Wimbledon: Haas und Lisicki im Viertelfinale
zuletzt aktualisiert: 29.06.2009 - 17:03London (RPO). Tommy Haas und Sabine Lisicki mischen weiter die All England Championships in Wimbledon auf. Die beiden deutschen Tennisprofis haben dank einer famosen Leistung das Viertelfinale erreicht. Damit stehen erstmals seit 1996 wieder ein deutscher Mann und eine deutsche Frau gleichzeitig in der Runde der letzten Acht. Damals erreichten Steffi Graf und der fast vergessene Alexander Radulescu das Viertelfinale.
Haas setzte sich auf dem "deutschen" Platz 4 mit 7:6 (10:8), 6:4, 6:4 gegen den Russen Igor Andrejew durch, bevor Lisicki mit einer ebenso starken Leistung 6:4, 6:4 über Caroline Wozniacki aus Dänemark triumphierte.
Der 31 Jahre alte Haas ließ sich auf seinem überraschenden Erfolgsweg an der Church Road auch von Andrejew nicht stoppen und steht nun erstmals in seiner Karriere im Viertelfinale des wichtigsten Turniers der Welt. "Ich freue mich natürlich sehr darüber, dass ich es in meinem hohen Alter noch geschafft habe, hier in den elitären 'Last Eight Club' vorzustoßen", sagte Haas, "das ist ein ganz tolles Gefühl. Ich habe immer gehofft, vielleicht passiert mir hier mal Schönes in Wimbledon."
Die Spiele am Dienstag, Spielbeginn 14 Uhr:
Centre Court: Sabine Lisicki (Berlin) - Dinara Safina (Russland/Nr. 1), Wiktoria Asarenka (Weißrussland/Nr. 8) - Serena Williams (USA/Nr. 2)
Court Nr. 1: Venus Williams (USA/Nr. 3/TV) - Agnieszka Radwanska (Polen/Nr. 11), Francesca Schiavone (Italien) - Elena Dementjewa (Russland/Nr. 4)
Haas feierte nach dem Matchball nach 2:12 Stunden Spielzeit mit einer triumphierenden Geste, während Freundin Sara Foster glücklich beide Arme in die Höhe riss. "Das ist verrückt, ich hätte mir vor ein paar Monaten nie vorstellen können, dass ich hier soweit komme", meinte der gebürtige Hamburger, "das bedeutet mir sehr viel."
Haas jetzt gegen Djokovic
Haas' Gegner in der Runde der letzten Acht am Mittwoch ist nun der Weltranglisten-Vierte Novak Djokovic, der mit Dudi Sela aus Israel bei seinem 6:2, 6:4, 6:1-Sieg keine Mühe hatte. Haas hatte den Serben vor gut zwei Wochen allerdings im Endspiel des Rasenturniers in Halle/Westfalen bezwungen. "Die Erinnerung an diesen Sieg hilft mir sicherlich", meinte der Wahlamerikaner, der in der neuen Weltrangliste erstmals seit dem Frühjahr 2008 wieder unter die Top-30 vorrückt.
Auch Lisicki schloss nahtlos an ihre starken Leistungen vom Samstag an, als sie die French-Open-Siegerin Swetlana Kusnezowa ausschaltete. Gegen die Weltranglisten-Neunte Wozniacki hatte sie bereits im April im Endspiel bei ihrem bislang einzigen Turniersieg in Charleston gewonnen, daher ging sie mit entsprechendem Selbstvertrauen in die Partie.
"Ich weiß, dass ich gegen die Top-Spielerinnen gewinnen kann", meinte die zur Zeit nur auf Platz 41 im WTA-Ranking notierte Berlinerin, "ich spiele hier einfach Match von Match und was drumherum passiert, lasse ich nach dem Turnier einfach auf mich zukommen."
Lisicki muss auf Gegnerin warten
Ihre nächste Gegnerin ist die Weltranglisten-Erste Dinara Safina. Die Russin setzte sich mit 4:6, 6:3, 6:4 gegen Amelie Mauresmo aus Frankreich durch. Dabei gab es eine lang erwartete Premiere, als erstmals das neu erbaute Dach über dem Centre Court wegen Regens geschlossen wurde.
Das bislang einzige Match gegen French-Open-Finalistin Safina hatte Lisicki bei ihrem ersten Grand-Slam-Match überhaupt in der ersten Runde der Australian Open 2008 für sich entscheiden.
Für die exzellent aufschlagende Lisicki muss selbst eine Gegnerin dieses Kalibers noch nicht das Ende sein, wenn sie weiterhin ihre Nerven so zusammenhält wie in diesen Tagen in London W19.
Titelverteidigerin Venus Williams (USA), auf die Lisicki im Halbfinale treffen könnte, hatte als erste Spielerin das Viertelfinale erreicht. Die 29-Jährige setzte sich mit 6:1, 0:1 gegen die Serbin Ana Ivanovic durch, die die Partie im zweiten Satz unter Tränen offenbar wegen einer Hüftverletzung aufgab (Bilder sehen Sie hier). Auch Olympiasiegerin Elena Dementjewa (Russland) ist weiter.
Bei den Männern hat Roger Federer das Viertelfinale erreicht. Der Schweizer bezwang in einer Neuauflage des Endspiels der French-Open den Schweden Robin Söderling 6:4, 7:6 (7:5), 7:6 (7:5).
123. All England Championships in Wimbledon (14,1 Mio. Euro), 7. Spieltag:
Herren-Einzel:
Achtelfinale: Tommy Haas (Sarasota-USA) - Igor Andrejew (Russland) 7:6 (10:8), 6:4, 6:4, Roger Federer (Schweiz/Nr. 2) - Robin Söderling (Schweden/Nr. 13) 6:4, 7:6 (7:5), 7:6 (7:5), Novak Djokovic (Serbien/Nr. 4) - Dudi Sela (Israel) 6:2, 6:4, 6:1, Ivo Karlovic (Kroatien/Nr. 22) - Fernando Verdasco (Spanien/Nr. 7) 7:6 (7:5), 6:7 (4:7), 6:3, 7:6 (11:9)
Dameneinzel:
Achtelfinale: Sabine Lisicki (Berlin) - Caroline Wozniacki (Dänemark/nr. 9) 6:4, 6:4, Dinara Safina (Russland/Nr. 1) - Amelie Mauresmo (Frankreich/Nr. 17) 4:6, 6:3, 6:4, Serena Williams (USA/Nr. 2 ) - Daniela Hantuchova (Slowakei), Venus Williams (USA/Nr. 3) - Ana Ivanovic (Serbien/Nr. 13) 6:1, 0:1-Aufgabe Ivanovic, Jelena Dementjewa (Russland/Nr. 4) - Jelena Wesnina (Russland) 6:1, 6:3, Wiktoria Asarenka (Weißrussland/Nr. 8) - Nadia Petrowa (Russland/nr. 10) 7:6 (7:5), 2:6, 6:3, Agnieszka Radwanska (Polen/Nr. 11) - Melanie Oudin (USA) 6:4, 7:5, Francesca Schiavone (Italien) - Virginie Razzano (Frankreich/Nr. 26)
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