Tennis-WM in Düsseldorf: Deutschland startet gegen Frankreich
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 15.05.2010 - 12:09Düsseldorf (RP). Dietloff von Arnim, Turnierdirektor der Mannschaftsweltmeisterschaft im Düsseldorfer Rochusclub, ist ein leidgeprüfter Mensch. Er hat sich daran gewöhnt, meist erst wenige Tage vor Beginn der Traditionsveranstaltung am Rolander Weg noch Absagen von fest eingeplanten Stars der Branche zu bekommen.
Auch in diesem Jahr ist es so gekommen. Der Serbe Janko Tipsarevic hat sich wegen einer Viruserkrankung vom Spielbetrieb in Düsseldorf abgemeldet. Pech für die verbliebenen Akteure des Titelverteidigers, die in der Setzliste dadurch ganz nach hinten gereicht wurden.
Eher ungewöhnlich ist dagegen auch für von Arnim, dass Spitzenspieler kurz vor Beginn noch händeringend nach einer Möglichkeit suchen, um beim Arag World Team Cup für ihr Heimatland dabei sein zu können. Team USA berät eifrig hinter den Kulissen, wie es sich am schlagkräftigsten aufstellen soll.
Tickets für die Tennis-WM gibt es telefonisch unter 0211/9596444 oder im Internet: www.arag-world-team-cup.com
Bislang sind Sam Querrey und John Isner für die Einzel sowie die Bryan-Zwillinge Bob und Mike für das Doppel gemeldet. Doch womöglich wird die Besetzung gehörig aufgestockt. Andy Roddick hat angefragt, ob er nicht auch dabei sein dürfe.
Geschwächt von einer Magen-Darm-Infektion hatte er das Turnier in Madrid abbrechen müssen, dort aber verkündet, er wolle "sehr, sehr gerne" in Düsseldorf dabei sein. "Wir haben auch davon gehört", sagt von Arnim. "Es ist aber nicht unsere Aufgabe, über seine Teilnahme zu entscheiden. Das muss der Spitzenspieler der USA."
Das ist in diesem Fall Sam Querrey. Gut möglich, dass Roddick zunächst als fünftes Teammitglied nur mit den Landsleuten trainiert und dann je nach Ausgang der ersten Partien und seiner gesundheitlichen Verfassung über einen Einsatz von ihm entschieden wird.
Schon jetzt steht indes fest, wer die 33. Auflage des Arag World Team Cups morgen um 12 Uhr auf dem Center Court 1 eröffnen wird. Deutschland trifft zum Auftakt in der blauen Gruppe auf Frankreich. Philipp Kohlschreiber (Augsburg) tritt erst gegen Jeremy Chardy an. Anschließend stehen sich Andreas Beck (Stuttgart) und Paul-Henri Mathieu gegenüber. "Eine gute Gelegenheit zur Revanche für das Aus im Davis Cup", findet von Arnim.
Deutschland war im März in der ersten Runde des Wettbewerbs klar an der Equipe Tricolore gescheitert. Die weiteren Gegner für die von Davis-Cup-Team-Chef Patrik Kühnen betreute Mannschaft sind Titelverteidiger Serbien und Argentinien. Die rote Gruppe bilden die USA, Tschechien, Australien und Spanien. Der Turniermodus in Düsseldorf sieht vor, dass jedes Land an jedem Tag zum Einsatz kommt. Das Finale ist am 22. Mai.
Ein Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern aus der großen Zeit des deutschen Tennis wird es auch außerhalb der Plätze geben. Charly Steeb hat sein Kommen für den ersten Turniertag zugesagt, Boris Becker soll am Dienstag die sogenannte Fair-Play-Trophy an einen noch zu kürenden Profi überreichen. Eric Jelen arbeitet praktischerweise gleich beim Turnierveranstalter und wird daher täglich auf der Anlage anzutreffen sein.
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