Socog-Vorschlag stößt auf harsche Kritik: Mutters Stullen dürfen nicht zu Olympia
zuletzt aktualisiert: 28.04.2000 - 13:01Sydney (sid). Das Organisationskomitee der Olympischen Spiele in Sydney (Socog) ist nach dem Skandal um die Ticketvergabe in ein weiteres Fettnäpfchen getreten. Der Vorschlag, Zuschauern bei den Sommerspielen (15. September bis 1. Oktober) das Mitbringen von eigenen Lebensmitteln zu verbieten, stieß auf harsche Kritik.
"Das wird nicht funktionieren. Nicht in Sydney, nicht in Australien, nicht in einer Demokratie des 21. Jahrhunderts", sagte Chris Puplick, Vorsitzender des australischen Komitees für Anti-Rassismus. Publick beschrieb das Vorhaben als einen "Werbeschwindel, den es zu ignorieren gilt".
Das SOCOG mit Olympia-Minister Michael Knight an der Spitze hatte die Forderungen aus "vertragstechnischen Gründen" erhoben. Demnach sollen Besucher an den Sportstätten nur Lebensmittel von offiziellen Olympia-Sponsoren mitführen dürfen. Einzige Ausnahme: Obst, Medikamente und spezielle Diät-Gerichte.
Unterdessen veröffentlichte die Tageszeitung Sydney Morning Herald die voraussichtlichen Preise für Nahrungsmittel in den Olympia-Shops an den Sportstätten. Ein Picknick-Korb soll umgerechnet 60 Mark kosten - doppelt so viel wie in einem "normalen" Geschäft.
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