| 08.46 Uhr

Ausbildung im Ferrari-Land
Mick Schumacher wagt in Italien den nächsten Schritt

Fotos: Mick Schumacher – Sohn und Formel-4-Fahrer
Fotos: Mick Schumacher – Sohn und Formel-4-Fahrer FOTO: dpa, fve fpt nic
Misano. Am Wochenende geht Mick Schumacher den nächsten Schritt, in Italien fährt er erstmals für sein neues Prema Powerteam - 20 Jahre, nachdem sein Vater Michael mit Ferrari eine neue Formel-1-Ära begründete.

Motorsport-Romantik hatte Mick Schumacher sicher nicht im Sinn, als er diesen nächsten Schritt seiner jungen Karriere plante. Und doch wird das kommende Wochenende in Misano besondere Momente bieten. Der 17-Jährige startet erstmals für ein italienisches Team, jagt seinen Boliden um eine Rennstrecke im Ferrari-Land - und das ziemlich genau 20 Jahre, nachdem Michael Schumacher aufbrach, mit der Scuderia Formel-1-Geschichte zu schreiben.

Von Freitag bis Sonntag gibt Schumacher junior an der Adria sein Debüt für das italienische Prema Powerteam, und natürlich werden ihn die Vergleiche mit seinem berühmten Vater gerade dort begleiten. Auch angesichts der Erwartungen, die sein großer Name schürt, will das junge Talent aber weiterhin nichts überstürzen.

Mick Schumacher will sich nicht hetzen lassen

"Rennfahren ist das, wovon ich träume. Es ist das, womit ich mich ständig beschäftige", sagt Schumacher zwar, aber er hat eben noch viel Zeit. Wichtig sei zunächst eine gute Basis, er wolle sich "nicht hetzen lassen und nur nach den schnellen Ergebnissen schielen, sondern zielstrebig und konstant an mir arbeiten".

Der Wechsel vom niederländischen Team Van Amersfoort Racing zu Prema sei nun "der perfekte nächste Schritt, damit ich ein kompletter Fahrer werden kann". Prema ist ein großer Rennstall in Italien, bekannt für seine gute Ausbildungsarbeit. Zudem bietet er Schumacher die Möglichkeit, besonders viel Zeit auf der Rennstrecke zu verbringen. Wie im vergangenen Jahr wird er in der deutschen ADAC Formel 4 antreten, Saisonstart ist am 15./16. April in Oschersleben, bei den Testfahrten setzte er zuletzt die Bestzeit.

Zudem ist Schumacher aber auch für die italienische Formel 4 gemeldet, an diesem Wochenende bildet Misano den Auftakt zu insgesamt sieben Rennwochenenden, unter anderem in Monza und Imola. Die Kombination Schumacher und Italien dürfte das öffentliche Interesse dabei noch einmal verstärken.

Fakten zur Formel 4

Es bleibt damit eine Gratwanderung. Die Wucht seines Namens öffnet Türen für Mick Schumacher, sie ist aber zweifellos auch eine Bürde. Während andere Teenager sich in den Nachwuchsserien weitgehend unbeobachtet entwickeln, siegen und verlieren können, steht Mick Schumacher schon seit seinen Kart-Tagen im Fokus.

Auch Formel-1-Vizeweltmeister Nico Rosberg ist das bereits aufgefallen, der Mercedes-Pilot findet es "schade, weil es ihm den Spaß nehmen kann. Ich hoffe, dass der ihm trotzdem erhalten bleibt", sagte Rosberg zuletzt: "Es ist sehr schwierig, aber der einzige Weg ist es, den Rummel zu akzeptieren."

Managerin Sabine Kehm ist daher bislang stets bemüht, den Hype ein wenig zu drosseln, Mick Schumacher wird wohl dosiert an die Öffentlichkeit herangeführt. In dieser Woche ging seine erste eigene Internetseite online, das Geschehen auf dem Asphalt steht aber weiter an erster Stelle. Das Rennfahren eben. "Es ist anstrengend, es ist schwierig, es ist herausfordernd, es ist kompliziert", sagt Mick Schumacher über seine Leidenschaft: "Es ist einfach nur super!"

(sid)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Mick Schumacher wagt in Italien den nächsten Schritt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.