Reit-Grand-Prix in Berlin:: Molly Ashe erste Siegerin
zuletzt aktualisiert: 12.11.2000 - 21:12Berlin (sid). Beim Internationalen Reitturnier im Velodrom von Berlin waren in den lukrativen Springkonkurrenzen die ausländischen Gäste die Hauptdarsteller. Der Schweizer Markus Fuchs siegte um den Weltcup, Weltmeister Rodrigo Pessoa fuhr mit einem 167.000 Mark teuren PKW aus der Halle, und am Ende hieß die Siegerin im Großen Preis Molly Ashe.
Die international kaum bekannte Amerikanerin wird momentan von Olympiasieger Ludger Beerbaum (Riesenbeck) trainiert und ist die erste Amazone, die in dem seit 50 Jahren laufenden Wettbewerb diese Konkurrenz gewinnen konnte. Im Stechen um die Prämie von 38.000 Mark dominierte Ashe vor dem Schweizer Beat Mändli auf Pozitano und Derbysieger Holger Wulschner (Passin) auf Cabrol Amicor.
Was keiner im Weltcup glaubte, hatte am Samstag Markus Fuchs geschafft. Im Stechen um den Sieg im vierten Weltcupspringen der Saison der Westeuropaliga sicherte sich der Team-Olympiazweite auf dem Hengst Tinka"s Boy den ersten Rang und die damit verbundene Gewinnsumme von umgerechnet 26.000 Mark. Zweiter wurde in der mit 7.300 Zuschauern ausverkauften Halle Rene Tebbel (Emsbüren) auf Le Patron, der mit 32,51 Sekunden in der Entscheidung eine Zeit vorgelegt hatte, die nicht mehr zu unterbieten schien. "Ich habe selbst nicht mehr daran geglaubt, aber ich habe alles gewagt - und gewonnen", sagte Fuchs.
Dritter wurde der frühere Mannschafts-Europameister Markus Beerbaum (Thedinghausen) auf Charleston. In der Gesamtwertung der Liga führt der Belgier Ludo Philippaerts mit 33 Punkten vor dem Holsteiner Thomas Voss (Schülp/30).
Rodrigo Pessoa hat sich unterdessen offenbar auf das Gewinnen von PKW"s spezialisiert. Wie im Vorjahr sicherte er sich auf Lianos eine Nobelkarosse (Audi). Dafür hatte der Brasilianer das weniger lukrative Weltcupspringen ausgelassen und im Grand Prix aufgegeben.
Ohne ihren bereits in die Rente gegangenen Hannoveraner Fuchs Gigolo muss Isabell Werth (Rheinberg) derweil in der Dressur wieder mit Niederlagen leben. Die Richter punkteten im Grand Prix die viermalige Olympiasiegerin auf dem früheren Bundeschampion Antony auf den achten Platz herunter. Zur "Königin" im Viereck stieg die Olympia-Dritte Ulla Salzgeber (Bad Wörishofen) auf. Sie gewann auf dem in Lettland gezogenen erst zwölfjährigen Fuchswallach Rusty den Grand Prix und einen Tag später auch die Weltcup-Kür überlegen. Jeweils Zweite, doch mit deutlichem Abstand wurde Gonnelien Rothenberger (Holland) auf Leonardo da Vinci. Ein versöhnliches Berlin-Finale erlebte Rechtsanwältin Isabell Werth mit Platz drei in der Kür. Sie führt in der Gesamtwertung mit einem Punkt Vorsprung vor Rothenberger.
In dem oft kritisierten Mächtigkeitsspringen über gewaltige Hindernisse hat der frühere Mannschafts-Vizeweltmeister Rene Tebbel (Emsbüren) zur Zeit keine Gegner. Tebbel, der auch mit 2,33 m den Weltrekord auf einem Schnee-Parcours hält, siegte auf dem elfjährigen Holsteiner Renometto nach dem vierten Stechen, wobei er als einziger auch über die 2,20 m hohe Mauer flog.
Reiten, CHI Berlin:
Großer Preis der Springreiter:
1. Molly Ashe (USA) Gravin 0 Fehlerpunkte/36,25 Sekunden 2. Beat Mändli (Schweiz) Pozitano 0/36,36 3. Holger Wulschner (Passin) Cabrol Amicor 0/39,15 4. Franke Sloothaak (Borgholzhausen) Landdame 4/35,75 5. Michael Whitaker (Großbritannien) Prince of Wales 4/38,33 6. Lutz Gripshöver (Werne) Warren 4/39,33, alle im Stechen
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