Weniger Bier in den Stadien: Football-Rüpeln wird das Handwerk gelegt
zuletzt aktualisiert: 20.11.2009 - 12:06New York (RPO). Die National Football League (NFL) hat mit ihrem Vorgehen gegen Randalierer Erfolg: Nachdem die NFL-Klubs den Alkoholausschank vor und während der Spiele eingeschränkt haben, ist die Zahl der Ausschreitungen deutlich zurückgegangen.
Den wenigen verbleibenden Störenfrieden wird das Leben durch ein interaktives Informationssystem schwer gemacht. Zuschauer können bei allen 32 Vereinen per SMS die Stadionpolizei zu Hilfe rufen.
Bis zu 100 Mal wird bei jedem NFL-Spiel der Ordnungsdienst angefordert. Am häufigsten müssen die Sicherheitskräfte bei den Miami Dolphins ran, bei denen die zu wählende Handynummer gleich auf jedem Sitz vorzufinden ist.
Knapp 50 Ordner sind strategisch so optimal positioniert, dass die durchschnittliche Reaktionszeit bei unter zwei Minuten liegt. "Wir erhalten ein gutes Feedback von den Fans. Unsere neuen Verhaltens-Regulative haben hervorragend eingeschlagen", sagte NFL-Commissioner Roger Goodell.
Vor knapp anderthalb Jahren hatte er seinen Clubs eine Liste mit 43 Ratschlägen zur Verbesserung des Fan-Verhaltens zugestellt, von denen allerdings einige noch heute auf Umsetzung warten. So beschränken zum Beispiel nur zwei Vereine das "Tailgating" - das traditionelle Picknick vor den Stadiontoren - auf die von der Liga empfohlenen dreieinhalb Stunden.
Zwei Gläser Bier müssen reichen
Dagegen wurde die Reduzierung des Alkoholkonsums fast überall durchgesetzt. Durstige Besucher müssen mit zwei Gläsern Bier oder Wein auskommen - nicht gerade zur Freude der US-Alkoholproduzenten, in den meisten Fällen zahlungskräftigste Werbepartner der Vereine.
Rund 3700 Fans wurden bisher in dieser Saison wegen Randale aus den Arenen geworfen, die Polizei nahm zudem 894 Verhaftungen vor. Damit liegt die NFL auf Vorjahreskurs, aber deutlich unter den Werten aus den Jahren zuvor, als sie durch die ständig ansteigenden Fälle von alkoholisierten Randalierern in die Schlagzeilen geriet. Als die Medien die Liga auf dem Weg zum "Hooliganismus" sahen, griff Goodell durch.
Ob die Zuschauerzahlen Fernsehquoten deshalb in dieser Spielzeit anstiegen, wird sich spätestens im Januar herausstellen. Dann liegen die Ergebnisse einer Untersuchung vor, die von der NFL in Auftrag gegeben wurde. Spricht sich eine Mehrheit der US-Öffentlichkeit für die Beibehaltung der Alkohol-Limitierung aus, droht den als trinkfreudig geltenden Footballfans die ultimative Höchststrafe - der Wechsel zum Light Beer.
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