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DTM
Spengler verkürzt Rückstand auf Paffett
DTM: Spengler verkürzt Rückstand auf Paffett
Bruno Spengler hat den Kampf um den Gesamtsieg in der DTM wieder spannend gemacht. FOTO: dpa, Jens Wolf
Valencia. Nach 46 turbulenten Runden unter der spanischen Sonne hatte der vorletzte DTM-Lauf zwei Sieger: Bruno Spengler profitierte nach zahlreichen Crashs und Strafen mit seinem sechsten Platz in Valencia vom Ausfall des Gesamtführenden Gary Paffett im Mercedes, machte wichtige Punkte gut und geht nun Kopf an Kopf mit dem Briten ins Saisonfinale am Hockenheimring.

Derweil feierte Augusto Farfus im BMW den ersten Sieg eines Brasilianers in der DTM vor dem ebenfalls erstmals auf dem Podium stehenden Franzosen Adrien Tambay im Audi. Routinier Mattias Ekström aus Schweden machte mit Platz drei den guten Sonntag für Audi perfekt.

"Ich habe auf der letzten Runde die ganze Zeit geweint", sagte Farfus: "Es ist unfassbar, ich bin so glücklich, das Rennen war einfach schön." Andere Worte fand Spengler. "Ein wirklich verrücktes Rennen" war es für den Kanadier. "Danke an das Team, mein Auto war heute wieder sehr geil zu fahren", sagte er. Mit minimalem Rückstand von drei Punkten auf Paffett reist er nun zum Saisonfinale nach Hockenheim (21. Oktober).

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sah dennoch keinen Grund zur Sorge. "Ich denke, wir gehen immer noch mit guten Aussichten ins Finale", sagte er: "Gary hat in allen Rennen gepunktet, nur heute nicht. Wir konzentrieren uns jetzt auf Hockenheim und kämpfen weiter."

Der letzte Lauf verspricht Hochspannung. Paffett führt trotz der Nullrunde mit 127 Punkten vor Spengler (124). Der zweimalige Vizemeister kann damit aus eigener Kraft seinen ersten Titel holen. Paffetts Markenkollege und Landsmann Jamie Green bekam in Valencia als Zehnter einen Punkt und hat mit 109 Zählern nur noch theoretische Chancen auf den Titel.

Alle Titelkandidaten hatten am Samstag das Qualifying verpatzt. Paffett (16.) und Green (18.) standen in der Startaufstellung weit hinten, Spengler konnte deren Probleme als Zwölfter jedoch kaum ausnutzen.

Gleich nach dem Start wurde es dann unübersichtlich in Valencia. Paffett leistete sich beim Versuch, Boden gutzumachen, ein aggressives Manöver gegen Joey Hand (USA/BMW), beschädigte dabei den eigenen Boliden und fiel weiter zurück. Spengler erhielt in Runde fünf eine ärgerliche Botschaft: Die Rennleitung hatte einen Frühstart gesehen - eine knappe, aber wohl richtige Entscheidung. "Ich komme nicht rein", rief Spengler zunächst wütend: "Das war kein Frühstart!"

Nach gutem Zureden der Teamleitung trat er die Strafe an, der Schaden hielt sich damit in Grenzen für den Kanadier, denn beide Konkurrenten wurden wenig später ebenfalls sanktioniert. Für seine Kollision mit Hand kassierte Paffett eine Boxenstopp-Strafe und fiel in der Folge auf den letzten Platz zurück. Green handelte sich für das Verlassen der Strecke eine Durchfahrtstrafe ein und fiel ebenfalls zurück.

"Gut, dass ich in der Situation auf mein Team gehört habe", sagte Spengler im Nachhinein: "Zum Glück konnte ich trotz allem ja punkten, das war sehr wichtig." Im neu sortierten Feld arbeitete er sich in der Folge vor, dabei profitierte er auch vom wohlwollenden Verhalten seiner Markenkollegen. So passierte Spengler Dirk Werner, wenige Runden vor Schluss überholte er in einem Zug Andy Priaulx (Großbritannien/BMW) und Audi-Pilotin Rahel Frey (Schweiz) - ein Manöver, bei dem Priaulx offenbar mithalf.

Für Spengler ein wichtiger Positionsgewinn, zumal Paffetts Wochenende kurz zuvor ein schlechtes Ende genommen hatte. Als Letzter stellte er in der 28. Runde seinen Boliden in der Box ab. Die Beschädigung aus seinem frühen Crash erwies sich als zu gravierend.

Titelverteidiger Martin Tomczyk (BMW) schied bereits in der ersten Runde aus, eine Kollision mit dem Kanadier Robert Wickens (Mercedes) beendete das Rennen für den Rosenheimer. Der frühere Formel-1-Pilot Ralf Schumacher (Kerpen) fuhr im Mercedes auf den 14.
Platz.

Quelle: sid
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