Wimbledon: Haas und Becker in Runde zwei
zuletzt aktualisiert: 23.06.2009 - 20:56London (RPO). Tommy Haas hielt sich am Dienstag nur noch elf Minuten auf dem Tennisplatz auf. Elf Punkte gespielt, zwei Spiele gewonnen, dann war der Job erledigt. Mit dem 6:7 (5:7), 7:6 (7:0), 6:3, 6:4-Erfolg über den Österreicher Alexander Peya stieß der 31-Jährige mit rund 17-stündiger Verspätung in die zweite Runde der 123. All England Championships in Wimbledon vor.
Mit einer Blamage gegen Tennis-Oldie Fabrice Santoro verabschiedete sich derweil Nicolas Kiefer in Runde eins. Der Hannoveraner unterlag dem 36 Jahre alten Franzosen mit 4:6, 2:6, 2:6 und wurde dabei streckenweise vorgeführt.
Kiefer trübte damit das so gute Abschneiden der deutschen Tennisprofis, das am Abend durch die Erfolge von Mischa Zverev (Hamburg) und Philipp Petzschner (Bayreuth) komplettiert wurde.
Sieben von zehn Männern haben damit die erste Runde überstanden. Zverev setzte sich gegen den Russen Dimitri Tursunow 6:4, 6:3, 3:0 (Aufgabe) durch, "Petsche" schaltete den US-Amerikaner Rajeev Ram 2:6, 6:1, 7:6 (7:3), 6:1 aus. Beide spielen in der nächsten Runde nun gegeneinander.
Die Spiele mit deutscher Beteiligung am Mittwoch
Spielbeginn 13 Uhr MESZ:
1. Match: Rainer Schüttler (Korbach/Nr. 18) - Dudi Sela (Israel),
3. Match: Philipp Kohlschreiber (Bamberg/Nr. 27) - Ivo Minar (Tschechien)
Spielbeginn 14 Uhr:
1. Match: Simon Greul (Stuttgart) - Novak Djokovic (Serbien/Nr. 4),
3. Match: Tommy Haas (Sarasota/Florida/Nr. 24) - Michael Llodra (Frankreich)
Am Dienstag gewannen auch zwei der insgesamt fünf deutschen Frauen ihr Auftaktmatch. Qualifikantin Tatjana Malek (Bad Saulgau) setzte sich überraschend mit 3:6, 7:5, 6:2 gegen Jelena Dokic aus Australien durch. Sabine Lisicki (Berlin) bezwang Anna Tschakwetadse (Russland) 4:6, 7:6 (7:4), 6:2. Julia Görges aus Kiel musste sich der Weltranglisten-Sechsten Jelena Jankovic (Serbien) mit 4:6, 6:7 (0:7) geschlagen geben.
Haas hielt sich nur noch elf Minuten auf dem Tennisplatz auf. 14 Punkte gespielt, zwei Spiele gewonnen, dann war der Job erledigt. Mit dem 6:7 (5:7), 7:6 (7:0), 6:3, 6:4-Erfolg über den Österreicher Alexander Peya kam der 31-Jährige erst mit rund 17-stündiger Verspätung weiter. Die Spiel musste am Vorabend um 21.10 Uhr wegen Dunkelheit abgebrochen werden.
"Das war nervig"
"Das war schon ein bisschen nervig über Nacht", sagte der Wahl-Amerikaner, "schon während des Spiels musste ich immer daran denken, dass die Partie möglicherweise abgebrochen wird. Das sollte bei einem Grand-Slam-Turnier eigentlich nicht so sein."
Kiefer war nach seiner Pleite völlig am Ende. Mit leeren Augen und leiser Stimme versuchte er eine Erklärung. "Ich wusste zwar, was mich erwartet, aber ich war zu langsam, habe schlecht zum Ball gestanden und er wusste auf alles eine Antwort", sagte der Niedersachse, "das ist sehr frustrierend, eine sehr tiefe Wunde. Ich muss jetzt erst mal ein paar Tage nachdenken."
Sein langjähriger Weggefährte Haas kam mit der Empfehlung des Sieges beim Vorbereitungsturnier in Halle/Westfalen an die Church Road und konnte diesen Schwung ebenso mitnehmen wie Becker.
Der Saarländer aus Orscholz hatte in der letzten Woche die Veranstaltung in s Hertogenbosch gewonnen und spielte auch bei seinem 6:4, 6:4, 6:1-Erfolg über den Kroaten Rokko Karanusic souverän auf. Er bekommt es am Donnerstag mit dem Österreicher Jürgen Melzer zu tun. Für Björn Phau war in der ersten Runde Endstation: 6:4, 1:6, 6:7 (3:7), 6:2, 3:6 gegen den Rumänen Victor Crivoi.
Haas war froh, dass er relativ schnell gegen den österreichischen Doppelspezialisten Peya fertig war. Er muss schließlich schon am Mittwoch wieder gegen Michael Llodra ran. "Die beiden Spiele heute waren umkämpft und eng", sagte er und gab zu: "Das wird auch ein schwieriges Spiel. Llodra hat einen gefährlichen Linkshänderaufschlag". Allerdings hat er in bislang drei Matches noch keinen Satz gegen den Franzosen verloren.
An den ersten Turniersieg auf Rasen vor zwei Wochen denkt er angeblich nicht mehr. Zu viel Negatives hat er in Wimbledon in all den Jahren erlebt. "Nein, mein Verhältnis zu Rasen hat sich eigentlich nicht verbessert", so Haas, "ich schaue nur noch von Spiel zu Spiel, das ist mein einziges Ziel."
123. All England Championships in Wimbledon (14,1 Mio. Euro), 2. Spieltag:
Herreneinzel, 1. Runde: Tommy Haas (Sarasota/Florida/Nr. 24) - Alexander Peya (Österreich) 6:7 (5:7) 7:6 (7:0), 6:3, 6:4, Benjamin Becker (Orscholz) - Roko Karanusic (Kroatien) 6:4, 6:4, 6:1, Fabrice Santoro (Frankreich) - Nicolas Kiefer (Hannover/Nr. 33) 6:4, 6:2, 6:2, Victor Crivoi (Rumänien) - Björn Phau (Düsseldorf) 4: 6, 6:1, 7:6 (7:3), 2:6, 6:3, Juan Martin del Potro (Argentinien/Nr. 5) - Arnaud Clement (Frankreich) 6:3, 6:1, 6:2, Andy Roddick (USA) - Jeremy Chardy (Frankreich) 6:3, 7:6 (7:3), 4:6, 6:3, Fernando Gonzalez (Chile/Nr. 10) - Teimuras Gabaschwili (Russland) 7:5, 7:5, 6:3, Nikolai Dawidenko (Russland/Nr. 12) - Daniel Evans (Großbritannien) 6:2, 6:3, 6:3, David Ferrer (Spanien/Nr. 16) - Kevin Kim (USA) 7:5, 6:3, 4:6, 6:2, Radek Stepanek (Tschechien/Nr. 23) - Alejandro Falla (Kolumbien) 6:4, 6:4, 6:1, Jürgen Melzer (Österreich/Nr. 26) - Wayne Odesnik (USA) 6:1, 6:4, 6:2, Viktor Troicki (Serbien/Nr. 30) - Brian Dabul (Argentinien) 6:4, 6:4, 6:3, Victor Hanescu (Rumänien) - Ivan Navarro (Spanien) 6:3, 6:7 (5:7), 6:4, 6:7 (5:7), 12:10, Michael Lodra (Frankreich) - Joshua Goodall (Großbritannien) 4:6, 7:6 (7:5), 6:4, 3:6, 6:4, Leonardo Mayer (Argentinien) - Oscar Hernandez (Spanien) 6:0, 6:0, 6:3, Igor Kunitsin (Russland) - Grigor Dimitrow (Bulgarien) 3:6, 6:0, 4:0 Aufgabe Dimitrow, Lleyton Hewitt (Australien) - Robby Ginepri (USA) 6:4, 6:1, 6:1, Nicolas Devilder (Frankreich) - Nicolas Lapentti (Ekuador) 3:6, 6:4, 6:3, 4:6, 7:5, Paul-Henri Mathieu (Frankreich) - Frederico Gil (Portugal) 6:1, 2:6, 6:4, 6:2, Ernests Gulbis (Litauen) - Riccardo Ghedin (Italien) 6:2, 6:4, 6:4
Dameneinzel, 1. Runde: Sabine Lisicki (Berlin) - Anna Tschakwetadse (Russland/Nr. 32) 4:6, 7:6 (7:4), 6:2, Tatjana Malek (Bad Saulgau) - Jelena Dokic (Australien) 3:6, 7:5, 6:2, Jelena Jankovic (Serbien/Nr. 6) - Julia Görges (Kiel) 6:4, 7:6 (7:0), Dinara Safina (Russland/Nr. 1) - Lourdes Dominguez (Spanien) 7:5, 6:3, Venus Williams (USA/Nr. 3) - Stefanie Vögele (Schweiz) 6:3, 6:2, Wera Zwonarewa (Russland/Nr. 7), Georgie Stoop (Großbritannien) 7:6 (7:0), 4:6, 6:4, Caroline Wozniacki (Dänemark/Nr. 9) - Kimiko Date-Krumm (Japan) 5:7, 6:3, 6:1, Samantha Stosur (Australien/Nr. 18) - Bethanie Mattek-Sands (USA) 6:4, 6:7 (6:8), 6:2, Li Na (China/Nr. 19) - Galina Woskoboewa (Kasachstan) 7:6 (7:5), 6:0, Wera Duschewina (Russland) - Alize Cornet (Frankreich/Nr. 22) 3:6, 6:0, 6:4, Melanie Oudin (USA) - Sybille Bammer (Österreich/Nr. 29) 4:6, 6:4, 6:2, Maria Kirilenko (Russland) - Petra Kvitova (Tschechien) 6:4, 6:4, Katerina Bondarenko (Ukraine) - Anastasija Sevastova (Litauen) 6:3, 7:6 (7:5), Olga Gowortsowa (Weißrussland) - Tatjana Perebiynis (Ukraine) 4:6, 6:3, 6:4, Iveta Benesova (Tschechien) - Katie O'Brien (Großbritannien) 6:2, 5:7, 6:4, Jaroslawa Schwedowa (Russland) - Monica Niculescu (Rumänien) 6:1, 6: 0, Rossana de los Rjos (Paraguay) - Nicole Vaidisova (Tschechien) 6: 4, 6:7 (5:7), 6:4, Tatjana Garbin (Italien) - Alberta Brianti (Italien) 6:4, 6:3, Patricia Mayr (Österreich) - Anne Keothavong (Großbritannien) 7:5, 6:2, Sara Errani (Italien) - Stephanie Dubois (Kanada) 7:5, 6:2
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