World Team Cup: Tennis-Team feiert Heimsieg
VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 23.05.2011 - 10:02Düsseldorf (RP). Deutschland gewinnt das Endspiel des World Team Cup gegen Argentinien und ist nun Rekordsieger. Für die Spieler, die in Abwesenheit der Superstars kommen, ist das Turnier die optimale Vorbereitung auf die French Open in Paris.
Zum ersten Mal seit sechs Jahren hat Deutschlands Tennis-Auswahl bei der Mannschaftsweltmeisterschaft in Düsseldorf triumphiert. Mit fünf Titeln ist das Heim-Team nun auch der alleinige Rekordsieger im Rochusclub. "Wir haben Düsseldorf nicht als Vorbereitung für die French Open gesehen, sondern wollten den Titel gewinnen", sagte Philipp Petzschner nach dem Erfolg beim Power Horse World Team Cup.
Er siegte an der Seite von Philipp Kohlschreiber, der sein Einzel gegen Juan Ignacio Chela zuvor in zwei Sätzen verloren hatte, im entscheidenden Doppel 6:3 und 7:6 gegen Chela und Maximo Gonzalez. Florian Mayer hatte mit seinem Zweisatzsieg gegen Juan Monaco für die Führung gesorgt.
Mayer bemühte sich, seinen Versprecher so schnell wie möglich vergessen zu machen. "Die Woche lief perfekt", sagte die deutsche Nummer eins nach dem Titelgewinn. "Im Hinblick auf die French Open in Paris konnte man einige Trainingsmatches... äh... Wettkampfmatches spielen", fügte er an.
Am Ende waren alle Beteiligten im Großen und Ganzen zufrieden mit dem, was sie in der Woche vor den French Open, einem der vier Grand-Slam-Turniere, gesehen haben. Da war Mayer, der durch drei lockere Siege im Einzel in die Top 20 der Weltrangliste vordrang und sein Karrierehoch fortsetzt. "Es ist das erste Mal, dass ich das geschafft habe", sagte der 27-Jährige. "Das ist ein Supergefühl." Da war Patrik Kühnen, der deutsche Teamkapitän, der den Sieg als Resultat des Teamgeistes sah. "Es ist etwas Besonderes, diesen Titel vor eigenem Publikum zu holen", sagte er. Da war auch Thomas Königsbauer, der Geschäftsführer des Energydrink-Herstellers Power Horse, der den World Team Cup durch seinen Einstieg im Januar erst gerettet hatte. "Wir sind sehr zufrieden und möchten gerne weitermachen", resümierte er.
Und da war Dietloff von Arnim, der Direktor des Turniers, der die Wertigkeit des Wettstreits der Nationen über die Weltranglistenplatzierungen zweier Top-Ten-Spieler definierte. "Mit Robin Söderling und Mardy Fish hatten wir das beste Feld der letzten fünf Jahre und haben attraktives Tennis geboten", befand er.
Die Profis, die kamen, waren angetan von der Organisation des Turniers auf der schmucken Anlage am Rande des Grafenberger Walds. Einzig über den sportlichen Wert kann man streiten. Die Superstars Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic bereiten sich lieber anderswo auf die Offenen französischen Meisterschaften vor. Dafür sind Spieler dabei, die die Top 100 nur vom Hörensagen kennen. Die Schweden waren nur dank Robin Söderling (Nummer fünf der Weltrangliste) dabei. Bei aller Zuneigung, die er bei einer Einzel-Bilanz von zwölf Siegen in 13 Spielen für Düsseldorf empfindet, kann er halt nicht allein antreten. Er braucht eine Mannschaft.
"Die ATP kann uns eben nicht garantieren, dass wir Topspieler bekommen", sagte von Arnim über die Vereinigung der professionellen Tennis-Spieler und Turnierveranstaler. Mit ihr sei man aber auf einem guten Weg, den 2012 auslaufenden Vertrag zu verlängern, betonte er. 2013 sei man bereits im Tour-Kalender vorgesehen. "Es ist aber weder von der ATP noch von uns gewollt, dass wir den Vertrag nur um ein Jahr verlängern", sagte von Arnim.
In der jüngeren Vergangenheit wurden Vereinbarungen jeweils über fünf Jahre getroffen. Was der Rochusclub dafür aber braucht, ist die verbindliche Zusage eines Titel-Sponsors. Und für den spielt die Präsenz im frei empfangbaren Fernsehen stets eine besonders große Rolle.
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