IOC stärkt Sydneys Olympia-Machern den Rücken: Neue Querelen und Spekulationen über Minister
zuletzt aktualisiert: 11.02.2000Sydney (dpa). Das Organisationskomitee (SOCOG) in Sydney kommt sieben Monate vor den Olympischen Spielen nicht zur Ruhe, erhielt am Freitag aber Rückendeckung vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Trotz schwerer Auseinandersetzungen innerhalb des SOCOG stellte das Exekutivkomitee-Mitglied Jacques Rogge den Machern in Australien ein hervorragendes Zeugnis aus. Sydney sei auf dem Weg, die besten Spiele aller Zeiten zu organisieren, sagte der Belgier. Er will mit seiner Aussage offenbar der öffentlichen Kritik in Australien an den letzten Vorbereitungen der Spiele begegnen.
Rogge traf seine Einschätzung zu Beginn des Besuches der von ihm angeführten IOC-Koordinierungs-Kommission, die den Fortgang der Vorbereitungen beaufsichtigt. In der nächsten Woche tagt in Sydney die IOC-Führung unter Präsident Juan Antonie Samaranch. Rogge ließ die Olympia-Organisatoren allerdings nicht ganz ungeschoren davonkommen. Die vorhergesagten Einnahmen habe das IOC schon vor zwei bis drei Jahren als "zu gewagt" bezeichnet. Dies hat sich als richtig herausgestellt. Inzwischen hat das SOCOG eingestanden, dass ihm 193 Millionen australische Dollar (fast 250 Millionen Mark) an Einnahmen fehlen werden, sowohl wegen Mangel an Sponsorengeldern als auch wegen geringerer Erlöse aus Eintrittskarten als vorgesehen.
Der Kampf ums Budget hat aber offenbar auch zu internen Auseinandersetzungen und zu Schuldzuweisungen geführt. In Sydney waren am Freitag Berichte aufgetaucht, nach denen SOCOG- Geschäftsführer Sandy Hollway angeblich auf der Abschussliste steht. Dem ehemaligen Diplomaten und SOCOG waren in der vergangenen mehrere Aufgabenbereiche entzogen und der staatlich gelenkten Behörde Olympic Coordination Authority (OCA) übertragen worden.
Spekulationen über Olympia-Minister Olympia-Minister Michael Knight sah sich am Freitag gar gezwungen, die Gerüchte öffentlich zu dementieren. "Sandy ist ein sehr wertvolles Mitglied des Sydney-2000-Teams, und ich erwarte, dass er während der Spiele SOCOG-Geschäftsführer sein wird", erklärte Knight in einer schriftlichen Stellungnahme. In Sydney wurde darüber spekuliert, dass sich der als äußert ehrgeizig bekannte Berufspolitiker möglichst als alleiniger erfolgreicher Olympiamacher feiern lassen und mögliche Fehlschläge auf andere abwälzen möchte.
Über den Olympia-Minister und SOCOG-Präsidenten sagte ein führender SOCOG-Mitarbeiter am Freitag der Zeitung "Sydney Morning Herald": "Knight hat bei SOCOG keine Freunde." Dagegen gilt Hollway als äußerst beliebt bei seinen Mitarbeitern. Hollway ist bereits der dritte SOCOG-Geschäftsführer, Knight der dritte Präsident. Rogge sagte, er habe 14 Olympische Spiele als Athlet und Funktionär miterlebt, Querelen habe es immer gegeben. Die Probleme seine im Vergleich zu den Spielen in Montreal (1976), Moskau (1980), Los Angeles (1984) und Seoul (1988) gering.
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