Arag World Team Cup: Auf die Mannschaft kommt es an
VON CHRISTIAN SONNTAG UND JÖRG ZELLEN - zuletzt aktualisiert: 15.05.2008 - 10:53Düsseldorf (RPO). 1989, 1994, 1998, 2005 - schon viermal verließ das deutsche Team die Düsseldorfer ATP-Weltmeisterschaft als Sieger. In diesem Jahr gelten die Mannen um Teamchef Patrik Kühnen eher nicht als Favorit - aber bei der WM gilt nichts als unmöglich.
USA, Spanien, Russland: Wenn Patrik Kühnen nach den Favoriten für die 31. Mannschafts-Weltmeisterschaft am Rochus-Club (18. bis 24. Mai) gefragt wird, gehen ihm diese drei Länder sehr schnell von den Lippen. Nach den Chancen der deutschen Mannschaft gefragt, wird der 42-Jährige schon etwas vorsichtiger: "Wir sind in der Lage, vor heimischem Publikum über uns hinauszuwachsen", sagt er. "Für uns spricht der Heimvorteil, und wir wollen unsere Gruppe gewinnen. Aber die Konkurrenz ist stark."
Wie schon im vergangenen Jahr plagen Kühnen einige Personalsorgen. Die Nummer eins im Deutschen Tennis, Tommy Haas, ist verletzungsbedingt nicht dabei. Philipp Kohlschreiber, schon 2007 wegen des Ausfalls von Haas die Nummer eins im deutschen Team, hat gerade eine Viruserkrankung hinter sich. Der sympathische Augsburger, der nach drei Teilnahmen in Düsseldorf eine negative Bilanz aufweist (2:4-Siege), wird sicherlich alles dafür tun, um seine persönliche Statistik aufzubessern.
Als Nummer zwei kehrt Nicolas Kiefer nach zweijähriger Abstinenz aus der Nationalmannschaft erstmals wieder zurück an den Rolander Weg. Der Holzmindener zeigte sich zuletzt in ansteigender Form, trotz seiner Erstrundenniederlage in Rom gegen Juan Carlos Ferrero.
Egal wie "Kiwi" spielen wird, ein Titel ist ihm schon vor dem ersten Aufschlag sicher: der des deutschen Rekordspielers. Zum achten Mal nimmt der Holzmindener am World Team Cup teil. Damit überholt er nicht nur Tommy Haas, sondern auch ehemalige Größen wie Michael Stich und Carl-Uwe Steeb, die jeweils sieben Mal für Deutschland in Düsseldorf aufschlugen.
Für Nicolas Kiefer selbst ist dies gar nicht so wichtig, er fiebert dem Auftritt in Düsseldorf auch deshalb entgegen, weil er hier mit der Mannschaft schon zwei Siege feiern konnte: 1998 und 2005 stand er im Weltmeister-Team. Dabei ist seine persönliche WTC-Bilanz sogar negativ. Bei seinen bisherigen Gastspielen siegte er zehn Mal. 13 Mal verließ er den Platz als Verlierer.
Wer das Doppel bestreitet, wird sich erst unmittelbar vor dem Turnierstart am Sonntag entscheiden. Mit Christopher Kas, als Nummer 30 bester Deutscher in der Doppel-Weltrangliste, hat Kühnen jedoch einen ausgesprochenen Spezialisten nominiert. Kas könnte mit Philipp Petzschner zusammen spielen, dann stünden zwei Düsseldorf-Debütanten gemeinsam auf dem Platz. Kühnen kann sich aber auch die Variante Kohlschreiber / Kiefer vorstellen. "Die beiden wollen zusammen in Peking das Doppel spielen", sagt Kühnen.
Hoffnung schöpft die deutsche Mannschaft auch aus der Art und Weise, wie sie im Rochusclub in den vergangenen Jahren aufgetreten ist. Und die Mannschafts-WM hat bislang noch immer gezeigt, dass es oft nicht die besten Einzelspieler sind, die den Erfolg eines Teams ausmachen, sondern der mannschaftlich geschlossene Auftritt.
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