World Team Cup: Haas und Co. mit Rückenwind
VON JÖRG ZELLEN - zuletzt aktualisiert: 17.05.2007 - 14:24Düsseldorf (RP). Nach den Erfolgen im Davis-Cup fährt das deutsche Team um Spitzenspieler Tommy Haas gestärkt zur Mannschafts- Weltmeisterschaft im Düsseldorfer Rochusclub. Bei der 30. Auflage des World Team Cup hat die Auswahl den Sieg im Visier.
Selbstbewusst geht die deutsche Tennis-Nationalmannschaft in das am Sonntag beginnende Jubiläumsturnier um den Arag World Team Cup. Tommy Haas und Co. präsentierten sich in den vergangenen Jahren in Düsseldorf stets von ihrer Schokoladenseite. 2005 reichte es gar zum Überraschungs-Coup - dem Weltmeistertitel.
2006 wurde die DTB-Auswahl nach einer Endspielniederlage gegen Kroatien Vize-Weltmeister. Nun kehren sie in ihr „Wohnzimmer Rochusclub“ zurück und wollen die heimischen Fans erneut zu Jubelstürmen bewegen. „Wir wollen hier gewinnen“, gab Teamchef Patrick Kühnen das Ziel vor. Warum sollten sich die Gastgeber auch bescheiden geben, gehören sie nach dem Davis-Cup-Viertelfinalsieg gegen Belgien doch zu den vier besten Mannschaften der Welt. Kühnen stand bei der Nominierung vor einem „Luxusproblem“.
Zwar waren mit Doppelspezialist Alexander Waske und Tommy Haas zwei Spieler für die Woche am Rolander Weg gesetzt, doch die Plätze drei bis fünf waren noch offen. Kühnen gab Philipp Kohlschreiber, Benjamin Becker und Michael Kohlmann den Vorzug. Florian Mayer, der ebenfalls zum erweiterten Kader gehört, steht auf Abruf bereit, sollte sich einer verletzen. Apropos Verletzungen: Nicolas Kiefer, der wegen einer Handgelenksverletzung seit den French Open 2006 pausieren muss, wollte in Düsseldorf eigentlich sein Comeback feiern, sagte dann aber in der vergangenen Woche ab.
„Er wird auf die Aschen-Turniere in diesem Jahr ganz verzichten“, sagte Turnierdirektor Dietloff von Arnim nach einem Telefonat mit dem Hannoveraner. Sorgenfalten bereitete zuletzt auch die unangefochtene Nummer eins im deutschen Team. In der vergangenen Woche musste Tommy Haas wegen Schulterbeschwerden sein Erstrundenmatch in Rom abbrechen. „Ich gehe aber fest davon aus, dass er in Düsseldorf spielen wird“, erklärte Kühnen.
Mit Haas als Führungsspieler müssen sich die Deutschen im achtköpfigen Starterfeld mit Sicherheit nicht verstecken - im Gegenteil. „Diese Atmosphäre hier gibt uns zusätzliche Motivation und setzt dann noch einmal ein paar Prozent mehr frei“, sagte Kühnen und fordert die Zuschauer auf, „uns wieder so fantastisch zu unterstützen“.
„Da kriege selbst ich noch eine Gänsehaut, wenn neben meiner Bank die Deutschland-Fahne steht und dann die Hymne zu hören ist“, berichtet der Teamchef. „Dieses Turnier ist einmalig auf dem Circuit. Es ist professionell, aber hat eine ganz persönliche Note.“ Festgelegt hat sich Kühnen bereits auf seine Doppelformation.
Dies verwundert angesichts der zuletzt gezeigten Leistungen von Alexander Waske und Michael Kohlmann nicht. Beim Arag World Team Cup 2006 gewannen die beiden Freunde alle vier Matches und sicherten sich den Doppelpokal der Rheinischen Post. Auch im Davis Cup haben sie einen Lauf und sind ungeschlagen. Nach dem Sieg in der Erstrundenbegegnung gegen das starke kroatische Duo Mario Ancic/ Ivan Ljubicic, verließen sie auch im Viertelfinale gegen Belgien den Platz als Sieger. Kühnen: „Das ist unser deutsches Doppel.“
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