World Team Cup: Kühnen: "Wollen Titel bei der Tennis-WM"
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 28.04.2010 - 09:53Düsseldorf (RP). In diesen Tagen beschwört Patrik Kühnen wieder den Teamgeist. Der 44-Jährige ist seit 2003 Kapitän der deutschen Davis-Cup-Mannschaft und in dieser Funktion sozusagen per Amt zum ständigen Optimismus verpflichtet.
Ansonsten wäre es wohl auch ein ziemlich trister Job, denn wirklich großartige Nachrichten und Erfolge hat er selten zu verkünden. Da tun solche Ausflüge wie nach Düsseldorf gut. Am Rolander Weg im Rochusclub hat er nun sein Team für den Arag World Team Cup (16. bis 22. Mai) vorgestellt und zeigt sich äußerst selbstbewusst im Vorfeld der Tennis-WM. "Wir wollen den Titel holen, das ist klar. Aber wir müssen natürlich auch ans Leistungsmaximum, um bestehen zu können", sagt er.
Zur Umsetzung seiner ambitionierten Zielvorgabe sollen bei der diesjährigen Auflage Philipp Kohlschreiber (Augsburg), Andreas Beck (Stuttgart), Florian Mayer (Bayreuth) und Christopher Kas (Trostberg) beitragen. Kohlschreiber und Beck sind für das Einzel vorgesehen, fürs Doppel setzt Kühnen wohl auf die Kombination Kohlschreiber und Kas. "Die beiden haben sich schon mehrfach bewährt", sagt Kühnen. "Es ist ein sehr erfolgreiches Duo."
Der Teamchef hat noch die Möglichkeit, zusätzlich einen fünften Spieler zu nominieren. Ein Kandidat könnte nach langer Verletzungspause der Hannoveraner Nicolas Kiefer sein. "Ich habe mit Kiwi in den vergangenen Tagen ein paarmal telefoniert. Wir werden jetzt mal abwarten, wie es für ihn bei den Turnieren in Tunis und München läuft. Er stand schließlich eine ganze Weile nicht auf dem Platz", bekundet Kühnen. "Nicolas wäre aber auf jeden Fall eine Option."
Ausgeschlossen ist dagegen eine kurzfristige Rückkehr von Thomas Haas in den Kreis der Nationalmannschaft. Haas laboriert noch an den Folgen einer Hüft-Operation und befindet sich erst wieder im Aufbautraining. Darin, dass Haas jetzt auch die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen hat, sieht er kein Signal gegen eine künftige Zusammenarbeit.
"Er hat ja auch noch einen deutschen Pass. Tommy lebt jetzt schon so lange in den Staaten, da kann ich diesen Schritt von ihm irgendwie verstehen", sagt Kühnen. "Sportlich bleibt er ein Teil meiner Planungen, und ich denke, er wird, sofern er gesund ist, auch bald wieder fürs Davis-Cup-Team auf dem Platz stehen." Ohne Haas verlor Deutschland im Achtelfinale gegen Frankreich und muss jetzt um den Klassenverbleib in der Weltgruppe kämpfen.
Für Düsseldorf sieht sich Kühnen dennoch bestens aufgestellt, er glaubt an große Taten seiner Spieler. "Es muss jeder verinnerlichen, was es heißt, für Deutschland auf dem Platz zu stehen", sagt der Teamchef, der selbst als Aktiver 1989 und 1994 die WM gewinnen konnte. "Andere Länder mögen von der Papierform stärker sein als wir. Man sollte unser Team dennoch niemals unterschätzen."
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