Düsseldorf (RPO). Die Zeitungen in London überschlugen sich vor Superlativen am Tag danach. "Der Größte!", "Geschichte wurde geschrieben!", "titanisches Endspiel!", "eine Legende!". Roger Federer wurde nach seinem sechsten Wimbledonsieg und dem 15. Grand-Slam-Titel in den Sport-Olymp gehievt, Tennis allein reicht schon gar nicht mehr. Muhammad Ali wird genannt, und mit Tiger Woods wird er verglichen und Michael Jordan. Aber Federer, so vermittelt er, der will doch nur spielen.

"Legende?", fragte Roger Federer, "ich weiß nicht, ob man eine Legende ist, solange man noch spielt." Auf dem T-Shirt, das er nach seinem 5:7, 7:6 (8:6), 7:6 (7:5), 3:6, 16:14-Erfolg über den bedauernswerten Andy Roddick trug, stand klar zu lesen: "There is no finish line - es gibt keine Ziellinie." Olympia 2012 in London steht jedenfalls noch auf Federers Plan. "Er ist noch jung, er kann auch 18, 19 Grand-Slam-Titel gewinnen", sagt Pete Sampras.

Der Amerikaner war extra nach London gereist, um Zeuge zu werden, wie sein Freund Roger seinen Rekord von 15 Major-Titeln brach. "Es war großartig, in meinen Augen ist er der Größte", sagte der siebenmalige Wimbledon-Sieger. Auch Björn Borg war zugegen und Rod Laver, die auch regelmäßig als beste Spieler der Geschichte genannt werden. Zu einem Foto stellte sich das Quartett der Tennis-Ikonen noch auf, ein beeindruckendes Dokument. Zusammen 45 Grand-Slam-Titel aus der Profizeit waren da versammelt.

Und natürlich fühlt sich Federer wohl im Kreis der Großen. Eine Glückwunsch-SMS von Tiger Woods bekommt ja auch nicht jeder. Bei der Siegerehrung trug er eine Trainingsjacke, auf der eine "15" mit Goldfaden eingestickt war. Nur in Wimbledon allerdings lässt er sich von seinem Ausrüster verführen, diese teilweise anmaßend erscheinende Rolle als Halbgott in Weiß zu spielen.

Vielleicht lässt er sich einfach von der Magie dieses Ortes im Südwesten Londons davontragen, wo er 2003 seinen ersten Grand-Slam-Titel gewann und nun den Rekord vollendete. "Da schließt sich für mich schon ein Kreis, und dies ist hier immer das Turnier gewesen, dass mir am meisten bedeutet." Der Wunsch, professionell Tennis zu spielen, kam beim kleinen Roger schließlich auf, als er in einem Wimbledon-Finale Boris Becker und Stefan Edberg gesehen hat.

Seit seinem ersten Wimbledonsieg ist Roger Federer bei den folgenden 21 Grand-Slam-Turnieren nur zweimal vor dem Halbfinale ausgeschieden. Federer fehlte nie ernsthaft verletzt, wie jetzt sein großer Kontrahent Rafael Nadal, der deshalb seinen Wimbledon-Titel nicht verteidigen konnte und Platz eins in der Weltrangliste wieder an den Schweizer abgeben muss. "Diese Konstanz verwundert mich selbst immer wieder am meisten", sagt er.

Vielleicht ist es eben doch das perfekte Umfeld. Ehefrau Mirka hält ihm seit Beginn der Beziehung bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney den Rücken von den geschäftlichen Verpflichtungen frei. Sie sitzt immer in der Spielerbox, offenbar die symbiotische Ergänzung zum Champion. "Ich bin seit fast zehn Jahren mit einer sehr liebenswerten Frau zusammen", sagt der 27-Jährige: "Ich bin sehr glücklich, so wie es ist zurzeit."

Dieses 2009, dass ihm auch vor vier Wochen in Paris den ersehnten ersten Grand-Slam-Titel auf Sandplatz gebracht hat, wird ohnehin für immer das speziellste in seinem Leben bleiben. Im Sommer erwartet Mirka das erste gemeinsame Kind. "Ich freue mich sehr auf diese Veränderung in meinem Leben", sagt er: "Was glaubt ihr, wie meine Prioritäten aussehen?" Das ist keine Frage, nachdem der erste Teil geschafft ist: 15! - Love!

Wir haben die Pressestimmen - klicken Sie hier!


 
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