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Sabine Lisicki Jubel Wimbledon pano afp 2011
  Foto: AFP, AFP
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Tennis-Turnier in Wimbledon: Lisicki mit Sensationssieg - Mayer blamiert sich

zuletzt aktualisiert: 23.06.2011 - 21:16

London (RPO). Florian Mayer erlebte eine der größten Blamagen seiner Karriere, Sabine Lisicki eine Sternstunde: Nachdem Andrea Petkovic und Julia Görges bei den 125. All England Championships in Wimbledon in die dritte Runde eingezogen waren, marschierte Lisicki mit einem gewaltigen Paukenschlag hinterher.

Die Berlinerin besiegte in einem hochklassigen Duell auf dem Centre Court und nach der Abwehr von zwei Matchbällen die Weltranglistendritte und French-Open-Gewinnerin Li Na aus China mit 3:6, 6:4, 8:6. "Es ist einfach unglaublich", sagte sie mit bebender Stimme und ergänzte: "Das ist einer meiner besten Siege". Görges hatte zuvor 7:6 (12:10), 6:2 gegen die Französin Mathilde Johansson gewonnen.

"Unglaublich für eine Frau"

Unter dem Jubel der Zuschauer sank Lisicki nach ihrem dritten eigenen Matchball auf dem heiligen Rasen in die Knie, anschließend rannen ihr Tränen der Freude über das Gesicht. "Ich wollte eben einfach noch länger da draußen bleiben, ich habe es so genossen, es war fantastisch", sagte die Berlinerin zur Phase im dritten Satz, als sie mit zwei Service-Winnern die Matchbälle abwehrte.

Info
Spielplan am Freitag, 24. Juni, Einzel-Matches mit deutscher Beteiligung:

Court 14 (Spielbeginn 12 Uhr/13 Uhr MESZ)

2. Match: Andrea Petkovic (Darmstadt/Nr. 11) - Xenia Perwak (Russland)

"Wir haben beide unglaublich gespielt", sagte Li. Lisicki, die nun auf Misaki Doi (Japan) trifft, schlug 17 Asse. Der Aufschlag der Berlinerin, die vor Wimbledon das Vorbeitungsturnier auf Rasen in Birmingham gewonnen hatte, sei "unglaublich für eine Frau", sagte die Chinesin ehrfürchtig.

Lisicki, die in Wimbledon dank einer Wildcard ins Hauptfeld gerückt war, ließ sich gegen Li auch durch kleine Rückschläge nicht beirren. Die Berlinerin, derzeit nur die Nummer 62 der Weltrangliste, spielte vor einem staunenden und begeisterten Publikum stets auf Augenhöhe und riss im zweiten Satz mit einer beeindruckenden Nervenstärke ein scheinbar verlores Match noch aus dem Feuer: Beim Stand von 3:5 wehrte die 21-Jährige die zwei Matchbälle ab, überstand danach zwei weitere Aufschlagverluste, nahm Li zum 7:6 deren Service ab und profitierte nach 2:11 Stunden davon, dass ihre Gegnerin einen Longline-Ball ins Aus schlug.

Mayer wie ein geprügelter Hund

Ehe Lisicki, die nun auf die Japanerin Misaki Doi trifft, nach ihrem eigenen dritten Matchball erst auf dem Rasen niederkniete und anschließend in Tränen ausbrach, war Mayer wie ein geprügelter Hund vom Außenplatz 17 geschlichen. "Das war eine der schlimmsten Niederlagen meiner Karriere", gestand er nach dem 6:1, 3:6, 2:6, 2: 6 gegen Xavier Malisse (Belgien).

"Kläglich", sei das gewesen, jammerte der an Nummer 20 gesetzte Bayreuther, im ersten Satz erst "Weltklasse", danach nur noch "Kreisklasse". Eine Erklärung dafür hatte der 27-Jährige nicht parat. In nur 95 Minuten ging er unter, "so etwas habe ich noch nie erlebt", berichtete Mayer, "ich wollte kämpfen, aber ich war total blockiert."

Von den 13 gestarteten deutschen Herren scheiterte am vierten Turniertag damit auch der letzte verbliebene. Erstmals seit 1987, als Boris Becker als Titelverteidiger in der zweiten Runde gegen Peter Doohan (Australien) verlor, steht damit kein deutscher Spieler in Wimbledon in der dritten Runde. "Es hätte besser laufen können", sagte Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen lapidar bei Sky. Eine Woche vor Wimbledon hatte Philipp Kohlschreiber (Augsburg) noch das Finale des Rasenturniers in Halle gewonnen - gegen Philipp Petzschner (Bayreuth). Der Rasen dort sei aber anders als jener im Wimbledon, sagte Kühnen.

Zumindest bei den ursprünglich sechs gestarteten deutschen Damen läuft es noch gut, auch wenn es Julia Görges hätte einfacher haben können. Im Tiebreak des ersten Satzes ließ sie freilich beim Stand von 6:2 drei Satzbälle aus, und dann kam Pech dazu: Ein Ball von Johansson, den nicht nur die Bad Oldesloerin im Aus wähnte, der ihr das 7:5 und damit den Satzgewinn gebracht hätte, wurde von der Stuhlschiedsrichterin gut gegeben. "Das war ein bisschen überraschend", berichtete Görges, sie behielt aber die Nerven: "Es war wichtig, dass ich den ersten Satz noch gewonnen habe."

Görges siegt im Eiltempo

Viel leichter war Görges ihr Auftaktmatch von der Hand gegangen. "Das war die beste erste Runde, die ich bislang bei einem Grand-Slam-Turnier gespielt habe", sagte sie nach ihrem überzeugenden 6:3, 6:0 gegen die Spanierin Anabel Medina Garrigues. Nur 71 Minuten hatte die deutsche Nummer zwei benötigt - so viel wie für den ersten Durchgang gegen Johansson. Gegnerin von Görges in der dritten Runde ist nun Dominika Cibulkova (Slowakei), ein schwerer Brocken: Cibulkova stand bei den French Open 2009 schon mal im Halbfinale, bei den US Open 2010 im Viertelfinale und ist als derzeit 24. im WTA-Ranking in etwa die Gewichtsklasse von Görges.

Auch Andrea Petkovic hat erneut eine lösbare Aufgabe vor sich. Nach dem mühsamen Zweitrundensieg gegen Stepahnie Dubois aus Kanada (6:3, 4:6, 6:3) spielt die deutsche Nummer eins nun gegen Xenia Perwak aus Russland. Erregt war Petkovic am späten Mittwochabend aber trotzdem: Ihr Match war wegen des Regens zunächst nicht mit fester Uhrzeit und Platzeinteilung angesetzt gewesen, dann gab es Probleme mit der Benachrichtigung und dem Platz fürs Einspielen. "Ich war schon genervt, als ich auf den Platz ging", bekannte Petkovic, "aber es ist ja nochmal gut gegangen."


Herreneinzel, 2. Runde: Xavier Malisse (Belgien) - Florian Mayer (Bayreuth/Nr. 20) 1:6, 6:3, 6:2, 6:2, Novak Djokovic (Serbien/Nr. 2) - Kevin Anderson (Südafrika) 6:3, 6:4, 6:2, Roger Federer (Schweiz/Nr. 3) - Adrian Mannarino (Frankreich) 6:2, 6:3, 6:2, Robin Söderling (Schweden/Nr. 5) - Lleyton Hewitt (Australien) 6:7 (5:7), 3:6, 7:5, 6:4, 6:4, Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich/Nr. 12) - Grigor Dimitrow (Bulgarien) 6:7 (4:7), 6:4, 6:4, 7:6 (10:8), Lu Yen-hsun (Taiwan) - Viktor Troicki (Serbien/Nr. 13) 7:6 (7:5), 6:4, 6:4, Nicolas Almagro (Spanien/Nr. 16) - John Isner (USA) 7:6 (7:3), 7:6 (7:5), 6:7 (5:7), 6:3, Michail Juschni (Russland/Nr. 18) - Somdev Devvarman (Indien) 6:2, 6:4, 6:4, Michael Llodra (Frankreich/Nr. 19) - Ricardo Mello (Brasilien) 6:2, 4:6, 6:2, 6:3, Juan Martin del Potro (Argentinien/Nr. 24) - Olivier Rochus (Belgien) 6:7 (7:9), 6:1, 6:0, 6:4, Karol Beck (Slowakei) - Guillermo Garcia-Lopez (Spanien/Nr. 26) 7:6 (7:5), 6:4, 3:6, 6:4, David Nalbandian (Argentinien/Nr. 28) - Andreas Haider-Maurer (Österreich) 6:3, 3:6, 6:4, 6:4, Marcos Baghdatis (Zypern/Nr. 32) - Andreas Seppi (Italien) 6:4, 7:6 (7:4), 7:5, Fernando Gonzalez (Chile) - Rik de Voest (Südafrika) 6:4, 6:4, 6:4

Dameneinzel, 2. Runde: Sabine Lisicki (Berlin) - Li Na (China/Nr. 3) 3:6, 6:4, 8:6, Julia Görges (Bad Oldesloe/Nr. 16) - Mathilde Johansson (Frankreich) 7:6 (12:10), 6:2, Francesca Schiavone (Italien/Nr. 6) - Barbora Zahlavova Strycova (Tschechien) 7:5, 6:3, Serena Williams (USA/Nr. 7) - Simona Halep (Rumänien) 3: 6, 6:2, 6:1, Swetlana Kusnezowa (Russland/Nr. 12) - Alexandra Dulgheru (Rumänien) 6:0, 6:2, Petra Cetkovsk (Tschechien) - Agnieszka Radwanska (Polen/Nr. 13) 3:6, 7:6 (7:5), 6:4, Nadia Petrowa (Russland) - Anastasia Pawljutschenkowa (Russland/Nr. 14) 6:3, 6:3, Ana Ivanovic (Serbien/Nr. 18) - Eleni Daniilidou (Griechenland) 6:3, 6:0, Yanina Wickmayer (Belgien/Nr. 19) - Anna Tatischwili (Georgien) 3:6, 6:4, 6:2, Flavia Pennetta (Italien/Nr. 21) - Jewgenija Rodina (Russland) 6:4, 6:2, Daniela Cibulkova (Slowakei/Nr. 24) - Polona Hercog (Slowenien) 6:2, 6:1, Maria Kirilenko (Russland/Nr. 26) - Tamarine Tanasugarn (Thailand) 7:5, 7: 5, Jarmila Gajdosova (Australien/Nr. 27) - Andrea Hlavackova (Tschechien) 7:6 (7:1), 6:3, Klara Zakopalova (Tschechien) - Lucie Safarova (Tschechien/Nr. 31) 6:0, 6:7 (3:7), 6:4, Tamira Paszek (Österreich) - Christina McHale (USA) 6:4, 6:1, Kateryna Bondarenko (Ukraine) - Sara Errani (Italien) 6:4, 5:7, 6:2, Misaki Doi (Japan) - Theng Jie (China) 6:3, 6:1, Melinda Czink (Ungarn) - Anastasia Jakimowa (Weißrussland) 7:5, 6:3

Quelle: SID/spo

 
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