Wimbledon: Haas erstmals im Achtelfinale
zuletzt aktualisiert: 29.06.2007 - 18:51London (RPO). Tommy Haas hat erstmals in seiner Karriere das Achtelfinale von Wimbledon erreicht. Der 29-Jährige bezwang am Freitag nach einem starken Comeback bei den 121. All England Championships den Russen Dimitri Tursunow mit 1:6, 6:4, 7:6, 6:4.
In der Runde der letzten 16 am Montag trifft er nun auf den Schweizer Titelverteidiger Roger Federer, der in der dritten Runde gegen Marat Safin (Russland) in drei Sätzen gewann.
Nicolas Kiefer (Hannover) hat am Samstag in der Partie gegen den Weltranglisten-Fünften Novak Djokovic die Chance, seinem langjährigen Daviscup-Kollegen in die vierte Runde zu folgen.
Haas bot in der von einer Regenpause zu Anfang des dritten Satzes für 42 Minuten unterbrochenen Partie trotz Problemen mit der Bauchmuskulatur und seiner zuvor siebenwöchigen Zwangspause wegen der lädierten Schulter eine echte Energieleistung.
Im dritten und im vierten Satz kam er jeweils nach frühen Breaks wieder zurück, kämpfte um jeden Ball und zeigte auf dem "Friedhof der Stars" den unbedingten Willen, die Partie gegen den 23 Jahre alten Tursunow zu gewinnen. Die knapp 3000 Zuschauer waren von der ausgeglichehen Partie am Ende begeistert.
Auf Platz 2 sind in der langen Wimbledongeschichte schon zahlreiche Favoriten gescheitert. Und auch bei Haas sah es zunächst nach einem schnellen und traurigen Ende aus. Der 29-Jährige kam zunächst überhaupt nicht in die Partie. Schon im zweiten Spiel kassierte er das erste Break. "Ich muss versuchen, ihn aus dem Rhythmus zu bringen", lautete seine Taktik vor dem Match. Aus dem Rhythmus aber brachte er sich zunächst durch zahlreiche unerzwungene Fehler nur selbst. Erst beim Stand von 0:5 gelang dem gebürtigen Hamburger der erste Spielgewinn.
Schrittweise kam er nun besser ins Spiel. Tursunow wirkte dagegen nicht mehr so sicher wie zuvor. Dennoch musste Haas im dritten und neunten Spiel des zweiten Satzes kritische Situationen überstehen, als er bei eigenem Aufschlag jeweils mit 15:40 zurücklag. Er selbst hatte bei einer 5:4-Führung die ersten Breakchancen überhaupt im Match und nutzte sie im richtigen Moment. Zunächst hatte er bei einem Longline-Passierball noch Pech, der knapp ins Aus segelte, mit einem Vorhand-Winner verwertete er aber wenig später den zweiten Satzball.
Bei 2:1 im dritten Satz musste er dann der Turnierarzt um Entzündungshemmer und vor allem Schmerztabletten bitten: "Die brauche ich am dringendsten", erklärte Haas dem Doc. Anscheinend hatte er nach seiner siebenwöchigen Verletzungspause wegen der am 8. Mai in Rom aufgetretenen Schulterprobleme Schwierigkeiten mit der Bauchmuskulatur. "Die Schulter ist in Ordnung", teilte Haas dem Physiotherapeuten in der Spielpause mit. Bis zu seinem Achtelfinalspiel hat er nun zwei Tage Zeit zur Pflege, die er nach dem Match sicherlich braucht.
STATISTIK:
121. All England Championships in Wimbledon (16,7 Millionen Euro), 5. Tag:
Herreneinzel, 3. Runde: Tommy Haas (Sarasota-USA/Nr. 13) - Dimitri Tursunow (Russland/Nr. 21) 1:6, 6:4, 7:6 (7:5), 6:4, Janka Tipsarevic (Serbien) - Fernando Gonzalez (Chile/Nr. 5) 6:3, 3:6, 6: 3, 4:6, 8:6, Paul Henri Mathieu (Frankreich) - Ivan Ljubicic (Kroatien/Nr. 15) 4:6, 7:5, 6:2, 6:3
Dameneinzel, 3. Runde: Justine Henin (Belgien/Nr. 1) - Jelena Wesnina (Russland) 6:1, 6:3, Jelena Jankovic (Serbien/Nr. 3) - Lucie Safarowa (Tschechien/Nr. 25) 5:7, 7:6 (7:4), 6:2, Michaella Krajicek (Niederlande/Nr. 31) - Anna Tschakwetadse (Russland/Nr. 8) 7:6 (10:8), 6:7 (5:7), 6:2, Patty Schnyder (Schweiz/Nr. 15) - Jalona Bondarenko (Ukraine/Nr. 24) 6:4, 3:6, 8:6, Marion Bartoli (Frankreich/Nr. 18) - Shahar Peer (Israel/Nr. 16) 6:3, 6:2
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