Niederlagen für Frankfurt und Düsseldorf: NFL Europe: Berlin gewinnt in Barcelona
zuletzt aktualisiert: 24.04.2000 - 20:36Frankfurt/Main/Berlin (dpa). Nach den Niederlagen von Frankfurt Galaxy und Rhein Fire Düsseldorf war Berlin Thunder am Ostermontag das einzige siegreiche deutsche Team am zweiten Spieltag der National Football League Europe (NFLE) im American Football. Die Berliner siegten in Barcelona gegen die Dragons überraschend 28:21 (0:0, 7:0, 14:7, 7:14).
Die Frankfurter und Düsseldorfer kassierten eine Woche nach ihren überzeugenden Auftakterfolgen dagegen bittere Niederlagen. Die Galaxy, World- Bowl-Champion des Vorjahres, unterlag am zweiten Spieltag im Frankfurter Waldstadion vor gewohnt großer Kulisse von 32 459 Zuschauern den Scottish Claymores 14:17 (0:0, 7:7, 7:10, 0:0). Düsseldorf Rhein Fire, Champion von 1998, musste sich bei den Amsterdam Admirals nach Verlängerung 20:23 (0:0, 0:3, 7:0, 10:14) geschlagen geben. Einzige noch ungeschlagene Mannschaft sind die Claymores aus Edinburgh, die am 29. April in Berlin zu Gast sind.
Im Montjuic-Olympiastadion zeigte sich das Berliner Team gut erholt von der 7:32-Auftaktschlappe daheim gegen Frankfurt und taktisch bestens eingestellt auf den Dragons-Angriff mit Star- Quarterback Tony Graziani. Nach ausgeglichenem ersten Viertel bestimmte Thunder den zweiten Durchgang und ging nach einem 4-Yard- Touchdownpass von Spielmacher Eric Kresser auf den vor wenigen Tagen neu ins Berliner Team geholten Wide Receiver Robert Scott verdient in Führung. In der zweiten Halbzeit fing Damon Dunn einen 32-Yards-Pass von Kresser in der Endzone und baute den Vorsprung aus. Die vom immer stärker werdenden Quarterback Kresser geführten Hauptstädter verbuchten mit weiteren Touchdowns durch Tywan Mitchell und erneut Dunn sowie vier erfolgreichen Zusatzpunkt-Versuchen von Axel Kruse am Ende den verdienten Sieg.
Die Scottish Claymores bestätigten eindrucksvoll ihren Ruf als Angstgegner des zweifachen Worl-Bowl-Champions Frankfurt Galaxy. Zum sechsten Mal traten die Gäste aus Edinburgh im Waldstadion an, und zum fünften Mal verließen die "Breitschwerter" die Arena als Sieger. "Die Atmosphäre in Frankfurt ist einmalig. Sie setzt bei meinen Spielern das nötige Adrenalin frei", erklärte Schotten-Coach Jim Criner das Erfolgsgeheimnis. Kollege Dick Curl konzentrierte sich bei der Analyse auf sportliche Aspekte. Der Ausfall von Quarterback Pat Barnes wegen einer Rippenprellung beeinträchtigte die Qualität des Galaxy-Offensivspiels. Erstmals musste Ted White über die gesamte Zeit als Spielmacher agieren. "Wir sind mit zwei Quarterbacks flexibler und schwerer auszurechnen", sagte Curl.
In Amsterdam konnte Düsseldorf seine tolle Form vom Auftaktsieg gegen Barcelona (28:17) nicht bestätigen. Gegen die Admirals enttäuschte besonders der hochgelobte Quarterback Danny Wuerffel, dem drei Interceptions unterliefen. Zudem kassierte Rhein Fire durch Strafen insgesamt 70 Yards Raumverlust. "Wir hatten die Chance zu gewinnen, haben aber unsere Möglichkeiten nicht genutzt", sah Rhein- Fire-Coach Galen Hall sein Team trotz der Unzulänglichkeiten in der spannenden Partie im Vorteil.
Gelegenheit zur Wiedergutmachung bietet sich Rhein Fire und Galaxy am kommenden Samstag. Dann stehen sich die Mannschaften im dritten Saisonspiel im Düsseldorfer Rheinstadion gegenüber.
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