Die Tennis-Karriere des Rainer Schüttler: Triumphzug nach tiefem Wellental
zuletzt aktualisiert: 04.07.2008 - 13:33London (RPO). Die Karriere des Tennis-Profis Rainer Schüttler könnte wechselvoller kaum sein. Zwischen seinem Finalauftritt bei den Australian Open 2003 und dem Halbfinal-Einzug in Wimbledon 2008 liegen über fünf Jahre, in denen der Korbacher nahezu von der Bildfläche verschwunden war. Jetzt verzückt er aber den internationalen Tennissport mit starken Leistungen und darf wohl zu Olympia.
Dass mit diesem Höhenflug nicht zu rechnen war, gibt auch Schüttler zu. "Ich wollte in Wimbledon dieses Jahr eigentlich nur die erste Runde überstehen", erzählt der 32-Jährige von seinen ursprünglichen Zielen. Vor zwei Monaten konnte er zwar in Houston und München jeweils Doppeltitel feiern, doch dass Schüttler ausgerechnet in Wimbledon auftrumpft, verblüfft die Fachwelt.
Begonnen hatte alles 1982, als der damals Sechsjährige von seinem Vater mit zum Tennis genommen wurde. "Ich habe gegen die Wand gespielt und dabei viel Spaß gehabt", erinnert sich Schüttler. Wir haben die Karriere des Tennis-Profis, der nach tiefem Wellental nun einen Triumphzug hinlegt, oben zusammengestellt.
Der Deutsche Tennis Bund (DTB) wird Rainer Schüttler nach dessen Halbfinal-Einzug in Wimbledon dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) sogar für die Olympia-Nominierung vorschlagen. Das bestätigte DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard dem sid. "Dann ist es eine Einzelfallentscheidung des DOSB. Ich gehe davon aus, dass sie dem zustimmen werden", sagte Eberhard.
Nominierung für Olympia 2008
Nicolas Kiefer (Hannover) und Philipp Kohlschreiber (Augsburg) hat der DTB ebenfalls als Peking-Fahrer vorgeschlagen. Diese beiden haben die Kriterien des Weltverbandes ITF für eine Teilnahme in Peking erfüllt, Kiefer mit der Halbfinal-Teilnahme beim Masters-Turnier im Oktober 2007 in Madrid zudem auch die strengeren des DOSB. Auch Schüttler hat diese Hürde schon mit dem Erreichen des Viertelfinales in Wimbledon gemeistert, aber erst nach dem Stichtag 9. Juni.
Laut Eberhard kann Schüttler allerdings auch bei einer Nominierung durch den DOSB nur dann in China teilnehmen, wenn andere Nationen Startplätze nicht wahrnehmen. Der Korbacher würde dann auf der bereinigten Weltrangliste vom 9. Juni nachrücken. Laut Eberhard kann nach den ITF-Kriterien im Doppel nur antreten, wer für das Einzel startberechtigt ist oder zu den zehn Besten der Doppel-Weltrangliste gehört.
DOSB-Präsident Thomas Bach verweist derweil auf die Nominierungshoheit seines Verbandes: "Wir haben dem DTB das Recht auf ein Doppel in Peking zugestanden. Es ist nun am DTB, die entsprechenden Spieler vorzuschlagen."
Demnach könne Schüttler bei einer Nominierung nur im Doppel mit Nicolas Kiefer antreten, da er die Einzelkriterien nicht rechtzeitig erfüllt habe. Philipp Kohlschreiber wäre dagegen auch im Einzel startberechtigt, da er auf der bereinigten Rangliste der ITF steht. 2004 hatten Schüttler und Kiefer in Athen Doppel-Silber geholt.
Der Weltverband hat die Kriterien für Peking in Absprache mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) getroffen. Der DOSB hatte mit Verweis auf die Endkampfchance aber strengere angelegt und fordert beispielsweise das Erreichen des Viertelfinales bei einem Grand Slam.
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