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Motorrad-WM
Für Folger wird mit Aufstieg in die MotoGP ein Traum wahr

Jonas Folger – Motorrad-Talent und Grand-Prix-Sieger
Jonas Folger – Motorrad-Talent und Grand-Prix-Sieger FOTO: AP
Le Mans/Köln. Jonas Folger steigt in der kommenden Saison in die Königsklasse MotoGP auf. Es ist für den 22-Jährigen aus Oberbayern die bestmögliche Belohnung für starke Leistungen.

Jonas Folger musste 123 Mal an den Start gehen, um ans Ziel zu kommen. "Es ist ein großer Moment für mich, da es für jeden Fahrer der Traum ist", sagte der 22-Jährige vor dem Großen Preis von Frankreich in Le Mans. Der Aufstieg in die Königsklasse MotoGP ist perfekt, in der kommenden Saison fährt der Oberbayer eine Tech3-Yamaha. Vorher gibt es noch viel zu tun.

Seit ziemlich genau acht Jahren ist Folger in der Motorrad-Weltmeisterschaft unterwegs, Schritt für Schritt führte sein Weg nach oben. Erst stieg er auf eine 125er, später auf eine 250er (Moto3), im Vorjahr dann auf die 600er (Moto2). Im Herbst kommt die letzte Stufe, eine 1000er.

Folger schon ganz aufgeregt

"Ich bin wegen der neuen Herausforderung schon sehr aufgeregt", sagt Folger - und das aus gutem Grund. Ein Kraftpaket mit knapp 250 PS, 350 km/h schnell, wartet, wenn der Aufsteiger einen Tag nach dem Saisonfinale Mitte November erstmals die M1 bewegt. Es wird eine besondere Erfahrung.

Der viermalige Grand-Prix-Sieger, in all seinen bisherigen Klassen zumindest einmal ganz oben auf dem Treppchen, hat nicht nur den Sprung in die Elite des Motorradrennsports geschafft. Er startet mit ausgezeichnetem Material ins Abenteuer. Sein britischer Vorgänger Bradley Smith fuhr 2015 regelmäßig in die Top 10 und wurde WM-Sechster. Sein neuer Teamkollege Pol Espargaró aus Spanien ist aktuell im Klassement Fünfter.

Folgers neuer Boss Hervé Poncharal ist davon überzeugt, dass der hochtalentierte Deutsche ein adäquater Nachfolger des künftigen KTM-Piloten Smith werden wird. "Wir haben viel darüber nachgedacht, wer das beste Profil hat, um Brad zu ersetzen. Nachdem wir alle Details der jungen Fahrer genauestens untersucht hatten, stand der Name Jonas Folger ganz oben", sagte der Teamchef.

Nicht ganz zufällig gab der französische Rennstall den Deal vor seinem Heimrennen bekannt. Die Saison ist noch jung, doch das Thema sollte vom Tisch. "Ich denke, dass die Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt gefällt wurde. Ich kann mich nun voll und ganz auf meine Ziele für dieses Jahr konzentrieren", sagte Folger.

Zweimal stand der junge Familienvater bei den vier Grand Prix in diesem Jahr auf dem Podium, der Rückstand zu Moto2-Spitzenreiter Sam Lowes (Großbritannien) beträgt 25 Punkte. Folger hat wieder Chancen auf den Titel, wie zu diesem Zeitpunkt im Vorjahr. Klappen kann es nur mit mehr Konstanz.

Zwei Deutsche in der MotoGP?

"Ich habe in meiner letzten Moto2-Saison noch einiges vor", sagte der derzeitige WM-Fünfte. Poncharal traut seinem künftigen Schützling den großen Wurf zu: "Das wäre die Traumsituation."

Bei Tech3 hat Folger, der wegen der im Vergleich zu Deutschland besseren Trainingsbedingungen in Tordera/Spanien lebt, einen Einjahresvertrag mit Option auf ein weitere Saison unterschrieben. Es könnte sein, dass 2017 erstmals seit Bestehen der MotoGP zwei Deutsche im Starterfeld stehen.

Stefan Bradl (Zahling) fährt seit 2012 in der Königsklasse. Sein Vertrag bei Aprilia läuft am Saisonende aus, die Chance auf eine Weiterbeschäftigung ist aber gegeben. Vor dem früheren Moto2-Weltmeister fuhr lediglich Alex Hofmann in der 2002 eingeführten MotoGP.

(sid)
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