| 16.06 Uhr

Wunderkind in der Motorrad-WM
Quartararo: Mit 15 schon auf dem Weg zum Superstar

Das ist Fabio Quartararo
Das ist Fabio Quartararo FOTO: dpa, el ase
Fabio Quartararo gilt als das Supertalent der Motorrad-WM und durfte aufgrund einer eigens für ihn eingeführten Regel schon mit 15 an den Start gehen. Vergleiche mit MotoGP-Weltmeister Marc Marquez schmeicheln dem Franzosen, doch er hält sie für unangemessen.

Wird das mal einer, dieser Fabio Quartararo? Die Frage stellt sich eigentlich gar nicht. Eigens für den Franzosen wurden die Regeln geändert, schon mit 15 durfte der Teenager in der Motorrad-WM an den Start gehen. Dass ein Hype entstand, als er wegen seines außergewöhnlichen Talents in einem Atemzug mit MotoGP-Weltmeister Marc Marquez genannt wurde, ist kein Wunder.

"Diesen Vergleich darf man nicht ziehen", sagt Quartararo im SID-Gespräch, "das ist im Moment überflüssig. Marc ist viermaliger Weltmeister, zweimal nacheinander in der MotoGP. Ich bin gerade mal spanischer Meister." Kalt lässt den blutjungen Rennfahrer aus Nizza das Thema aber nicht, eine Ehre sei es schon.

Es gibt Parallelen zu Marquez, Quartararo weiß das. Der Überflieger aus Spanien hätte vor zwei Jahren als Neuling in der Königsklasse nicht sofort für ein Werksteam fahren dürfen. Das Verbot wurde gekippt, die Rechnung ging auf. Marquez holte auf Anhieb den Titel, und WM-Vermarkter Dorna hat einen neuen Superstar.

Marquez verteidigt seinen Weltmeistertitel FOTO: ap

So in etwa soll es auch mit Quartararo laufen, und deshalb wurde auch hier getrickst. 16 ist das Eintrittsalter für die Moto3-WM, doch es wurde entschieden, dass für den spanischen Meister in dieser Klasse eine Ausnahme gemacht wird. Inzwischen nennt man das die "Quartararo-Regel".

Das Supertalent ist ein wenig stolz darauf, das lässt sich leicht im Gesicht ablesen. "Ich habe mit 15 mein erstes Podium geholt. Ich bin der Sechtsjüngste, dem das gelungen ist", sagt Quartararo. Zweiter wurde der aktuelle WM-Siebte beim Grand Prix in Austin/Texas und bestätigte damit seine Qualitäten.

Mittlerweile ist Quartararo 16. Nach dem guten Saisonstart (7./2./6./4.) gab es Enttäuschungen. Beim Heimrennen in Le Mans und vor zwei Wochen in Mugello/Italien schied er nach Stürzen aus. Verändert habe sich dadurch nichts. "Ich habe keinen Druck", betont er vor dem Katalonien-GP am Sonntag (11.00 Uhr/Eurosport 2) in Barcelona.

Die deutschen Piloten in der Motorrad-WM FOTO: dpa, Hendrik Schmidt

Für das siebte Rennen des Jahres rechnet sich der sechsmalige spanische Champion etwas aus. "Hier in Montmelo habe ich im vergangenen Jahr gewonnen. Außerdem ist es eine meiner Lieblingsstrecken", sagt Quartararo. Im Gegensatz zu vielen anderen WM-Stationen kennt er den Kurs bestens. Eine Hilfe für den Newcomer.

Quartararo, "El Diablo" genannt, saß mit vier Jahren erstmals auf dem Motorrad, mit sieben fuhr er sein erstes Rennen. 50 ccm, 70 ccm, 80 ccm, später Moto3. Früh hat er die großen Stars beobachtet, besonders einen Italiener. "Mein Idol ist Valentino Rossi", sagt Quartararo: "Mein Lieblingsfahrer ist Marc Marquez. Was Marquez macht, ist verrückt."

Da passt es, dass Rossi den Vergleich mit dem MotoGP-Weltmeister befeuerte, nachdem Quartararo bei den Wintertests beeindruckt hatte. "Vielleicht ist er der neue Marc Marquez, und Marquez muss sich Sorgen machen", sagte Rossi (36) über das "French Wunderkind" (motogp.com).

Quartararo muss nicht lange nachdenken, um zu erklären, was sein Vorbild Rossi ausmacht. "Ich mag sein Lächeln. Er lächelt immer", sagt der Youngster - und lächelt.

(sid)
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