Arag World Team Cup: Kohlschreiber schlägt auch Starace
zuletzt aktualisiert: 20.05.2008 - 16:18Düsseldorf (RPO). Dem Teamgeist sei Dank: Gastgeber Deutschland ist beim Arag World Team Cup in Düsseldorf im zweiten Spiel der Blauen Gruppe gegen Italien mit 1:0 in Führung gegangen.
Philipp Kohlschreiber (Augsburg) besiegte Potito Starace mit 6:2, 7:6 (7:5) und gewann damit nach seinem Auftaktsieg gegen den Spanier David Ferrer auch sein zweites Einzel im Rochusclub.
"Nach dem Sieg gegen Spanien haben wir schon Lust auf mehr", sagte Kohlschreiber nach der Partie gegen Starace, den er als "einen ganz guten Sandplatzspieler" bezeichnete.
Gegen den zeigte Deutschlands Nummer eins vor allem im zweiten Satz eine bemerkenswerte Leistung, als er sich nach einem 1:5-Rückstand noch als Sieger ins Ziel rettete. "Ich wollte nach dem ersten Satz alles ganz besonders gut machen, habe dann aber viel zu viele Fehler gemacht", analysierte er später: "Als ich mich dann wieder auf meine Stärken besonnen und Punkt für Punkt ausgespielt habe, lief es ja auch gleich wieder besser."
Wer am Mittwoch (ab 13 Uhr) das zweite Einzel gegen München-Finalist Simone Bolelli bestreitet, war am Dienstag noch nicht hundertprozentig klar. Nicolas Kiefer, der gegen Spanien wegen eines grippalen Infektes fehlte, hatte tags darauf wieder trainiert und saß bei Kohlschreibers Sieg auf der Tribüne.
"Es geht ihm schon deutlich besser", berichtete "Kohli": "Es wäre schön, wenn er gegen Bolelli spielen könnte." Das sei kein Affront gegen Kiefer-Ersatz Denis Gremelmayr, der am Montag sein Debüt in der deutschen Mannschaft gegen Feliciano Lopez verloren hatte: "Denis hat einen guten Job gemacht, aber ich würde auch Kiwi gerne sehen."
Dass er wie ursprünglich geplant, gemeinsam mit Kiefer auch noch im Doppel zum Einsatz kommt, hält Kohlschreiber allerdings eher für unwahrscheinlich: "Wir haben ja ein Super-Doppel, ich glaube, Philipp Petzschner und Christopher Kas sind nach ihrer Leistung gegen Spanien gesetzt."
Petzschner und Debütant Kas hatten mit ihrem Erfolg gegen Feliciano Lopez und Marcel Granollers den deutschen Sieg gegen Spanien am Montagabend perfekt gemacht. Vor allem Kas hatte danach aus seiner großen Freude keinen Hehl gemacht: "Das ist sportlich gesehen sicher der schönste Tag in meinem Leben."
Kohlschreiber dagegen vermisste zumindest am Dienstag ein bisschen die Euphorie, die Länderkämpfe normalerweise innerhalb einer Mannschaft erzeugen können. "Sicher freue ich mich jetzt über meinen Sieg gegen Starace, aber die Entscheidung fällt halt erst einen Tag später", sagte er, wollte das neue Turnierformat im Rochusclub aber nicht kritisieren: "Ich finde es ganz okay so, aber ein kompletter Länderkampf an einem Tag ist halt etwas ganz Spezielles."
Etwas ganz Wichtiges hat Kohlschreiber in den vergangenen Wochen übrigens auch abseits des Platzes gelernt. "Ich habe kapiert, dass man interne Probleme nicht an die Öffentlichkeit tragen sondern innerhalb der Mannschaft klären sollte", berichtete er in Düsseldorf.
Die sogenannte "Maulwurf-Affäre", den beim Davis-Cup-Viertelfinale in Bremen entstandenen und öffentlich ausgetragenen Zwist mit Alexander Waske, wollte er nicht mehr kommentieren. "Ich habe damals zu spontan reagiert und damit erst richtig Öl ins Feuer gegossen. Deshalb möchte ich da jetzt eigentlich nichts mehr zu sagen."
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