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Arag World Team Cup in Düsseldorf: Erster Sieg für Kohlschreiber und Co.

zuletzt aktualisiert: 20.05.2007 - 19:59

Düsseldorf (RPO). Interims-Kapitän Philipp Kohlschreiber hat das deutsche Team beim Arag World Team Cup in Düsseldorf bei der Daviscup-Revanche gegen Belgien zu einem Erfolg geführt. Die Mannschaft verbuchte ihren ersten Sieg in der Blauen Gruppe.

Kohlschreiber, in Abwesenheit des verletzten Tommy Haas erstmals die deutsche Nummer eins, gewann 6:3, 1:6, 6:1 gegen Olivier Rochus und wiederholte damit seinen Sieg von Ostende. Anschließend erhöhte Nachrücker Florian Mayer mit dem 6:3, 6:4 gegen Kristof Vliegen auf 2:0.

Das Doppel mit Alexander Waske und Michael Kohlmann hatte gegen Olivier Rochus und Steve Darcis leichte Startschwierigkeiten und lag nach elf Minuten und zwei Breaks bereits mit 0:4 zurück. Gerade noch rechtzeitig erwachte der Kampfgeist in den beiden "Senioren", die am Ende mit dem 7:6 (7:4), 7:5 den dritten Punkt beisteuerten. Deutschland muss in Düsseldorf erst am Mittwoch zum zweiten Gruppenspiel antreten. Den Gegner ermitteln am Montag Tschechien und Spanien.

In der Roten Gruppe, die ebenfalls am Sonntag begann, startete Argentinien mit einem 2:1-Sieg über Schweden. Zwar brachte Robin Söderling die Skandinavier durch ein 6:1, 6:4 gegen Argentiniens Nummer eins Juan Ignacio Chela mit 1:0 in Führung. Danach kassierte aber Altmeister Jonas Björkman mit dem 7:6 (7:3), 6:7 (7:9), 3:6 gegen Jose Acasuso das 1:1, bevor er an der Seite von Thomas Johansson auch das Doppel gegen Agustin Calleri und Chela mit 4:6, 6:4, 6:10 verlor. In der zweiten Partie der Roten Gruppe stehen sich am Montag die USA und der zweimalige Turniersieger Chile gegenüber.

Die deutsche Mannschaft gab am Sonntag einen ersten deutlichen Hinweis darauf, dass sie auch ohne Tommy Haas um den Turniersieg mitspielen will und dabei auf einen starken Spitzenspieler setzen kann. "Ich bin echt gut drauf, egal ob als Nummer eins oder Nummer zwei", ließ Philipp Kohlschreiber wissen: "Aber es macht schon Spaß, als Nummer eins aufzulaufen."

Die Erfolge der letzten Wochen mit dem gelungenen Daviscup-Debüt gegen Belgien und dem Turniersieg in München als Höhepunkt haben den in der Vergangenheit oft zögerlichen "Kohli" selbstbewusst gemacht. "Ich hatte Höhen und Tiefen in dem Match", sagte er nach dem Sieg gegen Rochus: "Zum Glück habe ich mit einer Höhe angefangen, dann kam eine kurze Tiefe im zweiten Satz und dann wieder eine richtig gute Höhe im dritten." Da sei er wieder gewesen, der "alte Philipp, druckvoll und aggressiv, so soll es sein. Ich habe das Match auf einem echt hohen Niveau zu Ende gebracht."

Als Geheimnis der neuen Stärke hat Kohlschreiber in erster Linie seine Vorhand ausgemacht: "Das ist jetzt eine echte Waffe geworden, ich habe aber auch viel daran gearbeitet." Mit der Vorhand verteilt Kohlschreiber die Bälle zielsicher über den ganzen Platz und bereitet damit viele wichtige Punkte vor. "Im Prinzip", sagte er in Düsseldorf, "ist das die Basis meines Spiels geworden." Eine äußerst erfolgreiche Basis, denn in seiner aktuellen Form kann Kohlschreiber auch bei den anstehenden French Open in Paris durchaus weit kommen.

Florian Mayer lieferte beim nie gefährdeten Sieg im zweiten Einzel gegen Kristof Vliegen ebenfalls eine solide Leistung ab. Im Gegensatz zu früher lässt sich der 23-Jährige auch von einem zwischenzeitlichen Rückstand nicht mehr aus dem Konzept bringen und holte souverän den zweiten Punkt.

Mayer bestätigte damit die Aussage von Teamchef Patrik Kühnen, dass "die deutsche Mannschaft 2007 aus sechs starken Spielern" besteht. Die Enttäuschung vom Daviscup-Viertelfinale, als Mayer gegenüber Kohlschreiber das Nachsehen hatte, hat den stillen Bayreuther offenbar ebenso wenig aus dem Konzept gebracht wie die Tatsache, dass er auch in Düsseldorf ursprünglich nicht zum Team gehörte und erst nach dem Verzicht von Tommy Haas nachnominiert wurde: "Man muss auch mal kurzfristig einspringen können und trotzdem bereit sein." Eine bemerkenswerte und in der deutschen Tennis-Vergangenheit nicht unbedingt alltägliche Einstellung.

Quelle: sid

 
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