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Roger Federer küsst Pokal Wimbledon Panorama ap09
  Foto: AP, AP
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Tennis-Turnier in Wimbledon: Federer holt sich den Rekord-Titel

zuletzt aktualisiert: 06.07.2009 - 07:26

London (RPO). Roger Federer ist der erfolgreichste Tennis-Spieler aller Zeiten. Der Schweizer gewann das Marathon-Finale von Wimbledon gegen Andy Roddick 5:7, 7:6, 7:6, 3:6 und 16:14. Federer hat damit als erster Spieler 15 Grand-Slam-Titel gewonnen.

Als der letzte Ball nach 4:16 Stunden Spielzeit von der Schlägerkante des Gegners ins Aus flog, war auch der nächste einmalige Rekord perfekt. Mit dem Erfolg über Andy Roddick hat Roger Federer zum sechsten Mal die All England Championships gewonnen und damit gleichzeitig einen neuen Rekord aufgestellt.

Mit 15 Grand-Slam-Titeln hat der Schweizer jetzt Pete Sampras distanziert. Der 27-Jährige ist der erfolgreichste Profi in der Geschichte. Er übernimmt ab Montag auch wieder Platz eins der Weltrangliste von Rafael Nadal, der wegen Knieproblemen seinen Titel an der Church Road nicht verteidigen konnte.

Mit einem Luftsprung bejubelte Federer seinen erneuten Erfolg in einem Finale, das wegen seiner Dramatik ebenfalls in die Geschichtsbücherb eingehen wird. "Tennis ist verrückt, es muss einen Sieger geben und ich hatte das Glück", meinte er, nachdem er die Challenge Trophy aus der Hand des Herzogs von Kent in Empfang genommen hatte, "Andy hat unglaublich gespielt." Und dann wandte er sich direkt an den Amerikaner: "Sei nicht traurig, ich kenne das Gefühl zu verlieren. Mir ging es letztes Jahr ebenso." Roddick aber antwortete postwendend: "Aber da hattest du schon fünf Titel."

Nur sechs Jahre und 24 Turniere hat Federer für die neue Bestmarke gebraucht, quasi nebenbei hat er mit 20 Finalteilnahmen auch einen Rekord von Ivan Lendl gebrochen. Zum Vergleich: Sampras benötigte 12 Jahre für seine 14 Siege bei den vier Major-Turnieren. "Dass es in dem Finale nicht nur um den Titel sondern auch um einen neuen Rekord ging, war ein zusätzlicher Bonus, der meine Anspannung noch erhöht hat", sagte der Eidgenosse, "ich spiele gerne für die Geschichtsbücher."

Spätestens als er vor vier Wochen bei den French Open in Paris triumphiert hatte und damit auch den letzten noch fehlenden Major-Titel auf Sandplatz gewinnen konnte, wird Federer von vielen Experten als bester Spieler aller Zeiten angesehen. "Er ist der beste, der jemals das Spiel gespielt hat", sagte Andre Agassi und selbst Björn Borg, dessen persönliche Bestleistung von fünf Wimbledonsiegen Federer am Sonntag überbot, sieht das so: "Roger ist der Beste."

Der Australier Rod Laver, der zweimal die vier Grand-Slam-Turniere in einem Kalenderjahr gewann, hält von diesen Vergleichen allerdings nichts "Ich denke, man sollte aller Spieler innerhalb ihrer Generation beurteilen. 15 Titel sind allerdings eine unglaubliche Leistung und es ist großartig für Tennis, jemanden wie Roger zu haben."

Der Wimbledon-Sieger denkt übrigens noch überhaupt nicht daran, seine Karriere zu beenden. Olympia 2012 ist noch ein großes Ziel, wo auch auf dem "heiligen Rasen" in Wimbledon gespielt wird. Und außerdem hat er seiner Frau Mirka ein Versprechen geben müssen: "Mirka hat immer davon geträumt, dass unser Kind mich spielen sieht. "

Die 31-Jährige erwartet den ersten gemeinsamen Nachwuchs. "Dass es ihr gut geht, ist das allerbeste", sagte der Champion, "das erste Kind zu erwarten ist wunderbar." Im August soll es angeblich so weit sein. Und das wird dann allen Rekorden zum Trotz mit Sicherheit der schönste Moment in diesem Jahr für Roger Federer.


 
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