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DTM
Disqualifikation: Timo Glock verliert Podestplatz

Di Resta gewinnt auf dem Hockenheimring
Di Resta gewinnt auf dem Hockenheimring FOTO: dpa, ua hak
Hockenheim . Die Freude über den ersten Podestplatz der Saison beim Heimrennen auf dem Hockenheimring währte für Timo Glock nur kurz. Der ehemalige Formel-1-Fahrer aus Wersau, der im turbulenten zweiten Lauf der DTM am Sonntag zunächst Rang zwei hinter Mercedes-Pilot Paul di Resta (Großbritannien) belegt hatte, wurde am Abend wegen eines Verstoßes gegen das technische Reglement (Position des Heckdeckels) an seinem BMW aus der Wertung genommen.

Glock nahm die Disqualifikation mit Fassung. "Das ist Rennsport, Regeln sind Regeln", twitterte der 34-Jährige am Sonntagabend. Einzig der Verlust seiner Trophäen wurmte ihn etwas: "Die waren für meine Frau bestimmt - als Geschenk zum Muttertag."

Unmittelbar nach dem Rennen hatte Glock, der seinen gelben Boliden liebevoll streichelte, noch ein positives Fazit gezogen: "Ich bin glücklich, dass wir alten Formel-1-Fahrer auf eins und zwei sind. Heute lief alles: Gutes Qualifying, guter Start im Rennen, gute Überholmanöver." Wie Glock hat auch Sieger di Resta bereits Erfahrungen in der Königsklasse Formel 1 gesammelt.

"Wir haben die Kontrolle im Rennen übernommen und alles souverän kontrolliert", sagte di Resta, der zuletzt im Oktober 2010 einen DTM-Sieg gefeiert hatte: "Wir sind glücklich, unser Auto ist noch besser als im letzten Jahr. Ich bin fokussiert auf die nächsten Rennen." Auf Rang zwei und drei folgten dem Briten nach Glocks Disqualifikation dessen BMW-Markenkollegen Augusto Farfus (Brasilien) und Maxime Martin aus Belgien. In der Gesamtwertung übernahm di Resta mit nun 37 Punkten die Führung.

Trotz Glocks Disqualifikation landeten fünf BMW am Sonntag in den Top 10, die Münchner haben im neuen DTM-Reglement aber auch einige Zugeständnisse (geringeres Grundgewicht, breitere Spoiler). Die am Samstag noch so schnellen Audi dagegen erlebten eine Enttäuschung: Obwohl die Fahrzeuge fünf Kilogramm leichter waren als noch beim Erfolg am Vortag, landete der Schweizer Nico Müller als bester Audi-Fahrer auf Rang sieben. Gleich vier Audi kamen gar nicht erst ins Ziel.

Im ersten Rennen am Samstag mit vielen Unfällen und teils grenzwertigen Manövern hatte Mortara gewonnen und Audi damit einen perfekten Saisonauftakt beschert. Doch mit der Hypothek der laut Reglement zusätzlich verteilten Gewichte fuhren die Ingolstädter am Sonntag nur hinterher.

Angesichts des harten ersten Laufs hatte sich ARD-Experte Norbert Haug für das zweite Rennen ein "bisschen mehr Weitblick" von den Fahrern erhofft - doch sein Wunsch erfüllte sich zunächst nicht. Nachdem der von der Pole Position gestartete di Resta einen perfekten Start erwischt und sich rasch einige Sekunden abgesetzt hatte, folgte nach wenigen Kurven ein erster Unfall, und das Safety Car kam auf die Strecke.

BMW-Pilot Antonio Felix da Costa (Portugal) hatte DTM-Neuling Esteban Ocon (Frankreich/Mercedes) in den Wagen von Ex-Champion Bruno Spengler (Kanada/BMW) gedrängt, auch Jamie Green (Großbritannien) im Audi konnte nicht mehr ausweichen und raste in die Gruppe. Spengler war außer sich, wütete im Boxenfunk ("Ocon ist der größte Idiot, den ich je kennengelernt habe"), stürmte zum Auto des Franzosen und riss die Tür auf. Erst später und nach Studie der TV-Bilder gab er sich reumütig. "In dem Moment war ich sauer, ich entschuldige mich dafür. Er konnte nicht viel dafür", sagte Spengler in der ARD.

Auch nach dem Neustart fuhr di Resta schnell ein Polster heraus, einzig sein Teamkollege und Landsmann Gary Paffett konnte dem Tempo folgen. Doch spätestens nachdem Paffett nach einer Unachtsamkeit in der Boxengasse eine Durchfahrtsstrafe erhielt, zog di Resta vorne einsam seine Kreise.

(sid)
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