Wimbledon: Schüttler weiter auf dem Durchmarsch
zuletzt aktualisiert: 30.06.2008 - 19:22London (RPO). Die Erfolgsgeschichte von Rainer Schüttler bei den 122. All England Championships in Wimbledon geht weiter. Der Korbacher steht nach einem 6:4, 3:6, 6:4, 7:6-Erfolg gegen Janko Tipsarevic (Serbien) erstmals im Viertelfinale des bedeutensten Tennis-Turniers der Welt. Und da geht noch mehr.
Denn in der Runde der letzten Acht trifft Schüttler am Mittwoch in Marin Cilic aus Kroatien oder dem Franzosen Arnaud Clement erneut auf einen ungesetzten Spieler. "Dieser Sieg ist sehr wichtig für mich. Aber ich will auf jeden Fall noch weiterkommen. Und ich werde versuchen, jetzt alles zu genießen", sagte Schüttler.
Schüttler, mit 32 Jahren ältester noch im Turnier verbliebener Spieler, hatte zuvor nur mit seinem Finaleinzug bei den Australian Open 2003 ein besseres Ergebnis bei einem Grand Slam erreicht. Nachdem er in den vergangenen Jahren auch durch Verletzungen und Krankheiten in der Weltrangliste sogar auf Plätze jenseits der 100 abgerutscht war, rutscht er nun mindestens unter die Top 60 und darf sogar wieder auf die Olympia-Teilnahme in Peking hoffen.
Die Frist zur Erreichung der Nominierungskriterien ist zwar abgelaufen, bereits vor vier Jahren hatte aber der Bayreuther Florian Mayer bei seinem Viertelfinaleinzug in Wimbledon von einer Härtefall-Regelung profitiert. Mayer war dabei auch der bislang letzte Deutsche, der an der Church Road die Runde der letzten Acht erreicht hatte.
Auch Federer im Viertelfinale
Dort steht wie erwartet auch Titelverteidiger Roger Federer. Der Schweizer setzte sich gegen Lleyton Hewitt aus Australien 7:6 (9:7), 6:2, 6:4 durch und rückte seinem sechsten Triumph in Wimbledon hintereinander wieder einen Schritt näher. Er trifft nun auf Mario Ancic. Der Kroate ist der bislang letzte Spieler, der Federer in Wimbledon bezwingen konnte. 2002 landete er als Qualifikant einen Erstrundensieg.
Mittlerweile ist Federer seit 63 Spielen auf Rasen ungeschlagen. "Ich habe ihn damals total unterschätzt", sagte Federer und freute sich schon mal auf die Neuauflage des Duells. Auch sein großer Konkurrent Rafael Nadal (Spanien) ist noch im Rennen. Er bezwang Michail Juschni aus Russland in drei Sätzen.
Schüttler begann sein viertes Match im sonnigen London mit einem Ass und zeigte sich wie schon bei den Auftritten zuvor hoch konzentriert und selbstbewusst wie lange nicht. Erst als sich Tipsarevic gleich nach dem ersten Satz am linken Oberschenkel behandeln lassen musste, geriet er etwas aus dem Konzept.
Zwischen den Ballwechseln humpelte Tipsarevic nur noch über den Platz, erlief dann aber immer wieder schwierigste Bälle. Schließlich zahlte sich aber Schüttlers mutiges Spiel aus, immer wieder punktete er mit klug platzierten Bällen.
Historische Pleite für Jankovic
Bei den Frauen leisteten sich die Weltranglistendritte Jelena Jankovic (Serbien) und die Vierte Swetlana Kusnezowa (Russland) historische Niederlagen. Nachdem bereits die Weltranglistenzweite Maria Scharapowa aus Russland (an drei gesetzt) in der zweiten und die Weltranglistenerste Ana Ivanovic aus Serbien in der dritten Runde verloren hatten, findet zum ersten mal bei einem Grand-Slam-Turnier das Viertelfinale ohne die Top 4 der Welt statt.
Jankovic verlor 3:6, 2:6 gegen Tamarine Tanasugarn. Die Thailänderin fordert nun Titelverteidigerin Venus Williams (USA). Die Siegerin von 2000, 2001, 2005 und 2007 bezwang Alisa Klejbanowa aus Russland 6:3, 6:4 und rückt immer mehr in die Favoritenrolle. Kusnezowa musste sich der Polin Agnieszka Radwanska 4:6, 6:1, 5:7 geschlagen geben. Radwanska muss sich nun mit der zweimaligen Siegerin Serena Williams (USA) auseinandersetzen.
Wimbledon (14,918 Millionen Euro), 7. Tag:
Männereinzel, Achtelfinale:
Rainer Schüttler (Korbach) - Janko Tipsarevic (Serbien) 6:4, 3:6, 6:4, 7:6 (7:4), Roger Federer (Schweiz/TV/Nr. 1) - Lleyton Hewitt (Australien/Nr. 20) 7:6 (9:7), 6:2, 6:4, Rafael Nadal (Spanien/Nr. 2) - Michail Juschni (Russland/Nr. 17) 6:3, 6:3, 6:1, Andy Murray (Großbritannien/Nr. 12) - Richard Gasquet (Frankreich/Nr. 8) 5:7, 3:6, 7:6 (7:3), 6:2, 6:4, Feliciano Lopez (Spanien/Nr. 31) - Marcos Baghdatis (Zypern/Nr. 10) 5:7, 6:2, 3:6, 7:6 (7:4), 8:6, Marat Safin (Russland) - Stanislas Wawrinka (Schweiz/Nr. 13) 6:4, 6:3, 5:7, 6:1, Mario Ancic (Kroatien) - Fernando Verdasco (Spanien/Nr. 22) 3:6, 4:6, 6:3, 6:4, 13:11, Arnaud Clement (Frankreich) - Marin Cilic (Kroatien) 6:3, 7:5, 6:2
Fraueneinzel, Achtelfinale:
Tamarine Tanasugarn (Thailand) - Jelena Jankovic (Serbien/Nr. 2) 6:3, 6:2, Agnieszka Radwanska (Polen) - Swetlana Kusnezowa (Russland/Nr. 4) 6:4, 1:6, 7:5, Jelena Dementjewa (Russland/Nr. 5) - Shahar Peer (Indien/Nr. 24) 6:2, 6:1, Venus Williams (USA/Nr. 7) - Alisa Kleybanowa (Russland) 6:3, 6:4, Nicole Vaidisova (Tschechien/Nr. 18) - Anna Tschakwetadse (Russland/Nr. 8) 4:6, 7:6 (7:0), 6:3, Nadja Petrowa (Russland/Nr. 21) - Alla Kudrjawzewa (Russland) 6:1, 6:4, Jie Zheng (China) - Agnes Szavay (Ungarn/Nr. 15) 6:3, 6:4
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