World Team Cup: Doppel-Spezialist Kas in Düsseldorf dabei
VON DIETER KODITEK - zuletzt aktualisiert: 09.05.2008 - 11:39Düsseldorf (RPO). Mit seinem Optimismus, den er sich nie nehmen lässt, hat es Patrik Kühnen schon weit gebracht. Der Teamchef der deutschen Tennisprofis führte seine Mannschaft 2005 zum Gewinn des Arag World Team Cup in Düsseldorf und ein Jahr später noch einmal bis ins Finale dieser Weltmeisterschaft, obwohl sein Ensemble beileibe nicht zum Favoritenkreis gehörte.
Aber der Wille und die Zuversicht versetzten Berge - ebenso voriges Jahr im Daviscup, als der Chef aus dem Saarland seine Männer so gut zu motivieren verstand, dass sie fast an alte, glorreiche Zeiten anknüpften und erst im Halbfinale in Moskau knapp an den Russen scheiterten.
Obwohl es erst unlängst im Daviscup-Viertelfinale in Bremen eine herbe 1:4-Abfuhr gegen Spanien gab, sieht Kühnen dem Arag World Team Cup (18. bis 24. Mai) auch wieder mit positiven Gefühlen entgegen. "Ich bin mir sicher", sagte er gestern bei einer Stippvisite im Düsseldorfer Rochusclub, "dass wir allein schon wegen des Heimvorteils wieder eine gute Rolle spielen werden. Wir sind doch die letzten Jahre bei diesem Turnier immer über uns hinaus gewachsen."
Als Einzelspieler sind Philipp Kohlschreiber und Nicolas Kiefer gesetzt, im Doppel stehen dem Teamchef nach der Nominierung von Christopher Kas nun mehrere Optionen zur Verfügung. Kas hat sich - fast unbemerkt von der Öffentlichkeit - während der vergangenen Wochen auf Rang 30 der Doppel-Weltrangliste emporgearbeitet und ist damit der beste deutsche Spieler in dieser Wertung, wie Kühnen betont.
Deswegen habe der bald 28-Jährige aus der Nähe von Traunstein in Bayern diese Chance verdient. Kas hat insbesondere durch exzellente Ergebnisse in Zagreb und Doha/Katar auf sich aufmerksam gemacht, wo er mit seinem niederländischen Partner Rogier Wassen (Roermond) jeweils das Halbfinale erreichte.
Kas wäre mit jedem der drei anderen Team-Kollegen einsetzbar, also auch mit Philipp Petzschner, der ebenfalls überwiegend als Doppel-Spezialist gilt. Laut Kühnen sind auch Kohlschreiber/Petzschner oder Kohlschreiber/Kiefer denkbar, zumal die beiden Letzteren auch bei Olympia in Peking gemeinsam aufschlagen wollen. Für welche Formation er sich in den Gruppenspielen entscheiden wird, das will Kühnen von der jeweiligen Situation abhängig machen.
Auf das Abschneiden seiner beiden Einzelspieler kommende Woche am Hamburger Rothenbaum ist der Teamchef selbst gespannt, insbesondere auf die Form seines Spitzenspielers Philipp Kohlschreiber, der vorige Woche auf den Start beim Münchner Turnier wegen einer Virus-Infektion verzichten musste. Aber Kühnen ist zuversichtlich, dass dieses Problem überwunden sei.
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