Auftakt der deutschen Meisterschaften im Eisschnelllauf: Monique Garbrecht schnellste Sprinterin - Titel für Gunda Niemann
zuletzt aktualisiert: 10.11.2000 - 19:59Berlin (dpa). Eis-Königin Gunda Niemann-Stirnemann hat das erste große Prestige-Duell der Eisschnelllauf-Saison gegen Weltmeisterin Claudia Pechstein für sich entschieden. Bei den ersten deutschen Titelkämpfen des Jahres 2001 sicherte sich die Erfurterin am Freitagabend in Berlin in 4:12,83 Minuten ihren 32. nationalen Meistertitel und bleibt auch im achten Jahr in Folge auf dieser Distanz bei Einzelstrecken-Meisterschaften unbesiegt. Die Berlinerin Claudia Pechstein, die noch nie einen deutschen Meistertitel auf einer Einzeldistanz gewann, blieb der Thüringerin mit nur 0,34 Sekunden Rückstand aber dicht auf den Fersen.
Für beide deutschen Top-Läuferinnen war das erste Kräftemessen jedoch nicht mehr als eine Standortbestimmung vor dem Weltcup am kommenden Wochenende an gleicher Stelle, für den beide auf Grund ihrer Vorjahresleistungen vornominiert waren. "Es tut mir nicht weh, wenn ich nicht deutsche Meisterin werde", hatte Claudia Pechstein bereits vor dem Rennen eingelenkt. Gunda Niemann-Stirnemann, die sich über 500 m in lockeren 41,71 Sekunden für die 3 000 m eingestimmt hatte, setzte sich in der zweiten Runde an die Spitze und hielt den knappen Vorsprung bis zum Zieldurchlauf.
Im 500-m-Sprint gab Weltmeisterin Monique Garbrecht auf ihrer Hausbahn klar den Ton an und lief in 38,71 Sekunden so schnell wie noch nie auf dem Berliner Eis. "Ich muss damit leben: Ich bin jetzt die Gejagte. Mit diesem Einstieg kann ich sehr zufrieden sein. Aber auch die Konkurrenz schläft nicht", so die 31-jährige Hauptstädterin, die im Vorjahr neben drei WM-Titeln auch beide Sprint-Weltcups dominiert hatte. Sie gilt nun am Samstag als klare Favoritin auf den Titel, der erst nach zwei Läufen vergeben wird.
Vorjahresmeisterin Sabine Völker (Erfurt) folgte mit einem deutlichen Rückstand von 0,47 Sekunden auf Platz zwei vor der überraschend starken Anni Friesinger (Inzell). Die Mehrkampf- Europameisterin, die in der Vorbereitung stärkere Konzentration auf das Sprinttraining legte, um im Januar 2001 in Inzell an der Sprint- WM teilnehmen zu können, verbesserte in 39,63 Sekunden ihre persönliche Bestzeit um 0,11 Sekunden. "Obwohl ich nach dem Start etwas gestöpselt bin, war es das schnellste Rennen meines Lebens. Das macht mich froh", so die 23-jährige Bayerin.
Bei den Herren sprintet der Berliner Michael Künzel seinem dritten 500-m-Titel in Folge entgegen. Mit 36,55 Sekunden schuf er sich die beste Voraussetzung für die erfolgreiche Verteidigung seines Vorjahrs-Erfolgs.
Der Chemnitzer Frank Dittrich hat am Freitag den deutschen Meistertitel der Eisschnellläufer über 5 000 m gewonnen. Er siegte in 6:41,56 Minuten vor Alexander Baumgärtel (Berlin) und erkämpfte damit seinen achten nationalen Titel.
Ergebnisse
Damen, 500 m, 1. Lauf:
1. Monique Garbrecht-Enfeldt (Berlin) 38,71 Sekunden, 2. Sabine Völker (Erfurt) 39,18, 3. Anni Friesinger (Inzell) 39,63, 4. Marion Wohlrab (Pfaffenhofen) 39,98, 5. Christina Zummack (Berlin) 40,20, 6. Jenny Wolf (Berlin) 40,47
Herren, 500 m, 1. Lauf:
1. Michael Künzel (Berlin) 36,55, 2. Andreas Behr (Erfurt) 36,85, 3. Jan Waterstradt (Berlin) 37,27, 4. Marian Thomas (Berlin) 37,65, 5. Jörg Dallmann (Erfurt) 37,83, 6. Georg Taubenrauch (Erfurt) 37,84
Damen, 3 000 m:
1. Gunda Niemann-Stirnemann (Erfurt) 4:12,83 Minuten, 2. Claudia Pechstein (Berlin) 4:13,17, 3. Daniela Anschütz (Erfurt) 4:20,29, 4. Katrin Kalex (Berlin) 4:25,05, 5. Lucille Opitz (Berlin) 4:25,92, 6. Nadja Gipser (Erfurt) 4:26,15
Herren, 5 000 m:
1. Frank Dittrich (Chemnitz) 6:41,56 Minuten, 2. Alexander Baumgärtel (Berlin) 6:44,15, 3. Rene Taubenrauch (Erfurt) 6:44,64, 4. Christian Breuer (Grefrath) 6:46,40, 5. Jan Friesinger (Inzell) 6:49,97, 6. Knut Morgenstern (Chemnitz) 6:50,23
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