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Motorrad-WM
Befreiungsschlag für Bradl – Folger nur Siebter

Das ist Stefan Bradl
Das ist Stefan Bradl FOTO: AFP
Barcelona. Stefan Bradl hat nach vielen Enttäuschungen endlich wieder ein Erfolgserlebnis gefeiert. Beim MotoGP-Rennen in Barcelona wurde der 25-Jährige Achter und holte sein bislang bestes Saisonergebnis.

Gelöst wie schon lange nicht mehr stand Stefan Bradl in der Box. "Das ist ein Befreiungsschlag für uns. Endlich sind wir da, wo wir hinwollen", sagte der 25-Jährige voller Erleichterung. Nach vielen Enttäuschungen hat der MotoGP-Pilot mit dem achten Platz in Barcelona endlich wieder ein Erfolgserlebnis gefeiert.

"Wir hatten viel Ärger zu durchstehen. "Ich habe Fehler gemacht, das Team hat Fehler gemacht", blickte Bradl auf die ersten sechs Rennen zurück. Es war bislang ein Seuchenjahr für den Zahlinger, das erste Top-10-Ergebnis nach dem Wechsel zu Forward-Yamaha soll ein Wendepunkt sein.

Vor dem Großen Preis von Katalonien war Bradl nur einmal in die Punkte gefahren. Der frühere Moto2-Weltmeister hatte in Argentinien als 15. einen Zähler geholt. Nach dem schlimmen Auftakt am Freitag ("Haben in die Scheiße gelangt") zeigte der zuletzt zweimal ausgefallene Bradl im Rennen eine hochkonzentrierte Vorstellung.

Als zusätzliche Belohnung nahm Bradl erstmals Gratulationen für den besten Fahrer der drittklassigen Open-Kategorie entgegen. Denn die ersten sieben Piloten gehörten zu Werks- oder werksunterstützten Teams.

Weiterhin vorneweg fährt Jorge Lorenzo. Der viermalige Weltmeister holte auf dem Circuit de Catalunya den vierten Sieg in Serie und setzt seinen Yamaha-Teamkollegen Valentino Rossi immer mehr unter Druck. Der in Barcelona zweitplatzierte Italiener liegt im Klassement nur noch einen Punkt vor Lorenzo.

Marc Marquez schied aus und verlor in der Gesamtwertung weiter an Boden. Der spanische Weltmeister hat nur 69 und damit halb so viele Punkte wie Rossi (138) auf dem Konto.

Bis an seine Grenzen musste Jonas Folger gehen. Der 21-Jährige stand nach dem Moto2-Rennen völlig fertig vor dem Team-LKW. "Ich bin total ausgelaugt", sagte der Oberbayer. Er sei "wirklich nicht fit" gewesen. Geschwächt von den Nachwehen einer Virusinfektion hatte sich Folger nach einem missglückten Start und einem Ausflug neben der Strecke noch auf den ordentlichen siebten Platz vorgearbeitet.

Auch in Barcelona, knapp 50 Kilometer von seinem Wohnort Tordera entfernt, war Folger bestplatzierter Deutscher. Dass es nach dem starken Qualifying mit Startplatz zwei nicht zu mehr reichte und die Chance auf den dritten Saisonsieg früh dahin war, konnte er verkraften. Folger hatte die Rennen in Doha/Katar und Jerez/Spanien gewonnen.

Einen schwarzen Tag erlebte Sandro Cortese. Der Berkheimer kollidierte in der ersten Runde mit dem Belgier Xavier Simeon (alle Kalex) und musste aufgeben. Marcel Schrötter (Tordera/Mistral) belegte den 16., Florian Alt (Nümbrecht/Suter) den 21. Rang. Der Sieg ging an den WM-Führenden Johann Zarco aus Frankreich.

Philipp Öttl (Ainring/KTM) fuhr in der Moto3 zum zweiten Mal in dieser Saison in die Top 10. Der 19-Jährige wurde wie vor vier Wochen in Le Mans/Frankreich Zehnter. "Ich bin sehr zufrieden", sagte Öttl dem SID: "Das Motorrad hat Probleme gemacht wie am gesamten Wochenende." Vibrationen (Chattering) hätten ein besseres Ergebnis verhindert.

Danny Kent (Großbritannien) vom deutschen Leopard-Racing-Team gewann zum vierten Mal in diesem Jahr und baute seinen Vorsprung in der WM aus. Zuletzt waren einem Briten 1977 vier Saisonsiege gelungen. Damals gewann Barry Sheene sechsmal in der 500-ccm-Klasse.

(sid)
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