Arag World Team Cup: Kohlschreiber kassiert erste Niederlage
zuletzt aktualisiert: 22.05.2008 - 15:23Düsseldorf (RPO). Die deutsche Tennis-Nationalmannschaft steht im Kampf um einen Platz im Finale des Arag World Team Cups 2008 mit dem Rücken zur Wand. Nach der 1:2-Niederlage gegen Italien geriet der Gastgeber auch im entscheidenden letzten Gruppenspiel gegen Russland mit 0:1 in Rückstand.
Philipp Kohlschreiber verlor sein Auftakteinzel gegen Igor Andrejew 4:6, 3:6 und sah sich anschließend weniger mit seiner sportlichen Darbietung als vielmehr mit Fragen zu seinem angeblichen Antrittsgeld im Rochusclub konfrontiert.
Derweil erreichte Schweden als erste Mannschaft das Finale am Samstag. Im entscheidenden letzten Spiel der roten Gruppe gegen die USA machten Robin Söderling und Thomas Johansson schon in den Einzeln gegen James Blake undn Bobby Reynolds alles klar. Dreimal hat eine schwedische Mannschaft bislang die Mannschafts-WM gewonnen, zuletzt 1995 mit Stefan Edberg.
Die deutschen Spieler, vor allem Philipp Kohlschreiber mussten sich dagegen nicht nur mit dem sportlichen Gegner Russland sondern auch mit anderen Dingen beschäftigen. "Ich war überrascht, dass da schon wieder irgendwas über mich erzählt wird", sagte Kohlschreiber leicht genervt. 75.000 Euro, so berichtete "Sport Bild", soll Kohlschreiber für seine drei Einzel in den Gruppenspielen kassiert haben, eine Summe, die Turnierdirektor Dietloff von Arnim vehement dementierte: "Diese Zahl ist einfach falsch, sie ist vor allem bei weitem zu hoch."
Die Diskussion um Antrittsprämien im Tennis ist keineswegs erst beim Arag World Team Cup 2008 entbrannt, zu Zeiten von Boris Becker, Michael Stich und Steffi Graf ging es bereits um ganz andere Summen als die nun kolportierten 75.000 Euro. Im Davis Cup ist es ebenfalls seit Jahrzehnten an der Tagesordnung, sowohl der Weltverband ITF als auch die Spielervereinigung ATP oder der Deutsche Tennis Bund (DTB) haben daraus nie einen Hehl gemacht.
"Es gibt Vereinbarungen zwischen dem Turnier und mir, aber deren Inhalte bleiben auch zwischen dem Turnier und mir", stellte Kohlschreiber klar und wies nachdrücklich darauf hin, dass ihn das leidige Thema nicht in seiner Konzentration auf die Partie gegen Andrejew gestört habe.
Und überhaupt, so Kohlschreiber weiter, habe er gegen den unbequemen Russen wahrlich keine schlechte Leistung geboten: "Der Spielverlauf war nicht so deutlich wie es das Ergebnis vermuten lässt." Wie schon beim Davis-Cup-Halbfinale 2007 in Moskau ließ er sich von Andrejews unspektakulärem Stil den Schneid abkaufen, zudem wechselte der Russe in wichtigen Situationen blitzschnell in eine schnellere Gangart und überrumpelte damit seinen Gegner. "Er spielt nicht so aggressiv, dass er ständig von der Grundlinie trommelt, aber er ist ungeheuer effektiv", sagte Kohlschreiber.
So effektiv, dass die deutsche Mannschaft vor dem zweiten Einzel zwischen Nicolas Kiefer (Hannover) und Dimitri Tursunow, das am Freitag um 13 Uhr beginnt, mit 0:1 im Rückstand liegt. Immerhin ist die Finalchance nach wie vor da, zumal auch Spanien sein erstes Einzel gegen Italien gewann. David Ferrer schlug Potito Starace 6:3, 3:6, 6:3. Deutschland muss gegen Russland gewinnen und auf einen spanischen Sieg gegen Italien hoffen, um sich zum insgesamt siebten Mal für das Finale im Rochusclub zu qualifizieren.
Gegen die Italiener hatte die deutsche Mannschaft zwar mit 1:0 geführt, doch Nicolas Kiefer und das Doppel konnten die Vorlage von Kohlschreiber gegen Starace nicht ins Ziel retten. Kiefer führte gegen München-Finalist Simone Bolelli in beiden Sätzen mit 5:2, konnte den Vorsprung aber wie so oft in wichtigen Matches nicht halten. Den entscheidenden Punkt zum 1:2-Endstand verloren Philipp Petzschner (Bayreuth) und Christopher Kas (Trostberg) mit einem 6:2, 3:6, 4:10 im Doppel gegen Bolelli und Starace.
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