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Jürgen Melzer Philipp Petzschner panorama wimbledon sieg ap 2010
  Foto: AP, AP
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Wimbledon: Williams holt vierten Titel, Petzschner ersten

zuletzt aktualisiert: 03.07.2010 - 19:20

London (RPO).Kurz nachdem Serena Williams ihre Siegerpressekonferenz nach ihrem vierten Wimbledontitel beendet hatte, feierte Philipp Petzschner auf dem berühmten Centre Court seinen ersten Triumph. Der Bayreuther hatte soeben mit seinem österreichischen Partner Jürgen Melzer den Doppel-Wettbewerb bei den 124. All England Championships gewonnen.

Die beiden Freunde setzten sich im Endspiel souverän mit 6:1, 7:5, 7:5 gegen die an 16 gesetzten Robert Lindstedt (Schweden) und Horia Tecau (Rumänien) durch.

Petzschner ist damit der erste männliche deutsche Wimbledon-Champion seit Michael Stich 1992 mit John McEnroe das Doppel gewann. Der Wiener Melzer ist sogar der erste Wimbledonsieger aus Österreich überhaupt. Für den Wimbledonsieg erhielten sie neben der seit 1884 verliehenen "Gentlemen s Pairs Trophy" aus der Hand des Herzogs von Kent in der Royal Box ein Sieger-Preisgeld von jeweils 120.000 Pfund (145.000 Euro).

"Das ist ohne Zweifel der größte Erfolg meiner Karriere", sagte Petzschner, "es ist so eine große Ehre, Nachfolger eines Spielers wie Michael Stich zu sein. Wimbledonsieger ist Wimbledonsieger - das ist das größte Grand-Slam-Turnier überhaupt."

Für Serena Williams ist die Siegerehrung auf dem Platz dagegen schon Routine. Die 28-Jährige bezwang im Endspiel vor 16.000 Zuschauern die Russin Wera Swonarewa in einer weitgehend einseitigen Partie mit 6:3, 6:2 und feierte damit ihren vierten Wimbledon-Titel. Insgesamt war es bereits der 13. Grand-Slam-Sieg für die US-Amerikanerin, die damit mit Abstand die Erfolgreichste unter allen noch aktiven Spielerinnen ist.

Nach 1:07 Stunden verwandelte Williams ihren ersten Matchball, warf ihren Schläger in die Höhe und hüpfte ausgelassen an der Grundlinie - Siege sind für sie eben keine Routine. "Dieser Erfolg ist sehr speziell für mich", sagte Williams und schaute auf die Ehrentribüne, wo Billie Jean King saß: "Hey Billie, ich habe dich überholt." Die legendäre Amerikanerin hatte in ihrer Karriere 12 Grand-Slam-Titel gewonnen. Serena steht jetzt allein auf Platz sechs der erfolgreichsten Spielerinnen aller Zeiten.

Swonarewa stand das erste Mal in ihrer Karriere in einem Grand-Slam-Finale. Sie war die erste Russin im Wimbledon-Endspiel seit dem Sieg von Maria Scharapowa (2004). Die 25-Jährige konnte allerdings trotz der Sympathien der meisten Zuschauer nur bis zum Stand von 3:4 einigermaßen mit Williams mithalten. "Ich bin jetzt etwas enttäuscht, dass ich nicht mein bestes Tennis zeigen konnte", sagte Swonarewa bei der Siegerehrung, "aber Serena hat es einfach nicht zugelassen."

Nach dem Break zum 5:3 nach einem großartigen Passierball von Williams aus vollem Lauf war der erste Satz entschieden. Gleich anschließend gab Swonarewa auch ihr erstes Aufschlagspiel im zweiten Satz ab und hatte von da an keine Chance mehr. "Als ich das erste Mal nach Wimbledon kam, wollte ich unbedingt einmal hier gewinnen", sagte Serena Williams, "ich fühle mich gesegnet, dass ich es jetzt schon viermal geschafft habe."

Serena Williams verlor im Turnier keinen Satz und gab insgesamt nur dreimal ihr Service ab, im Finale erlaubte sie Swonarewa keinen einzigen Breakball und schlug neun Asse. Damit erhöhte sie ihre eigenen Turnierrekord auf insgesamt 89 Asse. "Ich weiß auch nicht, warum ich hier so gut serviere", meinte die Siegerin, "ich komme hier auf dieses Gras und es läuft."

Swonarewa, die anschließend an der Seite ihrer Landsmännin Jelena Wesnina auch noch das Finale im Damen-Doppel mit 6:7 (6:8), 2:6 gegen das Duo Vania King/Jaroslawa Schwedowa (USA/Kasachstan) verlor, verbesserte sich durch den größten Erfolg ihrer Laufbahn von Platz 21 der Weltrangliste auf Rang 9 und kassierte ein Preisgeld von 500.000 Pfund (etwa 600.000 Euro). Williams bleibt natürlich die Nummer eins und darf sich über eine weitere Million Pfund Preisgeld (1,21 Millionen Euro) freuen.

Quelle: SID/chk

 
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