Stanley-Cup-Triumph nach 2:1 in Detroit: Pittsburgh gewinnt dramatisches Spiel 7
VON ANDRE SCHALL - zuletzt aktualisiert: 13.06.2009 - 10:12Detroit (RPO). Mit nur noch drei Sekunden auf der Uhr hatte Detroits Kapitän Nicklas Lidström das leere Tor vor sich, doch irgendwie wollte die Scheibe nicht rein. Augenblicke später war alles vorbei - und die Spieler der Pittsburgh Penguins flippten völlig aus. Sie hüpften im Freudenrausch über das Eis - und bildeten eine jubelnde Traube um ihren Torhüter Marc-André Fleury.
Die Schlusssirene hatten Pittsburghs Akteure in der Joe Louis Arena ob der Dramatik und Lautstärke zuvor überhaupt nicht wahrgenommen. Sie alle starrten zum direkt hinter Detroits Tor posierten Schiedsrichter. Als der mit wild rudernden Armen signalisierte, dass die Partie vorbei sei, gab es für die Gäste kein Halten mehr.
Erstmals seit 17 Jahren holte das Team um Kapitän Sidney Crosby den Stanley Cup - und gewann die wertvollste Eishockey-Trophäe der Welt insgesamt zum dritten Mal in der Klubgeschichte. Am Ende des entscheidenden siebten Play-off-Finalspiels in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL bei Titelverteidiger Detroit Red Wings hieß es 2:1.
Die Tore für Pittsburgh erzielte vor 20.066 Zuschauern in der ausverkauften Joe Louis Arena, darunter die Box-Legende Muhammad Ali, Center Maxime Talbot in der 22. und 31. Minute. Für Detroit traf Verteidiger Jonathan Ericsson (54.).
Während die Mannen in Weiß anschließend unglaubliche Jubelszenen aufs Eis legten, war die Trauer bei den Red Wings groß. Zusammengesackt saßen die Spieler des entthronten Champions auf der Bank oder lagen enttäuscht auf dem Eis.
Wie viele Zuschauer konnten auch einige Akteure ihre Tränen nicht zurückhalten. Coach Mike Babcock hatte vor dem Match noch angekündigt, die Partie "für die Stadt Detroit" gewinnen zu wollen. Die Auto-Metropole in Michigan ist die von der Wirtschaftskrise wohl am schwersten gebeutelte US-Stadt.
Auf der anderen Seite war die Freude speziell bei Superstar Crosby grenzenlos. Der Kanadier ist mit 21 Jahren nun der jüngste Kapitän eines Teams, das den Stanley Cup holte. "Ein Traum ist wahr geworden, mehr als man sich vorstellen kann", sagte der Mittelstürmer, der nach einem harten Check von Detroits Johan Franzen zu Beginn des zweiten Drittels den Rest der Partie bis auf eine Shift auf der Bank verbrachte.
Crosby errang wie einst sein legendärer Landsmann Wayne Gretzky, seinerzeit mit den Edmonton Oilers, im zweiten Anlauf die begehrte Trophäe. Im vergangenen Jahr waren die Penguins, die den Cup 1991 und 1992 mit dem heutigen Teambesitzer Mario Lemieux holten, noch in der Finalserie in sechs Spielen an den Red Wings gescheitert. Mit der Conn Smythe Trophy als wertvollster Spieler in den Play-offs (MVP) wurde Crosbys kongenialer Klubkollege Jewgeni Malkin ausgezeichnet, der 14 Tore erzielte und 22 auflegte. Er ist der erste Russe, dem diese Ehre zuteil wurde.
Der elfmalige Stanley-Cup-Sieger Detroit ist damit erst das zweite Team in der NHL-Geschichte nach den Chicago Blackhawks (1971), das den Titel nach Siegen in den ersten beiden Heimspielen nicht holen konnte. Sowohl Detroit als auch Pittsburgh hatten in dieser Serie bis zum Entscheidungsspiel ihre drei Heimauftritte jeweils gewonnen.
Den dramatischen Spielfilm zum alles entscheidenden Match sehen Sie in unserer Fotostrecke.
Eishockey, nordamerikanische Profiliga NHL, Stanley-Cup-Finale (Modus: best of seven), Ergebnis vom Freitag (12. Juni 2009):
Detroit Red Wings - Pittsburgh Penguins 1:2 (Play-off-Stand: 3:4), PITTSBURGH damit zum dritten Mal Stanley-Cup-Sieger nach 1991 und 1992
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