Wimbledon: Modenschau auf dem Centre Court
VON DIETER KODITEK - zuletzt aktualisiert: 02.07.2008 - 16:54London (RPO). Gerne wird Wimbledon als Laufsteg genutzt. Ganz modebewusst präsentieren sich bei der 122. Auflage des Tennisturniers Maria Scharapowa, Roger Federer und Serena Williams. Die Amerikanerin überraschte mit goldener Handtasche und weißem Trenchcoat.
Jetzt weiß die Welt, wie eine Dame, die etwas auf sich hält, auf dem Tennisplatz auszusehen hat. Serena Williams, die etwas Fülligere der beiden Zwillinge, führte es dem staunenden Volk vor Augen, als sie dieser Tage mit einem weißen Trenchcoat den Centre Court in Wimbledon betrat und sich des Kleidungsstücks auch nicht während des Einschlagens entledigte. Auf entsprechende Nachfragen zu dieser Extravaganz erklärte die Amerikanerin, sie sei schließlich eine Lady.
Eine überdimensionale goldene Handtasche, in der sie leicht einen jungen Schäferhund hätte transportieren können, hatte sie neben ihrem sportlichen Werkzeug mitgebracht. Die Ohren schmückten überdies sündhaft teure Klunker. Eine Londoner Zeitung bildete die zweimalige Wimbledonsiegerin auf der ersten Seite ab und überschrieb den Blickfang mit der Zeile: „Serena, es regnet doch gar nicht!“ Ein anderes Blatt argwöhnte süffisant, die Amerikanerin hätte vielleicht den falschen Wetterbericht gehört.
Ganz modebewusst präsentierte sich auch die entthronte Weltranglisten-Erste Maria Scharapowa. Die blonde Russin mit dem gelangweilten Blick betrat den Platz mit einem kurzen, zugeknöpften, natürlich weißen Schoßjäckchen, unter dem sich ein transparentes Blüschen befand. Ein Top verhinderte allerdings den Blick auf delikate Stellen. Dazu trug sie Tennisschuhe mit dem in silbernen Lettern aufgebrachten Namen Maria auf der Zunge. Wimbledon wurde schon immer gern als Laufsteg genutzt.
Dass ein männlicher Teilnehmer sich an derartigen Modenschauen beteiligt, ist allerdings noch nicht oft vorgekommen. Roger Federer, der Seriensieger, gefällt sich vor den Matches bisweilen in weißem Dinner-Jacket - ganz wie zu seligen Zeiten des deutschen Barons Gottfried von Cramm. Jetzt zeigt sich der Eidgenosse gern in Pullovern und Strickjacken mit eigenem Logo. Und beim Einmarsch in den Centre Court trägt er stets eine große, weiß-gelackte Tasche.
Es ist schon viel gerätselt worden, was er darin wohl verbirgt. Er hat es noch nicht preisgegeben. Aber ein wenig tuntig wirkt es allemal.
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