| 17.41 Uhr

MotoGP in Assen
Bradl motzt nach überzeugender Leistung über eigenes Team

Das ist Stefan Bradl
Das ist Stefan Bradl FOTO: AFP
Assen. Erst gab Stefan Bradl die Antwort auf seine Ausbootung bei Aprilia auf der Strecke, dann ließ der MotoGP-Pilot klare Worte folgen. "Ich konnte nicht aggressiv unterwegs sein. Das kotzt mich schon ein bisserl an", sagte der 26-Jährige nach dem chaotischen Großen Preis der Niederlande. Ziel der Kritik waren die Verantwortlichen im Team, dabei hatte sich Bradl als Achter bestens verkauft.

Wegen eines heftigen Wolkenbruchs war das Rennen in Assen zwölf Runden vor Schluss abgebrochen worden. Bradl, den Aprilia zur kommenden Saison ersetzt, musste nach der Unterbrechung wegen Elektronikproblemen auf seine Ersatzmaschine wechseln – doch es gab erhebliche Unterschiede beim Set-up. Und das ärgerte Bradl enorm: "Ich war schon direkt zu den Jungs. Es hat mich genervt."

Der Geschasste fühlte sich um eine Chance gebracht. Platz sechs oder gar fünf wäre drin gewesen, meinte Bradl, fügte sich aber in sein Schicksal: "Hätte, wenn und aber zählen in diesem Business nicht." Auf dem Programm für die nächsten drei Wochen bis zum Heimrennen auf dem Sachsenring stünden "Arbeitssuche – und ein bisschen trainieren."

Miller holt ersten Sieg nach Sturzfestival

Der Australier Jack Miller (Honda) feierte bei typischem Assen-Wetter seinen ersten Sieg in der Königsklasse, profitierte aber von den vielen Stürzen. So rutschte unter anderem der neunmalige Champion Valentino Rossi aus Italien (Yamaha) nach dem Neustart als Führender ins Kiesbett. Nur 13 Fahrer kamen ins Ziel.

Enttäuscht war auch Jonas Folger (Tordera/Spanien). Der 22-Jährige, im Gegensatz zu Bradl in der kommenden Saison als Aufsteiger sicher in der Königsklasse dabei, wurde in der Moto2 nach einem Rennabbruch wegen einsetzenden Regens als bester Deutscher Zehnter.

"Wir wissen, dass wir mehr können", sagte der geknickte Folger dem SID: "Es fehlt das Gefühl und der Speed. Wir versuchen alles, kommen aber nicht vorwärts." Auf die anstehende Pause freut er sich: "Es ist ganz gut, mal abzuschalten und Energie zu holen. Wir müssen am Sachsenring einen großen Schritt machen."

Folgers Teamkollege Sandro Cortese (Berkheim), der seine Position aus dem Qualifying (7.) wie so oft nicht halten konnte, belegte den zwölften Platz direkt vor Marcel Schrötter (Tordera). Der Japaner Takaaki Nakagami feierte seinen ersten Grand-Prix-Sieg. Titelverteidiger Johann Zarco aus Frankreich wurde Zweiter und eroberte die Führung im Klassement, Folger ist Siebter.

Philipp Öttl (Ainring) nähert sich nach seiner Zwangspause der Bestform Stück für Stück an. Der angeschlagene 20-Jährige wurde in der Moto3 Elfter. Öttl, der sich Ende Mai nach einem Sturz einer Operation am Handgelenk unterzogen hatte, war vor drei Wochen bei seinem Comeback in Barcelona 17. geworden.

"Es war ein hartes Rennen, es sind wertvolle Punkte", sagte Öttl: "An der Bremse bin ich einfach noch nicht wieder stark genug. Es war ein 90-Prozent-Wochenende."

Beim zweiten italienischen Dreifachsieg in der Moto3 nach Le Mans/Frankreich 2015 gewann Francesco Bagnaia vor Fabio di Giannantonio und Andrea Migno. Es war das 800. Rennen in der Geschichte der Moto3 und ihrer Vorgängerklasse (125 ccm).

(seeg/sid)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

MotoGP: Stefan Bradl motzt über eigenes Team


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.