Amerikanerin zieht mit Katarina Witt gleich:: Michelle Kwan zum vierten Mal Weltmeisterin
zuletzt aktualisiert: 25.03.2001 - 11:29Vancouver (rpo). Michelle Kwan aus den USA hat ihren vierten Weltmeistertitel im Eiskunstlauf errungen und damit den Rekord von Katarina Witt eingestellt. Nach ihrem WM-Gold von 1996, 1998 und 2000 war der Erfolg der 20 Jahre alten Kalifornierin am Samstagabend in Vancouver jedoch lange Zeit alles andere als sicher.
"Ich stand in den Katakomben am Fernseher und wollte nicht denken 'stürz, stürz', aber irgendwie konnte ich nicht anders", beschrieb Michelle Kwan die aufreibenden Minuten nach ihrer makellosen Kür, als Konkurrentin Irina Slutskaja ihr Bestes gab.
Technisch war die Russin mit der weltweit erstmals gesprungenen Kombination Dreifach-Salchow/Dreifach-Rittberger/Zweifach-Toeloop eine Klasse für sich. An Höchstschwierigkeiten wie Dreifach-Lutz/Dreifach-Rittberger traut sich Michelle Kwan nicht heran. Doch zu offensichtlich war, dass die nach dem Kurzprogramm führende Slutskaja mit Gewalt Erste werden wollte. Die Sprünge wirkten abgehackt, ihr Programm nicht flüssig.
Ganz anders lief die Tochter chinesischer Einwanderer in ihrem roten Glitzerkleidchen: Die Kür war eine künstlerische Darbietung wie aus einem Guss, alle sieben Dreifachsprünge elegant eingebaut. Das 7:2-Urteil des Preisgerichts zu Gunsten der Olympia-Zweiten von Nagano ging für Doppel-Olympiasiegerin Katarina Witt in Ordnung: "Kwan hat mehr Dynamik, das stimmt einfach alles." Das sahen auch die 17 500 Zuschauer im General Motor Place so. Zum Ende der vierminütigen Vorstellung der Jung-Millionärin riss es die Eislauf- verrückten Kanadier von den Sitzen. "Nach diesem Jahr mit vielen Aufs und Abs bin ich unendlich froh, wieder ganz oben zu stehen", sagte Michelle Kwan, die beim Grand Prix-Finale noch gegen Slutskaja verloren hatte.
"Ich mache meinen Job und die Preisrichter ihren", meinte die zutiefst enttäuschte Slutskaja diplomatisch. Noch bei der Siegerehrung weinte die viermalige Europameisterin darüber, dass sie mit ihrer Don Quixote-Kür nicht überzeugen konnte.
Enttäuscht über ihre eigene Leistung war die einzige deutsche Teilnehmerin, Susanne Stadlmüller. Der 16 Jahre alten Stuttgarterin fehlte nach einem exzellenten Kurzprogramm der Mumm am Abschlusstag. "Das ist heute voll daneben gegangen", ärgerte sich die WM- Debütantin, die mit Platz 16 gerade eben einen Startplatz für Olympia 2002 herausholte. Ihre Vorstellung war viel zu harmlos, ein Sprung wackliger als der nächste. "Ich bin noch keine Spitzensportlerin, das muss erst kommen", meinte Susanne Stadlmüller, die nur im Kurzprogramm ihr wirkliches Können gezeigt hatte.
Damen, Endstand nach der Kür:
1. Michelle Kwan (USA) 2,6 Punkte; 2. Irina Slutskaja (Russland) 3,0; 3. Sarah Hughes (USA) 7,2; 4. Maria Butirskaja (Russland) 7,6; 5. Angela Nikodinow (USA) 8,0; 6. Wiktoria Woltschkowa (Russland) 10,4; 7. Fumie Suguri (Japan) 13,2; 8. Jelena Liaschenko (Ukraine) 15,4; ...16. Susanne Stadlmüller (Stuttgart) 28,2
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











