In Estoril erstmals für Honda: Motorsport: Poensgen mit erfolgreicher "Jungfernfahrt"
zuletzt aktualisiert: 07.09.2001 - 18:28Estoril/Neuss (rpo). Motorrad-Rennfahrerin Katja Poensgen hat die "Jungfernfahrt" auf ihrer neuen Honda erfolgreich überstanden. Die Heppenheimerin belegte beim ersten Training zum Großen Preis von Portugal in Estoril in der Klasse bis 250 ccm den 29. Platz und ließ dabei immerhin vier Männer hinter sich.
Schnellster war der in der WM nach zehn Rennen führende Japaner Daijiro Katoh auf Honda, der in 1:43,137 Minuten um 6,473 Sekunden schneller war als Poensgen. Bester Deutscher war Poensgens ehemaliger Teamkamerad Alexander Hofmann aus Bochum auf Aprilia auf Rang zwölf (1:44,507).
Für die 23-Jährige ist in Portugal die Welt in Ordnung. Sieben Wochen nach ihrem Rauswurf beim Aprilia-Renstall von Racing Factory hat Katja Poensgen bei Honda einen neuen Arbeitgeber gefunden und ist nun mit einem Vertrag bis Ende 2002 plus einer Option für zwei weitere Jahre ausgestattet. "Jetzt habe ich endlich die Situation, von der ich immer geträumt habe", sagt Poensgen, die rückblickend sagt: "Ich habe viel dabei gelernt, war zu naiv und habe auch einige tausend Mark Lehrgeld bezahlt."
Beim Honda-Team von Chef Jeff Hardwick findet Katja Poensgen nun auch finanziell eine völlig neue Situation vor. Während die WM für sie zuvor ein Zuschussgeschäft war, darf sie sich nun über einen Verdienst freuen. Sie erhält ein Gehalt, bekommt Reise- und Hotelkosten erstattet und darf ihre persönlichen Sponsoren behalten. "Ich kann mein Leben finanzieren, muss nicht mein Konto plündern. Das hätte ich bei aller Liebe zum Motorradsport auch nie gewollt", sagt die Blondine, die am 3. Juni beim Regenrennen im italienischen Mugello auf ihrer Aprilia als erste Frau in der 250er-Klasse zwei Punkte ergattert hatte.
Ihr neues Team hat sie beim Grand Prix in Brünn bereits kennen gelernt, ihr neues Arbeitsgerät aber konnte sie erst am Donnerstag erstmals in Augenschein nehmen. Ein Nachteil sei dies aber nicht. "Man hat mir gesagt, dass die Honda leichter zu fahren sei als die Aprilia. Außerdem habe ich telefonisch Kontakt mit den Mechanikern gehabt und ihnen gesagt, wie ich die Maschine gerne abgestimmt hätte", berichtet Katja Poensgen, die sich in diesem Jahr keinem Druck ausgesetzt fühlt.
Der Rest der Saison sei eine "Lernphase". "Das Wichtigste ist, dass ich jetzt auch die anderen Rennstrecken noch sehe. Dann weiß ich für die nächste Saison Bescheid", sagt Poensgen, die sich für die Saison 2002 einiges vorgenommen hat: "Ich habe bislang mehr gezeigt, als die anderen und auch ich selbst erwartet habe. Nächstes Jahr will ich konstant in die Punkte fahren. Ich weiß, dass ich das kann." An Selbstbewusstsein jedenfalls mangelt es nicht.
Rückschlag für Jenkner: 17. im Training
Zwei Wochen nach seinem dritten in Brünn hat Steve Jenkner aus Hohenstein-Ernstthal einen Rückschlag erlitten. Im ersten Qualifikationstraining fuhr der Sachse in der Klasse bis 125 ccm nur auf den 18. Platz. Auf dem 4,182 km langen Kurs war der Aprilia-Pilot mehr als zweieinhalb Sekunden langsamer als der Trainingsschnellste Youichi Ui aus Japan auf Derbi. Lediglich 30. mit mehr als sechs Sekunden Rückstand wurde Honda-Fahrer Jascha Büch (Schenefeld), der den verletzten Jarno Müller (Limbach-Oberfrohna) vertritt.
In der Klasse bis 500 ccm, in der keine Deutschen starten, war der Italiener Valentino Rossi auf Honda Schnellster.
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