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Wimbledon: Müller hält deutsche Fahne hoch

zuletzt aktualisiert: 27.06.2007 - 14:33

London (RPO). Im Eiltempo hat Martina Müller die zweite Runde in Wimbledon erreicht. Damit nahm die Hannoveranerin als einzige deutsche Spielerin bei den 121. All England Championships ihre Auftakthürde erfolgreich.

Als einzige Deutsche erreichte Martina Müller die zweite Runde.  Foto: AP, AP
Als einzige Deutsche erreichte Martina Müller die zweite Runde. Foto: AP, AP

Die 24-Jährige bezwang am Mittwoch Anna Smashnova (Israel) mit 6:0, 6:0. Das Match war ursprünglich für Dienstag angesetzt, musste aber wegen der Regen-Verzögerungen zum Turnierauftakt verschoben werden.

Im wichtigen Fed-Cup-Spiel um den Aufstieg in die Weltgruppe (14./15. Juli) in Japan aber ist Müller, derzeit klar die beste Spielerin des Deutschen Tennis Bundes (DTB), nicht dabei. Angesprochen auf ihren Zoff mit dem DTB reagierte die 24-Jährige gereizt: "Das ist schon schade, dass man immer wieder darüber sprechen muss".

Auf Platz 34 der Weltrangliste hat sich die nur 1.65 Meter kleine Blondine bereits nach vorne gespielt. Nur 41 Minuten brauchte sie für ihre erste "Brille" auf der Profitour gegen die 31 Jahre alte Teilruheständlerin aus Israel. "Ich bin gut ins Spiel gekommen und habe nicht nachgelassen. Ich bin sehr zufrieden", sagte Müller.

Ohne Vater/Coach Reinhardt ist sie in Wimbledon, stattdessen betreut sie Freund Florian. Die Polin Agniesza Radwanska ist die nächste Gegnerin, Juniorensiegerin in Wimbledon 2005. "Ich versuche, das Thema Fed-Cup in Wimbledon auszublenden", meint Müller, "auch wenn es schwer fällt."

Wie nötig sportlich ihr Einsatz im Match gegen die Asiatinnen wäre, zeigt die ansonsten verheerende Bilanz der deutschen Damen an der Church Road: Alle anderen sechs Spielerinnen blieben nach zum Teil ganz schwachen Leistungen bereits in der ersten Runde auf der Strecke.

Weiterhin Eiszeit zwischen Müller und Rittner

Die potenzielle Führungsspielerin Anna-Lena Grönefeld hat zudem weiterhin mit derartigen psychischen Problemen zu kämpfen, dass Teamchefin Barbara Rittner schon überlegt, sie überhaupt mit nach Tokio zu nehmen.

"Sportlich hätte ich sie natürlich gerne dabei", sagt Rittner, und Müller wiederholte auch in Wimbledon ihre grundsätzliche Bereitschaft zu spielen: "Ich würde sehr gerne, aber ich lasse mich nicht erpressen."

So geht es in dem seit einem Jahr schwelenden Streit schon lange nicht mehr um den Sport. Es ist vielmehr ein Kampf um Eitelkeiten, Prinzipien und auch ein wenig Geld. Antrittsgeld würde der DTB nämlich nach einem Jahr Abstinenz auch nicht zahlen wollen, aber immerhin eine Siegprämie, irgendwo zwischen 3000 und 5000 Euro.

Die Fed-Cup-Partie gegen China 2006 hatte den Streit ausgelöst, als Martina Müller darauf beharrte, dass ihre Freundin Julia Schruff zum Team gehören solle. Das hatte Rittner abgelehnt, Müller blieb zuhause und wurde in der Folge aus dem A-Kader gestrichen. "Ich soll mich öffentlich für meine Absage entschuldigen, aber das sehe ich nicht so", meint Müller: "Ich spiele nicht um jeden Preis." Briefe wurden bereits gewechselt zwischen den Parteien, aber geeinigt wurde sich nicht.

"Dass sie sich öffentlich entschuldigen soll, ist Unsinn", sagt DTB-Sportdirektor Klaus Eberhardt. "Wir erwarten aber, dass Martina Müller auf Barbara Rittner zugeht und sagt, es täte ihr Leid, dass sie im letzten Jahr nicht mit nach China geflogen ist", fügte Eberhardt hinzu.

"Ich sehe es so, dass Barbara Rittner den ersten Schritt machen muss", sagt Martina Müller. Und so stehen sich die zwei Parteien wie starrköpfige Streithansel gegenüber und riskieren einen wichtigen, möglichen sportlichen Erfolg für das deutsche Tennis.


121. All England Championships in Wimbledon (16,7 Millionen Euro), 3. Tag:

1. Runde:

Martina Müller (Hannover/Nr. 32) - Anna Smashnova (Israel) 6:0, 6:0, Ana Ivanovic (Serbien/Nr. 6) - Melinda Czink (Ungarn) 6:0, 7:6 (7:3), Jelena Dementjewa (Russland/Nr. 12) - Nathalie Dechy (Frankreich) 6:1, 7:6 (8:6), Dinara Safina (Russland/Nr. 13) - Kateryna Bondarenko (Ukraine) 7:5, 7:6 (9:7), Nicole Vaidisova (Tschechien/Nr. 14) - Karin Knapp (Italien) 7:6 (8: 6), 6:2, Tatiana Golovin (Frankreich/Nr. 17) - Hsieh Su-wei (Taiwan) 5:7, 6:3, 8:6, Tathiana Garbin (Italien/Nr. 21) - Yan Zi (China) 3:6, 6:2, 6:3, , Virginia Ruano Pascual (Spanien) - Anabel Medina Garrigues (Spanien/Nr. 22) 6:3, 2:6, 6:2, Mara Santangelo (Italien/Nr. 28) - Ayumi Morita (Japan) 6:1, 3:6, 6:3, Francesca Schiavone (Italien/Nr. 29) - Anne Kremer (Luxemburg) 5:7, 6:4, 6:3, Meilen Tu (USA) - Edina Gallovits (Rumänien) 4:6, 6:2, 6:2, Tamira Paszek (Österreich) - Barbora Zahlova Strycova (Tschechien) 6:4, 7: 6 (7:3), Severine Bremond (Frankreich) - Jekaterina Bytschkowa (Russland) 6:4, 6:4, Arvane Rezai (Frankreich) - Shenay Perry (USA) 6:2, 7:6 (7:4), Iveta Benesova (Tschechien) - Catalina Castana (Kolumbien) 6:0, 7:5, Victoria Asarenka (Weißrussland) - Jelena Kostanic Tosic (Kroatien) 6:3, 6:1, Nicole Pratt (Australien) - Casey Dellacqua (Australien) 6:3, 6:4, Tatiana Golovin (Frankreich) - Hsieh Su-Wei (Taiwan) 5:7, 6:3, 8:6, Agnieska Radwanska (Polen) - Zwetana Kirilo Pironkowa (Bulgarien) 6:2, 6:1, Tatjana Perebijnis (Ukraine) - Emmanuelle Gagliardi (Schweiz) 6:3, 6:3, Akiko Morigami (Japan) - Alberta Brianti (Italien) 6:4, 6:0, Caroline Wozniacki (Dänemark) - Anastasija Jakimowa (Weißrussland) 7:5, 6:2

2. Runde:

Justine Henin (Schweiz/Nr. 1) - Wera Duschewina (Russland) 6:0, 6:4, Serena Williams (USA/Nr. 7) - Alicia Molik (Australien) 7:6 (7:4), 6:3, Jelena Jankovic (Serbien/Nr. 3) - Jarmila Gajdosova (Slowakei) 6:1, 6:1, Martina Hingis (Schweiz/Nr. 9) - Aiko Nakamura (Japan) 6:1, 6:2, Shahar Peer (Israel/Nr. 16) - Kaia Kanepi (Estland) 6:4, 7:5, Marion Bartoli (Frankreich/Nr. 18) - Olga Goworzowa (Weißrussland) 7:5, 6:2, Laura Granville (USA) - Sybille Bammer (Österreich/Nr. 20) 6:1, Milagros Sequera (Venezuela) - Samantha Stosur (Australien(Nr. 27) 6:2, 5:7, 6:4, 6: 4, Jelena Wesnina (Russland) - Emilie Loit (Frankreich) 6:1, 6:2

Quelle: sid

 
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