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DTM-Pilot
Glock kritisiert Stallorder im Motorsport

Das ist Timo Glock
Das ist Timo Glock FOTO: dpa, Diego Azubel
Düsseldorf. DTM-Pilot Timo Glock (Wersau) hat das gängige taktische Mittel der Stallorder im Motorsport kritisiert. "Im Sinne des Sports ist es in meinen Augen völlig unnötig! Meine private Meinung als Sportler ist, dass das auch nicht ins letzte Rennen gehört. Der beste Fahrer muss sich bis zum Ende alleine durchsetzen", sagte der 34 Jahre alte BMW-Pilot in der Sendung "Boxenfunk – Der Motorsport-Talk" bei Sport1.

Das Problem potenziere sich in der Tourenwagenserie DTM laut Glock deshalb, weil "wir pro Hersteller acht Autos haben und dann damit anfangen. Das ist schon in den letzten 10, 15 Jahren in der DTM gang und gäbe, aber man muss davon wegkommen. Die Fans sind damit nicht happy - und für die Fans machen wir den Sport", führte der frühere Formel-1-Pilot aus.

Audi-DTM-Leiter Dieter Gass verteidigte die Stallorder dagegen vehement: "Letztendlich ist der Rennsport auch ein Teamsport, und da ist es durchaus nicht unüblich, dass man sich gegenseitig hilft." Im Radsport, wo das Fahren in Teams selbstverständlich sei, "regt sich auch keiner auf, wenn am Ende die Kollegen für den Sprinter anziehen, ihm Windschatten geben und sich dann überholen lassen. Das ist ein ganz normaler Bestandteil des Sports, und das sehe ich bei uns in der DTM genauso."

Erst im elften Saisonrennen am vergangenen Wochenende in Moskau musste der von der Pole Position gestartete Mercedes-Pilot Gary Paffett (England) seine in der Meisterschaft besser platzierten Markenkollegen Robert Wickens (Kanada) und Paul di Resta (Schottland) passieren lassen.

Anstatt die Stallorder abzuschaffen, denken DTM-Vermarkter ITR sowie die Hersteller Mercedes, Audi und BMW aktuell offen darüber nach, ab 2017 pro Hersteller nur noch mit sechs statt bislang acht Boliden an den Start zu gehen. Dies solle die Kosten reduzieren und zugleich die Spannung zuspitzen.

(sid)
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