Im US-Rennsport ein Idol wie Senna für Formel 1: Nascar-Star Dale Earnhardt Sr. verunglückt
zuletzt aktualisiert: 19.02.2001 - 12:24Daytona Beach (sid). In US-Automobilsport war er ein Idol wie Ayrton Senna in der Welt der Formel 1. Am Sonntag verunglückte Dale Earnhardt wie der unvergessene Brasilianer fast sieben Jahre zuvor tödlich. Der 49-Jährige prallte in der letzten von 200 Runden beim Motorsport-Klassiker Daytona 500 mit seinem Chevrolet bei Tempo 290 frontal gegen eine Mauer und wurde dann vom Pontiac seines Kollegen Ken Schrader erfasst. Der siebenmalige Nascar-Champion, mit Schneidbrennern aus dem Wrack befreit, erlag im Halifax Medical Center seinen schweren Kopfverletzungen.
Earnhardt ist der erste Rennfahrer, der seit der ersten Austragung des Daytona-500-Rennens 1959 ums Leben kam. Insgesamt sind nunmehr 27 Fahrer in Daytona tödlich verunglückt, alle anderen jedoch im Training. In der Nascar-Serie ist Dale Earnhardt bereits der dritte Tote binnen neun Monaten. Jeweils in New Hampshire waren am 13. Mai Adam Petty und am 8. Juli Kenny Irwin ums Leben gekommen.
Als Nascar-Präsident Mike Helton den Zuschauern an der Strecke zwei Stunden später über Mikrofon die Todesnachricht mitteilte, machte sich unter den zahlreichen Fans, die ausgeharrt hatten, tiefe Trauer breit, viele erlitten Weinkrämpfe. "Das ist ohne Zweifel die schwierigste Ankündigung, die ich jemals machen musste. Wir haben Dale Earnhardt verloren", sagte Helton mit tränenerstickter Stimme. Die große Fahne in der Mitte des Daytona International Speedways wurde auf halbmast gesetzt.
Earnhardt war seit seinem Einstieg 1975 maßgeblich für die steigende Popularität der Nascar-Serie, vergleichbar mit der Formel 1, verantwortlich. Er galt stets als fairer und rücksichtsvoller Fahrer -und war vor allem ein überaus erfolgreicher.
In seinen insgesamt 676 Rennen errang Dale Earnhardt 76 Siege. Mit seinem Preisgeld in Höhe von 41,6 Millionen Dollar war er auch der gewinnreichste Fahrer im US-Motorsport. Seit 1996 war Earnhardt auch Teambesitzer, ebenfalls mit Erfolg. Hier kassierte er bereits knapp acht Millionen Dollar an Prämien.
Die besondere Tragik des Rennens war, dass Dale Earnhardt den größten Erfolg als Teamchef nicht mehr erleben durfte. Denn in Daytona feierten Michael Waltrip und sein Sohn Dale Earnhardt Jr. einen Doppelsieg für sein Team, Dale Earnhardt selbst lag zum Zeitpunkt des Unfalls auf dem vierten Platz.
Waltrip, zuvor in 462 Rennen ohne Sieg, fuhr gleich in seinem ersten Start für Dale Earnhardt zum Erfolg. "Dale hat an mich geglaubt und mir eine Chance gegeben. Nun hat er es nicht mehr erlebt. Wie soll ich mich jetzt noch freuen können. Mein Sieg wird immer mit seinem Schicksal verbunden sein", sagte Waltrip, für den auch die Siegprämie von 1,331 Millionen Dollar kein Trost sein konnte.
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