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World Team Cup: Fluch der guten Tat

zuletzt aktualisiert: 17.05.2007 - 14:26

Düsseldorf (RP). Beim World Team Cup ist Spitzentennis geradezu garantiert. Die Creme de la Creme wird - im Gegensatz zum Vorjahr - allerdings nicht geschlossen vertreten sein. Der Erfolg von 2006 ist gewissermaßen eine Bürde.

Ivan Ljubicic hat mit David Nalbandina im Halbfinale kurzen Prozess gemacht.  Foto: Getty Images North America, AFP
Ivan Ljubicic hat mit David Nalbandina im Halbfinale kurzen Prozess gemacht. Foto: Getty Images North America, AFP

Dietloff von Arnim, Turnierdirektor des Arag World Team Cups, redet nicht groß um den heißen Brei herum, wenn es um das Teilnehmerfeld geht. „Nein“, sagt er, „die gleiche Qualität wie im vorigen Jahr kann es nicht geben. Wir hatten 2006 sieben Spieler aus den Top Ten. So schön das war, so klar ist auch gewesen, dass die Besetzung nicht mehr gesteigert werden konnte.

Insofern war dieser Erfolg auch eine Bürde.“ Der Fluch der guten Tat, gewissermaßen. Aber dafür kann das Turnier mit einer deutschen Mannschaft aufwarten, die sich mit frischem Lorbeer empfiehlt. Tommy Haas, Halbfinalist der Australian Open im Januar, kommt als Nummer elf der Weltrangliste, Philipp Kohlschreiber als frisch gebackener Turniersieger sowie Doppel-Spezialist Alexander Waske, der zuletzt Stärke im Einzel demonstrierte. Überdies kommt die deutsche Mannschaft als Halbfinalist des laufenden Davis-Cups.

Titelverteidiger Kroatien fehlt in diesem Jahr. Nicht, weil er sich nicht qualifiziert hätte. Von Arnim: „Ivan Ljubicic will nicht für sein Land starten. Die näheren Hintergründe sind mir aber nicht bekannt.“ Und die Hoffnung, endlich einmal auch den Überflieger der Branche, den Schweizer Roger Federer, präsentieren zu können, haben sich auch zerschlagen. „Es liegt nicht an Federer“, betont er, „sondern in erster Linie an der Tatsache, dass sich sein Landsmann Warinka verletzt hat und die Eidgenossen somit ihr Startrecht verloren haben.“

Nach langen, zähen Verhandlungen mit der ATP, der gemeinsamen Interessenvertretung der Spieler und Turnierveranstalter, ist es gelungen, den Arag World Team Cup nach dem bevorstehenden Jubiläum der 30. Auflage zunächst einmal für fünf weitere Jahre in Düsseldorf darbieten zu können - gegen starke Konkurrenz.

Ohne den Titelverteidiger

„Es gibt mittlerweile so viele Bewerber“, betont von Arnim, „die ein Turnier ausrichten wollen - am liebsten natürlich eine Weltmeisterschaft wie diese.“ Offensichtlich hat er die neuen Herren an der Spitze der ATP davon überzeugen können, dass Tradition einen Wert an sich darstellt. Dabei hat es wohl auch eine Rolle gespielt, dass der Rochusclub unlängst die Auszeichnung „Sustained Excellence“ erhalten hat.

Auch die Sponsoren wissen die Kontinuität zu schätzen. Zwei neue, South African Airways und Obi, sind hinzugekommen. Und das Paket für 2008, so von Arnim, ist geschnürt. Nur mit dem Titelsponsor Arag, dessen Vertrag in diesem Jahr ausläuft, gibt es noch keine neue Vereinbarung. Aber auch mit dem Düsseldorfer Versicherungsunternehmen sei man in guten Gesprächen. Der Countdown zum Jubiläumsturnier läuft.


 
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