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Tennisstar verletzt: Haas kapituliert in Wimbledon

zuletzt aktualisiert: 01.07.2007 - 16:12

London (RPO). Tommy Haas war mächtig enttäuscht. Vor dem mit Spannung erwarteten Top-Duell in Wimbledon musste der Tennisstar verletzt aufgeben. Die unglaubliche Pechsträhne von Tommy Haas in Wimbledon geht somit weiter.

Zog sich eine Bauchmuskelzerrung zu: Tommy Haas.  Foto: AP, AP
Zog sich eine Bauchmuskelzerrung zu: Tommy Haas. Foto: AP, AP

Am Sonntag musste der beste deutsche Tennisspieler sein Achtelfinale gegen Titelverteidiger Roger Federer bei den 121. All England Championships wegen einer schweren Bauchmuskelzerrung absagen. Haas hatte bereits das Drittrundenspiel am Freitag gegen den Russen Dimitri Tursunow nur mit Schmerzmitteln und unter "tierischen Schmerzen" durchgestanden. Der gebürtige Hamburger sollte am Montag das dritte Spiel auf dem Centre Court gegen den Schweizer bestreiten.

"Das ist sehr enttäuschend für mich", sagte Haas am Sonntagmittag: "Für Spiele wie das gegen Federer auf dem Centre Court trainiert man, und wer weiß, ob diese Chance für mich noch einmal wiederkommt."

Eine Ultraschalluntersuchung zeigte einen 2,5 Zentimeter langen Riss. Haas wollte noch am Sonntag nach München zurückreisen, um sich anschließend wieder in Donaustauf bei Physiotherapeut Klaus Eder behandeln zu lassen. "Ich habe so eine Verletzung noch nie gehabt", meinte er: "Ich rechne mit zwei bis vier Wochen Pause."

Haas gab an der Church Road bereits 2005 verletzt in der ersten Runde auf, nachdem er in der Einspielphase gegen den Serben Janko Tipsarevic auf einen Ball getreten war und sich eine Bänderverletzung zugezogen hatte. 2001 musste er ebenfalls in der ersten Runde wegen einer Lebensmittelvergiftung sein Match gegen Wayne Black (Simbabwe) aufgeben.

Ein Jahr später sagte er seine Teilnahme wegen des Motorradunfalls seiner Eltern ab, 2003 fehlte er wegen seiner langwierigen Schulterprobleme. In diesem Jahr erreichte er erstmals im neunten Anlauf das Achtelfinale beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt: "Ich bin sehr stolz darauf. In Wimbledon in die zweite Woche zu kommen, war eines der Ziele, die ich in meiner Karriere noch hatte."

Nun ist ihm dies doch noch verwehrt geblieben. Nach der siebenwöchigen Pause seit Anfang Mai wegen seiner erneut aufgetretenen Schulterprobleme waren die Matchbelastungen offenbar zu hoch. Bereits nach seinem Auftaktmatch am Montag gegen den US-Amerikaner Zack Fleishman hatte Haas über starken Muskelkater geklagt, in den Matches gegen Tomas Zib (Tschechien) und gegen Tursunow wurden die Probleme dann immer schlimmer: "Am Samstag tat es so weh, dass ich kaum aufstehen konnte."

Nicht einen kompletten Satz hatte Haas vor Wimbledon im Training gespielt, sondern nur ein paar Bälle geschlagen. "Ich wollte es einfach ausprobieren, und es ist besser gelaufen als ich gedacht habe", sagte der Weltranglisten-Elfte. Nur der Körper hat nicht mitgespielt. Roger Federer hat er übrigens direkt informiert: "Wir haben uns am Sonntag getroffen." Trotz des erneuten Unglücks hofft Haas weiterhin: "dass es in Wimbledon doch noch mal ein Happyend für mich gibt."

Nicolas Kiefer ist so der einzige verbliebene deutsche Spieler im Wettbewerb. Der Hannoveraner geht am Montag als Außenseiter in sein Drittrundenmatch gegen den serbischen Weltranglisten-Fünften Novak Djokovic. Die Partie sollte eigentlich am Samstag ausgetragen werden, fiel aber dem Dauerregen zum Opfer. Nur Maria Scharapowa und Amelie Mauresmo konnten am Samstag ihre Partien beenden. Dennoch blieb der "Middle Sunday" traditionsgemäß spielfrei.

Das könnte sich noch rächen. 80 Prozent Regenwahrscheinlichkeit sind für Montag und Dienstag vorhergesagt, 60 Prozent für Mittwoch. "Sollte das Wetter bis Mittwoch so schlecht bleiben, erscheint die Möglichkeit am Horizont, dass wir in die dritte Woche gehen müssen", erklärte Oberschiedsrichter Andrew Jarret.

Zuletzt musste ein Herren-Endspiel 2001 am Montag ausgetragen werden, als Goran Ivanisevic (Kroatien) den Australier Patrick Rafter in fünf Sätzen bezwang. "Die Pläne gibt es bereits, aber noch ist es viel zu früh, sie herauszuholen", sagt Jarret: "So lange wir jeden Tag Einzel spielen können, werden wir das Programm schaffen."

Quelle: sid

 
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